Düstere Midterms-Prognose: Wahlorakel prophezeit Trump-Niederlage – Republikanern droht Machtverlust

Allan Lichtman gilt als eines der bekanntesten Wahl-Orakel der USA. Für die Midterms am 3. November erwartet er einen Erfolg der Demokraten und sieht Donald Trumps Republikaner unter Druck. Doch kann der Politikwissenschaftler nach seiner falschen Prognose von 2024 noch überzeugen?

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Droht Donald Trump bei den Midterms eine Niederkage? Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin
  • Allan Lichtman sieht die Demokraten mit 67 Prozent Wahrscheinlichkeit vor der Rückeroberung des Senats
  • Niedrige Zustimmungswerte für Donald Trump und ein Vorsprung in den Kongressumfragen sprechen aus seiner Sicht gegen die Republikaner
  • Bei der Präsidentschaftswahl 2024 lag der Wahlprognostiker mit seiner Vorhersage eines Sieges von Kamala Harris daneben

Die Amerikaner entscheiden über die Mehrheiten im US-Kongress und Allan Lichtman rechnet mit einem Erfolg der Demokraten. Der bekannte Wahlprognostiker hält es für wahrscheinlich, dass die Partei den Senat den Republikanern von Donald Trump abnimmt. Seine Einschätzung ist allerdings mit Vorsicht zu genießen: Bei der Präsidentschaftswahl 2024 lag Lichtman mit seiner Vorhersage eines Sieges von Kamala Harris völlig daneben.

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Demokraten gewinnen Midterms? Wahlprognostiker prophezeit Trump-Niederlage

Gegenüber der britischen Zeitung "The Times" bezifferte Lichtman die Wahrscheinlichkeit, dass die Demokraten den Senat zurückerobern, auf 67 Prozent. Das wahrscheinlichste Ergebnis sei eine knappe demokratische Mehrheit von 51 zu 49 Sitzen. "Das basiert nicht auf einem Modell", stellte er klar. "Es beruht allein auf meinem Wissen über Geschichte und aktuelle Politik." Der Politikwissenschaftler sieht mehrere Gründe für einen möglichen Erfolg der Demokraten. Doch ausgerechnet seine jüngste Fehleinschätzung bei der Präsidentschaftswahl dürfte seine Glaubwürdigkeit belasten.

US-Midterms 2026: Warum Lichtman die Republikaner im Nachteil sieht

Lichtman stützt seine Einschätzung auf mehrere Faktoren, die aus seiner Sicht gegen die Republikaner sprechen. Besonders kritisch seien die niedrigen Zustimmungswerte von US-Präsident Donald Trump. "Wenn die Zustimmungswerte eines Präsidenten so niedrig sind wie die von Trump, verliert die Partei des Weißen Hauses im Schnitt 40 Sitze im Repräsentantenhaus und sechs im Senat", erklärte er.

Dabei handelt es sich ausdrücklich um einen historischen Durchschnitt und nicht um eine konkrete Vorhersage für die aktuellen Wahlen. Als weiteren wichtigen Indikator nennt Lichtman die sogenannten generischen Kongressumfragen. Sie messen nicht die Unterstützung für einzelne Kandidaten, sondern die allgemeine Parteipräferenz. Demnach liegen die Demokraten sieben bis elf Prozentpunkte vorn. Diese Umfragen hält Lichtman für aussagekräftiger als Erhebungen zu einzelnen Wahlkreisen und Senatsrennen.

Auch bei der Frühwahl sieht er Vorteile für die Demokraten. Sie hätten häufiger vor dem eigentlichen Wahltag ihre Stimme abgegeben und seien zudem deutlich enthusiastischer als die Republikaner. "Bisher sieht es ziemlich gut aus für die Demokraten", fasste Lichtman zusammen.

In diesen US-Bundesstaaten erwartet Lichtman demokratische Gewinne

Besonders gute Chancen auf Zugewinne im Senat sieht der Prognostiker in vier Bundesstaaten: Maine, North Carolina, Ohio und Texas. Unsicher ist er hingegen beim Rennen in Michigan. Dort treten der Demokrat Abdul El-Sayed und der Republikaner Mike Rogers gegeneinander an.

Um die möglichen Verluste der Republikaner einzuordnen, zog Lichtman außerdem einen historischen Vergleich. 1966 hatte US-Präsident Lyndon B. Johnson gerade einen der größten Wahlsiege der amerikanischen Geschichte eingefahren. Doch der Vietnamkrieg eskalierte, Unruhen erschütterten das Land – und bei den folgenden Zwischenwahlen mussten die Demokraten eine schwere Niederlage hinnehmen.

Lichtman sieht Parallelen zur heutigen politischen Lage: ein unpopulärer Krieg und niedrige Zustimmungswerte für den Präsidenten. "Wir leben in einer seltsamen Zeit", räumte er ein.

Allan Lichtman: Wie zuverlässig ist seine Wahlprognose?

Bekannt wurde Allan Lichtman vor allem durch seine "13 Schlüssel zum Weißen Haus". Mit dem System sagt er seit 1984 den Ausgang von US-Präsidentschaftswahlen voraus. Seine Bilanz gilt als bemerkenswert – allerdings nicht als makellos. Bei der Wahl 2024 setzte er auf Kamala Harris, die Donald Trump unterlag.

Auch seine Prognose für die Präsidentschaftswahl 2000 ist umstritten: Damals sagte Lichtman einen Sieg von Al Gore voraus. Gore gewann zwar die landesweite Stimmenmehrheit, unterlag George W. Bush aber im entscheidenden Electoral College. Wie "The Daily Beast" berichtet, wird diese Vorhersage deshalb unterschiedlich bewertet.

Seine aktuelle Einschätzung zu den Midterms leitet Lichtman ausdrücklich nicht aus seinem bekannten Modell ab. Stattdessen stützt er sich auf historische Entwicklungen, Umfragen und seine Einschätzung der politischen Stimmung. Ob er damit richtig liegt, werden die Auszählungen nach dem Wahltag zeigen. Fest steht: Seine Prognose ist keine Garantie für einen demokratischen Erfolg.

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