Donald Trump: Trump wollte die Reißleine ziehen - Wirbel um Rückzug kurz vor der Wahl

Leere Ränge, unliebsame Zwischenrufe und nervende Reporterfragen: Jetzt wollte Donald Trump die Reißleine ziehen. Der US-Präsident sagte mit einem Mal sein persönliches Erscheinen bei Wahlkampfauftritten ab. Doch es kam anders.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Donald Trump wollte seine Teilnahme an Veranstaltungen zunächst absagen. (Foto) Suche
Donald Trump wollte seine Teilnahme an Veranstaltungen zunächst absagen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Donald Trump wollte die Reißleine ziehen
  • Donald Trump kämpft mit leeren Rängen und Zwischenrufen
  • Donald Trump könnte Wahldebakel drohen

Nur wenige Tage vor den US-Zwischenwahlen am 3. November vollzog Donald Trump mehrere bemerkenswerte Kehrtwenden in seiner Wahlkampfstrategie. Der US-Präsident zog nach anhaltenden Schlagzeilen über seine Auftritte zunächst die Reißleine. Zuletzt wurde über mehrere Störer während der Trump-Reden und fragwürdige Äußerungen des US-Präsidenten berichtet.

Statt persönlich aufzutreten, sollte der US-Präsident ursprünglich sogenannte Tele-Rallys abhalten - telefonische Massenveranstaltungen, die das Weiße Haus als strategisch klügere Variante verkaufte. Doch kaum war die Absage verkündet, ruderte Donald Trump zurück. Nun will er doch in Dubuque, Iowa, und Salina, Kansas, vor Publikum sprechen.

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Donald Trump wollte die Reißleine ziehen

Donald Trump wollte demnach verstärkt auf virtuelle Tele-Rallyes statt auf persönliche Auftritte setzen. Der US-Präsident sagte bereits eine geplante Veranstaltung im Bundesstaat Kansas ab, wo er eigentlich den Senatskandidaten Roger Marshall unterstützen sollte. Auch der Auftritt in Dubuque (Iowa) wurde zunächst abgesagt.

Das Weiße Haus bestätigte den Kurswechsel gegenüber "The Daily Beast".

  • "Präsident Trump wird bis zum Wahltag über mehr als 20 Tele-Rallyes weiterhin direkt mit den Amerikanern im ganzen Land in Kontakt treten", erklärte ein Regierungssprecher. Diese Formate böten ihm die Möglichkeit, seine Erfolge hervorzuheben und seine Reichweite auszubauen.

Trumps Erklärung für die Rolle rückwärts klingt betont lässig: Anrufe von Freunden und Unterstützern hätten ihn überzeugt, dass ein persönlicher Auftritt mehr bringe als ein Telefonat. Er habe versucht, sie vom Tele-Rally-Format zu überzeugen - vergeblich.

Donald Trump kämpft mit leeren Rängen und Zwischenrufen

Der Kontrast zu Trumps früheren Auftritten könnte kaum größer sein. Wo einst Zehntausende in riesige Stadien strömten, kämpft er mittlerweile damit, selbst kleinere Veranstaltungsorte zu füllen. Bei jüngsten Kundgebungen in Mississippi, Ohio und Alabama dokumentierten Kamerateams reihenweise unbesetzte Plätze - während der US-Präsident gleichzeitig behauptete, die "größten Menschenmengen in der Geschichte der Midterm-Wahlen" anzuziehen.

Donald Trump könnte Wahldebakel drohen

Die Umfragewerte verheißen für Trumps Partei wenig Gutes. Nate Silver sieht in den Frühwahldaten alarmierende Signale.Silver zufolge mobilisierten die Demokraten bei der vorzeitigen Stimmabgabe bislang insbesondere Wähler, die sich sonst seltener an Wahlen beteiligen, erklärte er im Podcast "Shane Smith Has Questions".

Vor diesem Hintergrund werten manche Beobachter die Kansas-Absage als Zeichen dafür, dass Trump bestimmte Rennen bereits verloren gibt. Andere hingegen argumentieren, der Bundesstaat sei für die Republikaner ohnehin sicher genug. "Ich glaube nicht, dass er nach Kansas fahren muss", sagte Mark Williams, ehemaliger Stabschef von Ex-Kongressabgeordnetem Mike Conaway, gegenüber CNN.

Die kurzfristige Absage der Kansas-Veranstaltung traf offenbar selbst die eigene Partei unvorbereitet. Danedri Herbert, Vorsitzende der Republikaner in Kansas, erfuhr erst vom Republican National Committee davon. "Das ist alles, was sie mir gesagt haben – dass es abgesagt ist und wir weitere Informationen bekommen würden", sagte Herbert der "Kansas City Star". Über die angekündigten Tele-Rallyes habe sie keinerlei Details erhalten.

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