Errechnen Sie selbst: So viel Kohle bringt die Mütterrente wirklich im Alter
Für Millionen Frauen bedeutet die Mütterrente deutlich mehr Geld im Alter, als viele denken - das zeigen neue Zahlen der Rentenversicherung. Wie hoch die Beiträge für Sie sein könnten, erfahren Sie mit unserem Mütterrenten-Rechner.
Von news.de-Redakteur Felix Schneider - Uhr
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- Neue Zahlen zeigen: Die Mütterrente ist doch hilfreicher als gedacht
- Mehrere Millionen Frauen profitieren von den Renten-Aufstockungen
- Der Renten-Rechner zeigt, wie viel Sie selbst erwarten können
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Über 10,2 Millionen Frauen profitieren von mehr Geld im Alter dank der Mütterrente. Im Schnitt sind unter Berücksichtigung der Kindererziehungszeiten 190 Euro mehr Brutto-Rente im Monat zu erwarten. Wie die Mütterrente berechnet wird und wer wie viel bekommen kann, erklären wir Ihnen hier.
So viel bekommen Mütter mit einem, zwei oder mehr Kindern
Den Zahlen zufolge, die der "Bild" vorliegen, bezogen etwa drei Millionen Frauen mit einem Kind eine zusätzliche Rente von 91 Euro pro Monat. Somit stieg ihre Rente auf 1.149 Euro vor Abzug der Kranken- und Pflegeversicherung sowie Steuern. Zudem erhielten 4,7 Millionen Frauen mit zwei Kindern im Schnitt 186 Euro mehr im Monat, wodurch sich ihre Rente auf 1.100 Euro erhöhte.
1,7 Millionen Mütter mit drei Kindern bekamen 279 Euro im Monat dazu - das machte eine Rente von 1.032. Und etwa 760.000 Frauen mit vier oder sogar mehr Kindern erhielten im Schnitt 417 Euro oben drauf, was ihre Bruttorente auf 1.027 Euro steigerte. Kurzum: Die finanziellen Nachteile aufgrund fehlender Beitragsjahre konnten bei den Müttern tatsächlich fast ausgeglichen werden.
Interessant: Auch etwa 203.000 Männer erhielten eine "Mütterrente", da diese auf Antrag der Eltern oder auch dem Vater zugeschrieben werden kann, insofern er die Kindererziehung übernommen hat. Im Falle einer Scheidung werden die während der Ehezeit erworbenen Rentenansprüche beider Partner grundsätzlich hälftig geteilt (50/50).
Mütterrente selbst errechnen
Mit unserem kostenlosen Mütterrente-Rechner ermitteln Sie in wenigen Sekunden den maximalen Bruttoanspruch für Ihre Erziehungszeiten. Pro Kind erhalten Sie je nach Geburtsjahr 2,5 Entgeltpunkte (vor 1992) oder 3,0 Entgeltpunkte (ab 1992) auf Ihrem Rentenkonto angerechnet. Der Rechner nutzt den aktuellen Rentenwert von 42,52 € pro Punkt, um Ihr monatliches Renten-Plus sowie die Gesamtsumme über eine durchschnittliche Rentendauer von 20 Jahren zu berechnen.
Hinweis: Berechnet den maximalen Bruttoanspruch nach aktuellem Rentenwert (42,52 €/EP). Reale Rentenbeträge laut Statistiken können durch Beitragsbemessungsgrenzen, Versorgungsausgleich oder einkommensabhängige Anrechnungen abweichen.
Hinweis: Der Rechner zeigt den ungekürzten Rechtsanspruch. Individuelle Auszahlungen können z. B. durch Beitragsbemessungsgrenzen oder den Versorgungsausgleich im Einzelfall abweichen.
Warum gibt es die Mütterrente?
Die Mütterrente wurde Mitte 2014 zum Ausgleich finanzieller Nachteile für Mütter mit vor 1992 geborenen Kindern eingeführt. Noch bis dahin galt, dass es nur für nach 1992 geborene Kinder eine zusätzliche Ausgleichsrente gab, die so hoch ist, als wenn die Mutter drei Jahre lang einen durchschnittlichen Lohn verdient und Rentenbeiträge in die Rentenkasse gezahlt hätte.
Nach schrittweisen Anhebungen werden alle Kinder unabhängig von ihrem Geburtsjahr völlig gleich behandelt. Für jedes Kind - egal ob 1980 oder 2010 geboren - bekommen Eltern genau 3,0 Entgeltpunkte gutgeschrieben. Beim aktuellen Rentenwert entspricht das einem pauschalen Renten-Plus von knapp 128 Euro brutto im Monat pro Kind.
Kritik an der Mütterrente: Schuld an der Abschaffung der Rente mit 63?
Die Mütterrente bleibt allerdings nicht gänzlich unstrittig:Ökonomen kritisierten, dass die Milliardenkosten die Rentenkasse stark belasten und damit die Rentenbeiträge für die arbeitende, jüngere Generation in die Höhe treiben. Sowohl Die Linke als auch der Steuerzahlerbund forderten, dass die Mütterrenten vollständig aus dem Steuerhaushalt, nicht aus den Geldern der Beitragszahler finanziert werden müssten.
Besonders pikant: Schon vor Jahren prognostizierte Die Linke, dass die Finanzierung aus den Rentenbeiträgen die Rücklagen der Rentenkasse schmälert, was wiederum als Ausrede genutzt werden könnte, um das allgemeine Rentenniveau abzusenken oder das Renteneintrittsalter zu erhöhen. Das deckt sich mit den aktuellen Plänen von SPD und Union: Durch das kommende Reformpaket soll die Rente mit 63 abgeschafft und das Eintrittsalter stufenweise an die Lebenserwartung gekoppelt werden.
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