Donald Trump: "Mürrischer alter Mann" - Moderatorin spottet über Trumps Telefonanrufe

Donald Trump muss sich nach einer Kehrtwende im Wahlkampf Spott gefallen lassen. Eine Moderatorin nimmt den US-Präsidenten aufs Korn und findet deutliche Worte für seine Auftritte. Auch in der eigenen Partei wächst die Nervosität.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Donald Trump hat eine Erklärung für seine Auftrittsansagen parat. (Foto) Suche
Donald Trump hat eine Erklärung für seine Auftrittsansagen parat. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
  • Donald Trump macht Rolle rückwärts - Irritation um Absage
  • Moderatorin spottet über Donald Trumps Telefonanrufe
  • Donald Trump droht Niederlage bei den US-Zwischenwahlen

Donald Trump hat innerhalb weniger Stunden zwei geplante Wahlkampfauftritte in Iowa und Kansas gestrichen und die Absage dann wieder kassiert. Die Kehrtwende sorgt für Aufsehen, könnte sie doch die die wachsende Nervosität im republikanischen Lager vor den Zwischenwahlen aufzeigen. Der US-Präsident produzierte zuletzt reichlich Schlagzeilen mit seinem Wahlkampfauftritten, die immer öfter von Störern unterbrochen wurden.

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Donald Trump macht Rolle rückwärts - Irritation um Absage

Statt persönlich aufzutreten, sollte der US-Präsident ursprünglich sogenannte Tele-Rallys abhalten - telefonische Massenveranstaltungen, die das Weiße Haus als strategisch klügere Variante verkaufte. Doch kaum war die Absage verkündet, ruderte Donald Trump zurück. Nun will er doch in Dubuque, Iowa, und Salina, Kansas, vor Publikum sprechen.

Trumps Erklärung für die Rolle rückwärts klingt betont lässig: Anrufe von Freunden und Unterstützern hätten ihn überzeugt, dass ein persönlicher Auftritt mehr bringe als ein Telefonat. Er habe versucht, sie vom Tele-Rally-Format zu überzeugen - vergeblich.

Dabei ließ es sich der 80-Jährige im Gespräch mit Reportern nicht nehmen, seine eigenen Fähigkeiten am Telefon zu loben. Er sei bei Tele-Rallys "unglaublich erfolgreich", das Format funktioniere allerdings nur bei ihm, wenn andere anriefen, gehe niemand ran.

Moderatorin spottet über Donald Trumps Telefonanrufe

Hinter den Kulissen zeichnet die "New York Times" ein anderes Bild. Demnach hatten politische Berater und externe republikanische Gruppen das Trump-Team gewarnt, dass Auftritte des Präsidenten in umkämpften Staaten den eigenen Kandidaten schaden könnten.

  • MS NOW-Moderatorin Jen Psaki spottete prompt: Die Botschaft sei eindeutig - Trumps Präsenz helfe den Republikanern weniger, als sie ihnen schade. Seine Tele-Rallys beschrieb sie süffisant als einen "mürrischen alten Mann, der zum Hörer greift und ein paar Minuten vor sich hin plappert".
  • Kansans Senator Roger Marshall versuchte die Absage positiv zu drehen: Trump stehe in den Umfragen so gut da, dass er seine Zeit besser anderswo einsetzen könne. "Wir können die Umfragen auch lesen, Senator", konterte Psaki trocken.

Donald Trump droht Niederlage bei den US-Zwischenwahlen

Die Umfragewerte sprechen aktuell eine deutliche Sprache und sie sprechen gegen die Republikaner. In Kansas liegt Marshall laut den jüngsten von der "New York Times" erfassten Erhebungen bis zu zehn Punkte hinter dem Demokraten Adam Hamilton. Kansas hat seit fast einem Jahrhundert keinen Demokraten mehr in den Senat geschickt. Ob es wirklich so kommt, muss sich erst noch zeigen.

In Iowa sieht es kaum besser aus: Die republikanische Abgeordnete Ashley Hinson und ihr demokratischer Herausforderer Josh Turek liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dass solche Ergebnisse in traditionellen Republikaner-Staaten überhaupt möglich sind, dürfte in der Partei für Unruhe sorgen.

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