Bundesregierung: Katharina von Schnurbein wird neue Antisemitismusbeauftragte
Der langjährige Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben, Felix Klein, hat das Amt schon Ende August abgegeben und ist nach Paris gewechselt. Seine Nachfolgerin kommt aus Brüssel.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Die EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein wird neue Beauftragte der Bundesregierung für das Thema. Dies teilte das Bundesinnenministerium in Berlin mit.
Von Schnurbein tritt die Nachfolge von Felix Klein an, der nach acht Jahren im Amt des Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus als Diplomat zur Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit nach Paris gewechselt war.
Lange Erfahrung auf EU-Ebene
Von Schnurbein ist seit 2015 Koordinatorin der EU-Kommission für den Kampf gegen Antisemitismus und für die Förderung jüdischen Lebens. Für diese Ziele hatte sie 2021 eine EU-Strategie entworfen. Nach einem Studium der Politikwissenschaften und der Slawistik in Prag, Bonn und Oxford hatte von Schnurbein ihre Karriere bei der EU-Kommission 2002 als Sprecherin der EU-Vertretung in der Tschechischen Republik begonnen. In Brüssel war sie auch als Kommissionssprecherin für Arbeit und Soziales tätig. Die 53-Jährige stammt aus Bayern. Sie ist verheiratet und hat vier Kinder.
Im vergangenen Jahr hatte es eine Kontroverse um ihre Amtsführung gegeben. Medienberichte über Äußerungen von Schnurbeins bei einem Treffen von EU-Botschaftern in Tel Aviv führten zu Forderungen aus dem EU-Parlament, sie abzuberufen. Von Schnurbein wurde vorgeworfen, vor Sanktionen gegen Israel gewarnt, Positionen der israelischen Regierung übernommen und ihre Kompetenzen überschritten zu haben. Die EU-Kommission stellte sich jedoch hinter ihre Antisemitismusbeauftragte. Auch Dutzende jüdische Verbände nahmen von Schnurbein in Schutz, darunter der Zentralrat der Juden.
Lob vom Zentralrat
Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) lobte von Schnurbein als ausgewiesene Expertin im Kampf gegen Antisemitismus. Die neue Beauftragte selbst, die ihr Amt am 28. Oktober antreten soll, betonte ihren Willen zur Bekämpfung von Antisemitismus. Seit dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel fühlten sich viele Jüdinnen und Juden auf der Straße, an Universitäten und in Schulen nicht mehr sicher und gäben sich nicht mehr als Jüdinnen und Juden zu erkennen. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, zeigte sich erfreut über die Personalie. "Ich halte Katharina von Schnurbein sowohl persönlich als auch professionell für eine herausragende Besetzung." Bildungsministerin Karin Prien (CDU) begrüßte die Entscheidung gegenüber dem "Tagesspiegel".
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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