Frankfurt / Main: Jüdische Akademie in Frankfurt eröffnet

Es soll ein Haus für die ganze Vielfalt jüdischen Denkens sein: Mit einem Festakt ist die Jüdische Akademie in Frankfurt eröffnet worden - es ist die erste dieser Art seit der Schoah.

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Der Rathausplatz Römerberg in Frankfurt am Main. Aktuelle News aus und über Frankfurt hier auf news.de. (Foto) Suche
Der Rathausplatz Römerberg in Frankfurt am Main. Aktuelle News aus und über Frankfurt hier auf news.de. Bild: Adobe Stock / f11photo

Es soll ein Ort der Debatten und der Begegnung sein: In Frankfurt ist die Jüdische Akademie eröffnet worden. Bei einem Festakt durchschnitten unter anderem der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein Band. Zudem brachte ein Gemeinderabbiner gemeinsam mit Steinmeier die Mesusa am Eingang an. Dabei handelt es sich um eine Schriftkapsel, die als Haussegen gilt.

"Mit dieser jüdischen Tradition eröffnen wir heute ein Haus für die ganze Vielfalt jüdischen Denkens und jüdische Erfahrungen", sagte Schuster. "Für die über 1.700 Jahre alte Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland ist dieses Haus wahrhaft ein Meilenstein." Die Akademie fülle eine Leerstelle.

Akademie will Judenhass die Stirn bieten

Denn, so mahnte Schuster: Jüdisches Leben in Deutschland sei so bedroht wie seit dem Menschheitsverbrechen der Schoah nicht mehr. Seit dem 7. Oktober 2023, dem Tag des terroristischen Überfalls der Hamas auf Israel, gebe es einen "explosionsartigen Anstieg" des Judenhasses. Dieser geschehe nicht heimlich, still und leise. "Parteien, in denen Antisemitismus ein Zuhause gefunden hat, schicken sich an, Regierungen in Bundesländern zu führen."

Dieser Judenhass sei Feind jeder Begegnung und jeder Aufklärung - und er müsse genau mit diesen Mitteln bekämpft werden: mit Offenheit, Aufklärung, Begegnung und "mit Bildung, Bildung und nochmals Bildung". Es sei auch die Aufgabe der Akademie, diesem Hass die Stirn zu bieten. Sie werde Raum geben für Differenzierungen, für unangenehme Fragen ebenso wie für schwierige Antworten. "Für Zumutung im besten Sinne des Wortes."

Laut Schuster handelt es sich um die erste Bildungseinrichtung ihrer Art seit der Schoah und die einzige ihrer Art in Europa.

Projektkosten betragen rund 40 Millionen Euro

"Wir ergänzen die deutsche Bildungslandschaft um jüdische Perspektiven: auf Religion, Philosophie und Ethik, auf Geschichte und Erinnerung, auf Politik und Gesellschaft, auf Kunst, Film und Literatur", heißt es auf der Homepage der Akademie. Das Programm umfasst demnach internationale Konferenzen, über Fachtagungen bis zur Podiumsdiskussion. Die Projektkosten in Höhe von rund 40 Millionen Euro werden vom Bund, dem Land Hessen, der Stadt Frankfurt und dem Zentralrat getragen.

Der Festakt hatte mit etwa eineinhalb Stunden Verspätung begonnen, da Steinmeiers Flugzeug nach Angaben des Bundespräsidialamts einen technischen Defekt hatte. Daher musste er eine Ersatzmaschine nach Frankfurt nehmen.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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