Carsten Maschmeyer: "Merz hat es voll vergeigt. Er muss weg." - Maschmeyer fordert Kanzler-Rücktritt
Erst spendete er großzügig an die CDU, jetzt will er den Kanzler von der Kommandobrücke jagen: Unternehmer Carsten Maschmeyer rechnet bei Maischberger schonungslos mit Friedrich Merz ab – mitten in der schwersten Krise seiner Kanzlerschaft.
Erstellt von Sarah Baumann-Rüster - Uhr
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- Carsten Maschmeyer fordert Friedrich Merz zum Rücktritt auf
- Der Unternehmer kritisiert Merz als unnahbar und nennt drei mögliche Nachfolger
- Nach dem CDU-Debakel in Sachsen-Anhalt wächst der Druck auf den Kanzler
Carsten Maschmeyer lässt kein gutes Haar am Bundeskanzler. In der ARD-Talkshow "Maischberger" forderte der 67-jährige Unternehmer den Rücktritt von Friedrich Merz – in aller Deutlichkeit: "Merz hat es voll vergeigt. Er muss weg. Er muss zurücktreten."
Maschmeyer fordert Merz-Rücktritt bei "Maischberger"
Pikant dabei: Noch Anfang 2025 hatte Maschmeyer die CDU mit einer Großspende bedacht. Davon ist nichts mehr übrig. Dem Kanzler wirft er vor, aus reinem Ehrgeiz ins Amt gestrebt zu haben: "Das war Ego und Merkel zeigen, ich bin jetzt Kanzler."
Auch menschlich fällt Maschmeyers Urteil vernichtend aus. Merz nehme "die Menschen nicht emotional mit", sei "unnahbar, belehrend, ein Besserwisser". Von sämtlichen Wegbegleitern höre man zudem, der Kanzler sei arrogant, so Maschmeyer laut "Bild".
CDU stürzt in Sachsen-Anhalt auf historisches Tief
Maschmeyers Frontalangriff kommt für Merz zur denkbar ungünstigsten Zeit. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am vergangenen Sonntag erlebte die CDU ein beispielloses Desaster: Mit lediglich 17,2 Prozent fuhr die Partei ihr schwächstes Ergebnis in diesem Bundesland seit der Wiedervereinigung ein.
Die AfD dominierte die Wahl mit 43,8 Prozent und ließ die Konkurrenz weit hinter sich. Für die Christdemokraten bedeutet das Resultat einen dramatischen Aderlass im Landtag: 25 Mandate gingen verloren, nur noch 15 Abgeordnete vertreten die Partei künftig in Magdeburg.
Ein Ergebnis, das den Druck auf den Kanzler massiv erhöht – und Maschmeyers Rücktrittsforderung zusätzliche Sprengkraft verleiht.
Maschmeyer nennt bereits mögliche Merz-Nachfolger
Maschmeyer belässt es nicht bei der Kritik, sondern liefert gleich eine Auswahl potenzieller Nachfolger mit. Der Unternehmer bedient sich dabei einer maritimen Bildsprache: Merz habe das "Schiff falsch gesteuert. Er muss von der Kommandobrücke runter."
An fähigem Personal mangele es der Union keineswegs. Maschmeyer sieht mit NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther und CSU-Chef Markus Söder gleich drei Kandidaten, die das Ruder übernehmen könnten. "Das sind tolle Offiziere auf dem Schiff", so sein Urteil über das Trio.
Dass ein ehemaliger Großspender der Partei öffentlich Personalvorschläge für die Kanzler-Nachfolge unterbreitet, dürfte in der CDU-Führung für erhebliche Unruhe sorgen.
Friedrich Merz vor den nächsten wichtigen Wahlen
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt Merz nicht. Bereits in weniger als 14 Tagen stehen die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin an – zwei Abstimmungen, die für die politische Zukunft des Kanzlers richtungsweisend werden könnten.
Denkbar schlechte Voraussetzungen also: Ein historisches Debakel in Sachsen-Anhalt im Rücken, eine öffentliche Rücktrittsforderung eines prominenten Ex-Unterstützers auf dem Tisch – und ein Wahlkampf, der gerade in die entscheidende Phase eintritt.
Parteiinterner Zwist ist in einer solchen Situation das Letzte, was die CDU gebrauchen kann. Doch genau danach sieht es derzeit aus. Ob Merz die kommenden Wochen politisch übersteht, hängt maßgeblich davon ab, wie seine Partei an den Wahlurnen in Schwerin und Berlin abschneidet.
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sba/news.de/stg
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