26.05.2020, 09.56 Uhr

Zwei Jahre nach Aviciis Selbstmord: "Große Dankbarkeit" - Aviciis Mutter bricht ihr Schweigen

Es ist das erste Mal, dass die Mutter von Star-DJ Avicii in einem Interview über den Selbstmord ihres Sohnes spricht. Anki Lidén erzählt, wie ihre Welt zusammenbrach und wie es ihr heute, zwei Jahre nach dem Tod ihres Sohnes Tim Bergling, geht.

Tim Bergling alias Avicii nahm sich mit 28 Jahren das Leben. Bild: dpa

Noch immer sitzt der Schock über den Tod von Star-DJ Avicii tief. Nicht nur bei Wegbegleitern, Freunden und Fans, sondern vor allem bei seiner Familie. Zwei Jahre ist es her, dass sich Tim Bergling, so der gebürtige Name des Musikers, im Oman das Leben nahm. Doch auch wenn man sagt, die Zeit heilt alle Wunden, so geht es Aviciis Mutter Anki Lidén laut eigener Aussage heute schlechter als direkt nach seinem Tod. Im Interview mit der schwedischen Zeitung "Aftonbladet" brach sie nun erstmals ihr Schweigen und sprach über den Suizid ihres Sohnes.

Zwei Jahre nach Aviciis Tod: Mutter Anki spricht über Selbstmord von Tim Bergling

"Viele glauben, dass es einem in der Trauer nach zwei Jahren besser geht, aber bei mir ist es nicht so. Ich kann manchmal immer noch nicht fassen, dass er weg ist. Manchmal geht es mir heute viel schlechter als damals kurz nach seinem Tod", so Anki Lidén. "Es ist schlimmer auf eine andere Art, nun begreife ich langsam, was passiert ist. Ein Kind zu verlieren ist einfach schrecklich. Der Schock und das Trauma sitzen tief."

Aviciis Mutter dankbar: Fans aus der ganzen Welt schickten Briefe

Die erste Zeit nach dem Tod von Avicii sei für sie traumatisch und turbulent gewesen. Briefe aus der ganzen Welt hätten sie erreicht, in denen die Menschen ihr schrieben, was ihr Sohn ihnen bedeutet hat. "So viele fantastische Menschen teilten unsere Trauer. Wir spürten die Liebe zu Tim", erzählt die Mutter weiter. "Ich fühlte eine große Dankbarkeit."

Mutter von Avicii entfloh dank Streaming-Diensten der Realität

Geholfen haben ihr in dieser schweren Zeit alle möglichen Streamingdienste, die sie abonniert hat. "Ich habe mir alles mögliche angeschaut, um abschalten zu können. So konnte ich der Realität für einige Zeit entfliehen", verrät Anki Lidén. Aviciis Familie war von Beginn an offen mit dem Selbstmord ihres Sohnes umgegangen. "Es gab keinen Grund, die Wahrheit zu verschleiern." Inzwischen haben sie sogar eine Stiftung namens Tim Bergling Foundation gegründet,die das Verständnis für Selbstmordgefährdete und deren Angehörigen fördern soll.

Tim Berglings Familie will Selbstmordgefährdeten und deren Angehörigen helfen

"Wir begannen damit im Herbst. Das Interesse ist sehr groß, wir wollen nun mit verschiedenen großen Organisationen zusammenarbeiten. Es soll kostenfreie Hilfe und Chaträume geben. Junge Leute, die in einer Krise sind, brauchen Hilfe, egal wo sie sind", erklärt Aviciis Mutter im"Aftonbladet"-Interview. Und seine Musik? Die kann sichAnki Lidén bis heute noch nicht wieder anhören. "Dann fange ich nur an zu weinen."

Aktuell leben sie und ihr Mann Klas Bergling aufgrund der Coronavirus-Pandemie zurückgezogen. Sie gehören beide aufgrund ihres hohen Alters zur Risikogruppe. Mit ihrem anderen Sohn Anton sprechen sie derzeit jeden Morgen über Facetime. Ansonsten sehen sie nicht viele Leute.

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fka/loc/news.de

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