Donald Trump: Er lügt vor laufender Kamera – US-Präsident spielt Iran-Krieg herunter

Donald Trump will die Kämpfe mit dem Iran nicht als Krieg bezeichnen. Dabei sprechen die offiziellen Opferzahlen eine deutliche Sprache. Mit seinen Aussagen bringt der US-Präsident zahlreiche Menschen gegen sich auf.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Donald Trump erzürnt mit einer krudten Behauptung zum Iran-Krieg. (Foto) Suche
Donald Trump erzürnt mit einer krudten Behauptung zum Iran-Krieg. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin
  • Donald Trump behauptet, im Iran-Krieg habe es keine US-Opfer gegeben
  • Pentagon-Datenbank verzeichnet 23 Todesfälle und 866 Verwundete
  • Scharfe Kritik am US-Präsidenten nach Kriegsaussage

Donald Trump sagt, dass die militärische Auseinandersetzung mit dem Iran "kein Krieg" sei und dabei Behauptungen aufgestellt, die offiziellen Angaben widersprechen. "Es kann kein Krieg sein, wenn fünf Monate lang niemand verletzt, getötet oder sonst etwas wurde", erklärte Trump am Samstag (07.11.2026) gegenüber Reportern und lügt damit vor laufender Kamera. Laut Pentagon-Datenbank sind seit Beginn der Kampfhandlungen nämlich 23 US-Soldaten ums Leben gekommen. Zudem wurden 866 Militärangehörige verwundet.

Zudem betonte der US-Präsident, Washington habe "große Fortschritte" im Umgang mit Teheran erzielt. Die USA förderten mittlerweile sogar mehr Öl als vor dem Konflikt. Dass seine Regierung parallel weiterhin militärische Angriffe gegen iranische Ziele durchführt und weitere Optionen prüft, schien für Trump kein Widerspruch zu seiner Einschätzung zu sein, es handele sich nicht um einen Krieg.

Weitere Meldungen aus der US-Politik finden Sie am Ende des Artikels.

"In Russland und der Ukraine sterben 25.000 Menschen im Monat" – Donald Trump lügt vor laufender Kamera

Im Detail offenbaren Trumps Äußerungen eine bemerkenswerte Strategie der Verharmlosung. Den Konflikt mit dem Iran setzte er direkt ins Verhältnis zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine: "In Russland und der Ukraine verlieren sie 25.000 Menschen im Monat. Wir haben in sieben Monaten niemanden verloren. Also glaube ich nicht, dass das ein Krieg ist", so der US-Präsident.

Die offiziellen Zahlen zeichnen jedoch ein anderes Bild: Nach Angaben der Pentagon-Datenbank kamen seit Beginn des Iran-Krieges elf US-Soldaten durch feindliche Einwirkung ums Leben. Zwölf weitere Todesfälle wurden als nicht kampfbedingt eingestuft. Hinzu kommen 866 Verwundete. Trumps Behauptung, es habe über Monate keine Opfer gegeben, lässt sich damit nicht vereinbaren.

Die jüngsten US-Angriffe auf iranische Luftabwehrsysteme stufte Trump als "geringfügig" ein und sprach von begrenzten Zielen. Iranische Staatsmedien meldeten unterdessen zwei Explosionen im Suza-Gebiet auf der Insel Qeschm – einem strategisch bedeutsamen Punkt nahe der Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports verläuft. Bemerkenswert ist auch Trumps sprachlicher Balanceakt: Er verwendete selbst das Wort "Krieg", als er die gestiegene Ölförderung erwähnte, um den Begriff im nächsten Atemzug wieder zurückzuweisen.

"Sag das den Familien der 23 getöteten Soldaten" – Trump-Aussage schockt das Netz

 

In den sozialen Medien lösten Trumps Äußerungen eine Welle der Empörung aus. "Sag das den Familien der 23 im Dienst getöteten US-Soldaten und den 866 Verwundeten seit Beginn der Kämpfe", schrieb ein X-Nutzer und bezeichnete Trumps Worte als "das Widerlichste", was er den US-Präsidenten je habe sagen hören. Ein anderer Nutzer warf Trump vor, sich weder um die gefallenen Soldaten noch um deren Angehörige zu scheren – "nicht einmal ein Gedanke in seinem verlogenen Kopf". Mehrere Kommentatoren vermuteten zudem, dass die tatsächlichen Opferzahlen noch höher liegen könnten: "Es sind wahrscheinlich mehr als 23, man hat uns bei den Verlusten belogen." Andere sahen politisches Kalkül hinter der Wortwahl: Würde der Konflikt offiziell als Krieg eingestuft, könnte dies die Kontrolle des Kongresses über den Militäreinsatz verschärfen. Ein Szenario, das Trump offenbar vermeiden wolle. Auch zivile Opfer würden schlicht ignoriert, kritisierten weitere Nutzer.

Weitere Meldungen rund um die Trump-Regierung finden Sie hier:

/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.