Donald Trump: US-Präsident erlebt Absturz - Papst-Attacken rächen sich jetzt

Ob Donald Trumps ewige Attacken gegen Papst Leo XIV. zu diesem "höllischen Debakel" geführt haben? Nach den US-Zwischenwahlen zeigt sich auf jeden Fall, dass besonders Katholiken dem US-Präsidenten den Rücken kehrten.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Donald Trump musste eine herbe Wahlpleite hinnehmen. (Foto) Suche
Donald Trump musste eine herbe Wahlpleite hinnehmen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Charlie Riedel
  • Donald Trump fällt Papst-Angriff auf die Füße laut Analyse
  • Donald Trump attackierte den Papst mehrfach
  • Donald Trump läuft ganze Wählergruppe davon

Bei den US-Zwischenwahlen haben katholische Wähler den Republikanern und Donald Trump eine schmerzhafte Quittung erteilt. Laut einer Analyse des Autors Christopher Hale bei "Letters from Leo" hat sich die katholische Wählerschaft deutlich zugunsten der Demokraten verschoben.Donald Trump selbst hatte die Schuld an der Pleite weit von sich geschoben und damit gleichzeitig Gerüchte über personelle Konsequenzen in den Reihen seiner Regierung ausgelöst.

Weitere Artikel über Donald Trump finden Sie unter diesem Text.

Donald Trump fällt Papst-Angriff auf die Füße laut Analyse

Während republikanische Kandidaten 2024 unter katholischen Wählern noch mit 59 zu 39 Prozent vorne lagen, kamen die Demokraten bei den Zwischenwahlen 2026 auf 50 Prozent, die Republikaner auf 49 Prozent. Damit verringerte sich der Vorsprung der Republikaner um 21 Prozentpunkte. Die Demokraten konnten ihren Stimmenanteil gegenüber 2024 um elf Prozentpunkte steigern.

Die Ursache dieser tektonischen Verschiebung liegt für Hale auf der Hand: der offene Schlagabtausch zwischen Donald Trump und dem aus Chicago stammenden Papst Leo XIV. Es war die erste Kongresswahl seit dessen Amtsantritt. Etwa jeder fünfte Stimmzettel kam von katholischen Wählern - und die Demokraten nutzten diesen Rückenwind, um das Repräsentantenhaus mit rund 13 Punkten Vorsprung zu gewinnen und den Senat zurückzuerobern.

Donald Trump attackierte den Papst mehrfach

Der Bruch zwischen dem Weißen Haus und dem Vatikan eskalierte im April auf offener Bühne. Trump bezeichnete Leo XIV. als "schwach" in Sachen Kriminalitätsbekämpfung und "furchtbar" in der Außenpolitik. Vizepräsident J.D. Vance legte nach und warnte das Kirchenoberhaupt, es solle vorsichtig sein, wenn es sich zu theologischen Fragen äußere. Selbst der Sprecher des Repräsentantenhauses Mike Johnson konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen und belehrte den Pontifex über "etwas, das sich Lehre vom gerechten Krieg nennt".

Sieben Monate später hätten die katholischen Wähler ihr Urteil gesprochen, schrieb Hale. Trumps Zustimmungswerte bei Katholiken waren bereits im Oktober auf 30 Prozent abgesackt - ein dramatischer Absturz gegenüber den 47 Prozent, die er bei seinem Amtsantritt noch verbuchen konnte. Man könnte überspitzt von einem "höllischen Debakel" für Donald Trump sprechen.

Donald Trump läuft ganze Wählergruppe davon

Den größten Schaden richteten für Trump bestimmte demografische Gruppen an. Unter Berufung auf die Berichterstattung von Will Martino im Magazin "America" hielt Hale fest, dass die Demokraten jeweils 65 Prozent der hispanischen Katholiken sowie der Katholiken unter 29 Jahren für sich gewinnen konnten. Bei schwarzen Katholiken fiel das Ergebnis noch drastischer aus: 87 Prozent entschieden sich gegen die Republikaner.

Auch katholische Frauen votierten mehrheitlich für die Demokraten. Damit bröckelte die einstige Koalition der Republikaner an gleich mehreren Flanken gleichzeitig. Lediglich zwei Gruppen hielten den Republikanern die Treue: Weiße Katholiken und katholische Männer neigten weiterhin zur konservativen Seite - reichten aber bei Weitem nicht aus, um die massiven Verluste in den anderen Segmenten auszugleichen.

Donald Trump erlebt Wahlpleite - Republikaner suchen Schuldigen

Innerhalb der Republikanischen Partei begann umgehend das Fingerzeigen. US-Vizepräsident Vance, selbst zum Katholizismus konvertiert, machte den Krieg im Iran für das Wahldebakel verantwortlich. Der Politikwissenschaftler Ryan Burge von der Washington University sah hingegen die wirtschaftliche Lage als entscheidenden Faktor, wie er gegenüber dem Magazin "America" erklärte.

Für Hale beschreiben beide letztlich denselben fundamentalen Bruch - nur aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Sein Argument: Papst Leo XIV. hatte das gesamte Jahr über die Amerikaner zum Ende des Krieges aufgerufen, während das Weiße Haus seine Appelle konsequent abschmetterte. Die Frage von Krieg und Wirtschaft sei damit untrennbar mit dem Zerwürfnis zwischen Washington und dem Vatikan verknüpft. Die Wähler hätten sich offenbar eher am moralischen Kompass des Papstes als an den Durchhalteparolen der Regierung orientiert.

Lesen Sie außerdem noch diese Artikel:

/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.