Skandal um Wladimir Putin: Gefallener Soldat verging sich an Jungen - Kremlchef ehrt Straftäter als Helden

Ein Mann verging sich in Russland an einem Jungen. Jahre später hat Wladimir Putin den registrierten Straftäter posthum als Helden geehrt. Wie herauskam, fiel der Fall bei den russischen Behörden durch das Raster.

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Wladimir Putin ehrt posthum einen verurteilten Sexualstraftäter als Helden. (Foto) Suche
Wladimir Putin ehrt posthum einen verurteilten Sexualstraftäter als Helden. Bild: picture alliance/dpa/AP | Kristina Solovyova
  • Wladimir Putin ehrte posthum einen registrierten Sexualstraftäter als Held
  • Straftäter fiel bei Behörden durch
  • Gefallener Soldat verging sich als Student an Jungen (13)

Wladimir Putin nutzt Propaganda geschickt, um nicht nur Feindbilder zu schüren. Mit militärischen Auszeichnungen ehrt der Kremlchef Militärmitglieder, die sich um die Dienste Russlands verdient gemacht haben sollen. Mit der posthumen Ehrung eines als Sexualstraftäters registrierten Ex-Soldaten erreicht er laut dem "Daily Star" einen neuen "Tiefpunkt".

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Wladimir Putin ehrte Sexualstraftäter posthum als Helden

Wladimir Putin hat einen verurteilten Pädophilen posthum mit der höchsten militärischen Auszeichnung Russlands geehrt. Der Gefreite Alexander Vlasenkov, der im Herbst 2022 in der Ukraine fiel, erhielt am 22. Oktober 2022 per Präsidentenerlass den Titel "Held Russlands" – die höchste militärische Auszeichnung Russlands. Regionale Funktionäre überreichten die Auszeichnung anschließend feierlich an Vlasenkows Familie. Damit nicht genug: Zu Ehren des gefallenen Scharfschützen wurden Denkmäler errichtet, Gedenktafeln angebracht und sogar ein Schulmuseum eingerichtet. Straßen tragen mittlerweile seinen Namen, und eine Fernsehdokumentation über seine letzten Einsätze wurde produziert. Vlasenkov wurde darüber hinaus auf einer Briefmarke verewigt – als vermeintlicher Kriegsheld.

Gefallener Soldat wollte Jungen vergewaltigen

Die Vorgeschichte des vermeintlichen Helden ist erschütternd. Vlasenkov studierte an der St. Petersburger Universität des Innenministeriums, als er in seinem zweiten Studienjahr versuchte, einen 13-jährigen Jungen sexuell zu missbrauchen. Nur weil er dabei gestört wurde, kam es nicht zur vollendeten Tat.

Universität entgeht nach versuchtem Kindesmissbrauch einem Skandal

Die Hochschule reagierte, indem sie den talentierten Nahkampfsportler – er war Jugendmeister im Nahkampf – kurzerhand exmatrikulierte. Sie wollten wohl einen öffentlichen Skandal vermeiden. Eine strafrechtliche Verurteilung mit Gefängnisstrafe blieb Vlasenkov erspart, da er stattdessen seinen Pflichtmilitärdienst bei der Luftverteidigung ableistete. Als Konsequenz wurde er jedoch behördlich als Sexualstraftäter registriert und fortan regelmäßig von der Polizei kontrolliert. Auch Reisen zu Wettkämpfen mied er aus Angst, am Flughafen aufgehalten zu werden.

Putins Ex-Soldat überredetVlasenkov zum Kriegsdienst

Nach seinem Militärdienst 2019 versuchte sich Vlasenkov kurzzeitig als Jugendtrainer – bis die Polizei die Schule über seine Vergangenheit informierte und er den Posten räumen musste. In seiner Heimatstadt arbeitete er anschließend als Elektriker und Kampfsporttrainer, stets unter polizeilicher Aufsicht.

Finanziell ging es steil bergab: Vlasenkov hatte Schulden von umgerechnet rund 7.500 Euro angehäuft, wovon er etwa 3.500 Euro mithilfe des Passes seiner Großmutter aufgenommen hatte. Anfang 2022 reiste er nach Moskau, um Hilfe zu suchen. Dort riet ihm ausgerechnet General Alexander Matownikow – Putins ehemaliger Leibwächter –, sich freiwillig für den Kriegseinsatz zu melden.

Vom gefallenen Scharfschützen zum Propagandahelden

Vlasenkov diente als Aufklärungs-Scharfschütze und wurde am 2. September 2022 nahe dem Dorf Udy in der Region Charkiw getötet. Was danach folgte, war eine gezielte Inszenierung: General Matownikow begann unmittelbar nach dem Tod des Soldaten, eine patriotische Heldenerzählung um ihn aufzubauen. Nur wenige Wochen später wurde er geehrt. Die Propagandamaschinerie lief danach im Dienste eines sorgfältig konstruierten Heldennarrativs auf Hochtouren.

Wenn Putins Bürokratie Pädophile zu Helden macht

Wie konnte ein registrierter Sexualstraftäter die höchste Auszeichnung des Landes erhalten? Laut lokalen Medienberichten war die Präsidialverwaltung schlicht überfordert. Die schiere Menge an Einreichungen für militärische Ehrungen machte es demnach unmöglich, gründliche Hintergrundüberprüfungen bei allen Kandidaten durchzuführen.

Das Ergebnis: Personen mit krimineller Vergangenheit konnten durch das Raster fallen und nationale Auszeichnungen erhalten. Im Fall Vlasenkov bedeutete das, dass ein Mann, der unter polizeilicher Aufsicht stand und vor dem Gesetz in die Armee floh, posthum zum Vorbild einer ganzen Nation stilisiert wurde. Der Fall wirft ein schlechtes Licht auf die Zustände in Russlands Kriegsbürokratie.

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