Wladimir Putin: Die Lage spitzt sich zu - warum der Kremlchef Europa zum Feind erklärt
Wladimir Putin betrachtet inzwischen weniger "den Westen" im Allgemeinen, als vielmehr "Europa" als Feind Russlands. Dahinter stehen geopolitische Interessen, der Streit um die Ukraine und ein Weltbild, das Russland als eigenständige Macht und Zivilisation versteht.
Von news.de-Redakteurin Franziska Kais - Uhr
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- Wladimir Putin betrachtet Europa zunehmend als Feind
- Kreml sieht Nato- und EU-Erweiterung als Verlust russischen Einflusses
- Putin stellt Westorientierung der Ukraine als Teil einer westlichen Strategie gegen Russland dar
- Feindbild Europa rechtfertigt Putins Krieg, Aufrüstung und Repression
Nach dem Drohnen-Angriff auf den Leipziger Flughafen hat sich der Ton zwischen Europa und Russland noch einmal drastisch verschärft und die Angst vor einem Putin-Angriff auf Deutschland oder auf ein anderes europäisches Land ist aktuell größer denn je. Nicht zuletzt, weil der russische Außenminister Sergej Lawrow unlängst gedroht hat, dass die deutschen Sanktionen gegen Russland "der Beginn eines echten Krieges" seien.
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Wladimir Putin betrachtet Europa zunehmend als Feind
Tatsächlich sind Europa und Russland nicht erst seit dem russischen Angriff auf die Ukraine politische Gegenspieler. Doch seit Beginn des Großangriffs im Februar 2022 hat sich die Konfrontation grundlegend verschärft. In der russischen Propaganda-Maschinerie werden die Europäische Union, die Nato und die europäischen Staaten zunehmend als Bestandteile eines feindlichen Westens dargestellt, denn der Kreml betrachtet die europäische Sicherheitsordnung seit Jahren mit Misstrauen. Besonders die Nato-Osterweiterung interpretiert Moskau als "Zurückdrängung russischen Einflusses". In der Kreml-Auffassung bedeutete der Beitritt zur Nato oder zur EU im Umkehrschluss, dass man sich von Russland abwendet.
Ukraine-Invasion als Reaktion auf eine angebliche westliche Bedrohung
Zum entscheidenden Konflikt wurde schließlich die Ukraine. Ihre Annäherung an die EU und den Westen betrachtet Wladimir Putin nicht als souveräne Entscheidung Kiews, sondern als Teil einer westlichen Strategie, deren Ziel es ist, Russland politisch und militärisch einzudämmen. Der russische Angriff auf die Ukraine wird in der Kreml-Erzählung deshalb immer wieder als Reaktion auf eine angebliche westliche Bedrohung dargestellt.
Feindbild Europa rechtfertigt Putins Krieg, Aufrüstung und Repression
Für Wladimir Putin erfüllt das Feindbild Europa, das zuletzt in der Staatspropganda immer weiter geschärft wurde, mehrere Funktionen. Außenpolitisch rechtfertigt es den vermeintlichen Anspruch Russlands, politischen und sicherheitspolitischen Einfluss auf seine Nachbarländer zu nehmen. Innenpolitisch hilft es dem Kreml, den Ukraine-Krieg, die Aufrüstung und die zunehmende Repression zu legitimieren. Denn dadurch, dass Wladimir Putin es so darstellt, als würde der aggressive Westen Russland bedrohen, kann er Kritik im eigenen Land leichter zum Verstummen bringen und sämtlichen Kritikern unterstellen, sie würden ausländische Interessen unterstützen.
Wladimir Putin steckt durch Europa-Feindbild in einem Dilemma
Doch leider steckt Putin aufgrund dieser Taktik in einem Dilemma: Denn das angebliche Feindbild verstärkt sich durch Russlands Verhalten selbst. Europa betrachtet Russland wegen des Ukraine-Krieges als Bedrohung und rüstet deshalb auf. Der Kreml wiederum nutzt diese (eigentlich nachvollziehbare und logische) Reaktion als Beleg für seine Darstellung eines feindlichen Europas. Ein Teufelskreis, der wohl so schnell nicht durchbrochen werden wird.
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fka/mlk/news.de
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