Wladimir Putin: Tilly bleibt bei Putin-Kritik: "Wir machen natürlich weiter"

Karnevalswagenbauer Jacques Tilly lässt sich auch ein halbes Jahr nach dem Moskauer Urteil nicht von Russland und Kremlchef Putin einschüchtern. Doch der Prozess hat Spuren hinterlassen.

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Der russische Präsident Wladimir Putin steht während einer Zeremonie im Großen Kremlpalast. (Foto) Suche
Der russische Präsident Wladimir Putin steht während einer Zeremonie im Großen Kremlpalast. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Alexander Kazakov

Pünktlich zum 74. Geburtstag von Kremlchef Wladimir Putin bringt der Düsseldorfer Karnevalist und Satiriker Jacques Tilly ein Buch mit seinen Putin-kritischen Mottowagen heraus. Dabei hat der vor einem halben Jahr in Abwesenheit von einem Moskauer Gericht zu achteinhalb Jahren Lagerhaft verurteilte Karnevalswagenbauer eine Botschaft an den Präsidenten: "Wir machen natürlich weiter mit unserem Kurs, und wir werden weiterhin auch das russische Regime natürlich kritisieren."

Tilly (63) und die Herausgeberin Eva Creutz stellten in Düsseldorf den Bildband "Wer hat Angst vor Pappmaché?" vor, der offiziell am Mittwoch erscheint. An dem Tag (7. Oktober) wird Putin 74 Jahre alt. Dass der Erscheinungstermin des Buches ausgerechnet auf Putins Geburtstag fällt, sei aber Zufall, sagten Tilly und Creutz.

Geballte Staatsmacht gegen Pappfiguren

"Die geballte Härte einer autoritären Staatsmacht wurde gegen närrische Pappfiguren aufgeboten", schreibt Tilly in einem Nachwort. "Der Prozess belegt eindrucksvoll, dass Satire den Mächtigen dieser Welt tatsächlich wehtun kann, dass Satire in der Lage ist, Despoten und Autokraten Angst zu machen (...). Sie haben Angst, dass man sie als das darstellt, was sie sind: an Größenwahn erkrankte, lächerliche Würstchen."

Die Moskauer Justiz hatte Tilly in dem Strafverfahren unter anderem vorgeworfen, die russische Armee zu verleumden und religiöse Gefühle zu verletzen.

"Also, es fühlt sich nicht gut an, verurteilt zu sein von Moskau", sagte Tilly. Konkreten Bedrohungen sei er aber nicht ausgesetzt. Das Urteil sei dennoch wie ein Damoklesschwert, das über einem schwebe. Er habe im Bundestag und mit dem Verfassungsschutz Gespräche geführt. Aber er werde sich nicht verrückt machen lassen und weiter so leben wie bisher. Er werde Putin nicht den Gefallen tun, sich einschüchtern zu lassen.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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