Donald Trump: "Absolut widerlich!" US-Präsident gerät unter Beschuss

Seinen Öl-Deal mit Venezuela feiert Donald Trump als den größten der Weltgeschichte - doch selbst Trumps engste Verbündete wenden sich mit Grauen ab. Der Analyst Will Saletan nennt den Deal "absolut widerlich" und liefert die Belege dafür aus dem Mund der Befürworter selbst.

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Donald Trumps Öl-Deal mit Venezuela ist in einer vernichtenden Analyse zerrissen worden. (Foto) Suche
Donald Trumps Öl-Deal mit Venezuela ist in einer vernichtenden Analyse zerrissen worden. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin
  • Donald Trump feiert schmutzigen Öl-Deal mit Venezuela
  • Politik-Analyst zerpflückt Trumps Abkommen: "Absolut widerlich!"
  • Selbst Donald Trumps engste Vertraute wenden sich mit Grauen ab

Seit Tag 1 seiner zweiten Amtszeit als US-Präsident ist Donald Trump felsenfest davon überzeugt, mit jeder Entscheidung einen Volltreffer zu landen. Ende August 2026 stimmte der Republikaner erneut ein Loblied auf sich und seine Regierung an, als Trump verkündete, ein Abkommen mit Venezuela geschlossen zu haben, das den USA Zugriff auf riesige Ölvorkommen in dem südamerikanischen Land sichere. Der Haken an der Sache: Selbst Trumps engste Vertraute wenden sich mit Grauen ab.

"Absolut widerlich!" Donald Trump für Öl-Deal mit Venezuela in der Luft zerrissen

Auf den Punkt gebracht hat das der politische Analyst Will Saletan von "The Bulwark", der Anfang September in einer scharfen Analyse den Öl-Deal zwischen der Trump-Regierung und Venezuela genüsslich zerpflückte. Sein Urteil über Trumps Abkommen fällt dabei vernichtend aus: Der Öl-Deal sei "absolut widerlich" und entlarve, worum es bei der gesamten US-Operation gegen den venezolanischen Machthaber Nicolás Maduro tatsächlich gegangen sei.

Donald Trump feiert Öl-Abkommen mit Venezuela - Propaganda-Fassade bröckelt

Sogar konservative US-Medien würden inzwischen nicht mehr den Versuch unternehmen, die wahren Motive zu verschleiern, so Saletan. Niemand behaupte noch ernsthaft, das Ziel sei die Befreiung der venezolanischen Bevölkerung gewesen. Stattdessen brüste sich Trump damit, dass der Deal die amerikanischen Ölreserven mehr als verdoppleund das Abkommen das größte in der Weltgeschichte sei – und er damit unter anderem die strategischen Reserven wieder auffüllen wolle. Das Öl bezeichne der Präsident als "Geschenk Venezuelas an das amerikanische Volk".

Donald Trump schlägt wirtschaftlichen Profit aus militärischer Gewalt

Besonders entlarvend sei laut Saletan die Offenheit, mit der rechte Kommentatoren den Zusammenhang zwischen militärischem Druck und wirtschaftlichem Profit herstellen. Der konservative Kommentator Ben Ferguson etwa erklärte unverblümt: "Ich denke, dieser Vizepräsident und Präsident verstehen, dass dies ein Moment in Venezuela ist, in dem man viel Hebel haben könnte und etwas Gutes bekommen könnte, und offensichtlich sind sie bereit mitzuspielen." In seiner Analyse machte Saletan unmissverständlich klar, worin dieser "Hebel" konkret bestehe: Die USA hätten das Land angegriffen. Die Bereitschaft Venezuelas zum "Mitspielen" sei also keine freiwillige Kooperation, sondern das Ergebnis militärischer Druckausübung. Dass dies von Trumps Unterstützern nicht als Problem, sondern als geschicktes Verhandeln gefeiert werde, zeige die wahre Natur des gesamten Vorgehens.

Trumps Vertraute wenden sich ab: Selbst Donald Trumps innerer Kreis gibt gemischte Bilanz zu

Auch aus dem unmittelbaren Umfeld des Präsidenten kommen indes Eingeständnisse, die aufmerken lassen. Rachel Campos-Duffy, Ehefrau von Trumps Verkehrsminister, räumte ein: "Ich denke, in Venezuela sind die Bewertungen dazu sehr gemischt – überwiegend negativ." Der Grund für die Ablehnung sei allerdings nicht mangelnde Begeisterung für mögliche wirtschaftliche Vorteile, sondern tiefes Misstrauen gegenüber Delcy Rodríguez, die von den USA als Nachfolgerin Maduros eingesetzte amtierende Präsidentin. Saletan hob hervor, dass sie politisch praktisch identisch mit ihrem Vorgänger agiere – mit einem entscheidenden Unterschied: Sie zeige sich deutlich kooperativer, wenn es um Ölgeschäfte gehe. Für die venezolanische Bevölkerung habe sich damit im Grunde nichts verändert – außer dass die Rohstoffe des Landes nun leichter zugänglich seien.

Donald Trump beutet südamerikanische Ölvorkommen nach Militär-Coup aus

Doch selbst erklärte Verfechter lateinamerikanischer Freiheit in Trumps eigenen Reihen lassen die Maske fallen. Ein republikanischer Kongressabgeordneter aus Florida, der sich stets als Kämpfer für die Befreiung der Region inszeniert habe, formuliere es laut Saletan nun so: "Die Vereinigten Staaten haben ihnen geholfen, sich von Maduro zu befreien. Die Belohnung ist es also, den Ölkonzernen faire Vorteile zu gewähren" – einschließlich eines Zeitraums von "100 Jahren" zur Ausbeutung der Ölvorkommen. Für Saletan bestätigt das sein Kernargument: "So denken Trump und seine Verbündeten im Kongress – es geht immer, immer ums Geld."

Noch brisanter sei die Forderung von Victoria Coates, Trumps ehemaliger stellvertretender Nationaler Sicherheitsberaterin. Die Verträge müssten so gestaltet werden, dass selbst ein demokratischer Regierungswechsel die milliardenschweren Investitionen nicht gefährden könne. Saletan übersetzte dies unmissverständlich: Selbst wenn Venezuela irgendwann eine Demokratie werde, solle das Öl ungeachtet des Volkswillens weiterfließen.

Donald Trump der "totalen Perversion des Kapitalismus" bezichtigt

Saletan schloss seine Analyse mit einem Appell, der bewusst über politische Lager hinausreicht. Unabhängig davon, ob man an den Kapitalismus glaube oder nicht – dieses unter Zwang zustande gekommene Abkommen müsse jeden abstoßen. "Eines sollten wir alle anerkennen: Dieser korrupte, erpresserische Deal ist widerlich und rücksichtslos, und er ist falsch", so der Analyst. Sein abschließendes Verdikt fiel dabei besonders scharf aus: Das Abkommen stelle "eine totale Perversion des Kapitalismus kombiniert mit der schlimmsten Art von Sozialismus" dar. Damit trifft Saletan einen Nerv – denn wer staatliche Gewalt einsetzt, um Rohstoffverträge zu erzwingen, kann sich weder auf freie Märkte noch auf das Wohl der Bevölkerung berufen.

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