Johannes Krisch ist tot: Film-Welt nimmt Abschied von verstorbenem "Tatort"-Schauspieler (59)
Auf der Theaterbühne brillierte er ebenso wie im "Tatort", in "Braunschlag" oder "Die Toten von Salzburg" - nun ist der österreichische Schauspieler Johannes Krisch im Alter von nur 59 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Johannes Krisch ist tot: Österreichischer Schauspieler wurde nur 59 Jahre alt
- "Tatort"-Star infolge von Krebserkrankung verstorben
- Film- und Theaterwelt nimmt Abschied: Diese Rollen machten Johannes Krisch zum Star
Die Welt des Films und des Theater muss überraschend Abschied nehmen von einem Künstler, der sowohl in seiner österreichischen Heimat als auch in Deutschland bleibende Spuren hinterlassen hat: Der Schauspieler Johannes Krisch ist im Alter von nur 59 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Das Theater in der Josefstadt, wo der gebürtige Wiener Johannes Krisch auf der Bühne stand, bestätigte seinen Tod am 27. Juli 2026.
Johannes Krisch ist tot: Österreichischer Schauspieler mit 59 Jahren an Krebs gestorben
Wie die "Krone" berichtet, erlag Krisch einer Krebserkrankung. Bereits seit geraumer Zeit hatte der Künstler mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt. Krisch gehörte zu den markantesten Charakterdarstellern des Landes. Mit seiner unverkennbaren Stimme und seiner intensiven Bühnenpräsenz begeisterte er über Jahrzehnte hinweg sowohl Theater- als auch Kinopublikum. Durch die Kultserie "Braunschlag", zahlreiche "Tatort"-Einsätze und seine Hauptrolle im oscarnominierten Filmdrama "Revanche" erreichte er Millionen von Zuschauern im gesamten deutschsprachigen Raum.
Trauer um "Tatort"-Schauspieler Johannes Krisch: Er schaffte es vom Tischler zum Theaterstar
Krischs Weg zur Schauspielerei verlief alles andere als geradlinig. Der 1966 in Wien geborene Künstler erlernte zunächst das Tischlerhandwerk, bevor er seine wahre Berufung entdeckte. Ende der 1980er Jahre fand er den Weg ans Wiener Burgtheater, wo er als Ensemblemitglied über viele Jahre Kritiker und Publikum gleichermaßen überzeugte. Später wechselte er ans Theater in der Josefstadt und trat auch bei den Salzburger Festspielen auf, wo aktuell Philipp Hochmair als "Jedermann" zu erleben ist. Dort verkörperte Krisch unter anderem in Felix Mitterers Erfolgsstück "Der Bockerer" einen eigenwilligen Fleischer, der sich dem Nationalsozialismus verweigert. Die Rolle wurde zu einem seiner größten Bühnenerfolge. Mit seiner rauen Stimme und seiner kompromisslosen Spielweise entwickelte sich Krisch zu einem der herausragendsten Charakterdarsteller Österreichs. 2017 folgte die Ernennung zum Kammerschauspieler.
Diese Rollen machten Johannes Krisch zum internationalen Star
Auch auf der Leinwand und dem Bildschirm hinterließ Krisch bleibende Spuren. Seinen internationalen Durchbruch feierte er 2008 mit der Hauptrolle in Götz Spielmanns Filmdrama "Revanche", das für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert wurde. Für seine packende Verkörperung des Serienmörders Jack Unterweger im Film "Jack" erhielt er den Österreichischen Filmpreis als bester Hauptdarsteller.
Im Fernsehen wurde er durch David Schalkos Serie "Braunschlag" einem breiten Publikum bekannt. Hinzu kamen Auftritte in mehreren "Tatort"-Folgen sowie Rollen in Produktionen wie "Aus dem Nichts", "Freud" und "Die Toten von Salzburg". Seinen letzten großen Kinoauftritt hatte er 2022 in Adrian Goigingers "Märzengrund", wo er den Aussteiger Elias verkörperte.
"Eine seltene Gabe" – Weggefährten nehmen Abschied von verstorbenem Johannes Krisch
Herbert Föttinger, der frühere Direktor des Theaters in der Josefstadt, fand bewegende Worte für seinen verstorbenen Kollegen. Er bezeichnete Krisch als "einen der bedeutendsten Schauspieler seiner Generation". Der Mime habe eine außergewöhnliche Fähigkeit besessen: "Johannes Krisch besaß die seltene Gabe, Figuren nicht zu spielen, sondern sie im Augenblick zu erleben - und das Publikum daran teilhaben zu lassen", so Föttinger. Intensität, Wahrhaftigkeit und tiefe Menschlichkeit hätten jede seiner Rollen durchdrungen.
Auch institutionell wurde Krischs Schaffen gewürdigt. Neben der Ernennung zum Kammerschauspieler 2017 erhielt er den Großen Diagonale-Schauspielpreis für seine Verdienste um die heimische Filmkultur. Wegbegleiter beschrieben ihn stets als kompromisslosen Künstler, der sich jeder Rolle mit bemerkenswerter Hingabe widmete.
Johannes Krisch hinterlässt Ehefrau und fünf Kinder
Abseits des Rampenlichts war Krisch vor allem eines: ein hingebungsvoller Familienvater. Er hinterlässt fünf Kinder – drei Söhne aus erster Ehe sowie einen Sohn und eine Tochter mit seiner zweiten Frau, der Schauspielerin Larissa Fuchs. Trotz seiner zahlreichen Auszeichnungen und Erfolge blieb der Wiener zeitlebens bodenständig. Sein trockener Humor war legendär. Auf die Frage nach seinem persönlichen Ritual vor Auftritten antwortete er einmal mit typisch österreichischem Schmäh: "Ich spuck' dreimal auf den Bühnenboden und klopf' auf Holz."
Mit seinem Tod hinterlässt Johannes Krisch eine tiefe Lücke in der österreichischen Kulturlandschaft. Er war ein Schauspieler, der nie um Aufmerksamkeit kämpfen musste – seine Figuren sprachen stets für sich.
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loc/news.de/dpa/stg
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