Letzte Umfrage vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: AfD klar vor CDU - Schulze beliebter als Siegmund

Das ZDF-Politbarometer vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeigt ein klares Bild: Die AfD ist weiterhin mit deutlichem Abstand vor der CDU, könnte jedoch wohl nicht alleine regieren. Zudem ist ihr Spitzenkandidat Ulrich Siegmund nur bei den eigenen Anhängern beliebt.

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CDU-Ministerpräsident Sven Schulze (l.) ist laut dem ZDF-Politbarometer deutlich beliebter als sein AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund (r.). (Foto) Suche
CDU-Ministerpräsident Sven Schulze (l.) ist laut dem ZDF-Politbarometer deutlich beliebter als sein AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund (r.). Bild: picture alliance/dpa/dpa pool | Hendrik Schmidt
  • ZDF-Politbarometer sieht AfD als klaren Sieger bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September
  • Laut Umfrage kann die "gesichert rechtsextreme" Partei jedoch nicht allein regieren
  • CDU-Ministerpräsident hat deutlich bessere Beliebtheitswerte als AfD-Kandidat Ulrich Siegmund

Die letzte Umfrage vor der Landtagswahl am 6. September deutet erneut auf einen möglichen Machtwechsel in Sachsen-Anhalt hin. Laut dem aktuellen ZDF-Politbarometer Extra erreicht die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund 41 Prozent – ein Punkt mehr als noch in der Vorwoche. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze verharrt bei 23 Prozent. Allein regieren könnte die AfD mit diesem Ergebnis nicht.

Letzte Umfrage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: AfD klar vor CDU

Dennoch hätte die vom Verfassungsschutz als "gesichert rechtsextrem" eingestufte Partei in Sachsen-Anhalt damit ihr Ergebnis von 2021 nahezu verdoppelt: Bei der letzten Landtagswahl kam sie auf 20,8 Prozent, während die CDU damals mit 37,1 Prozent noch klar die Nase vorn hatte.Die Kräfteverhältnisse haben sich also komplett umgekehrt.

Ministerpräsident Sven Schulze laut ZDF-Politbarometer deutlich beliebter als AfD-Kandidat Ulrich Siegmund

So deutlich die AfD bei den Parteiwerten dominiert, so klar verliert ihr Spitzenkandidat das persönliche Duell. Auf die Frage, wen sie lieber im Amt des Ministerpräsidenten sähen, nannten 48 Prozent der Befragten Amtsinhaber Schulze – nur 34 Prozent sprachen sich für Siegmund aus. Der AfD-Kandidat kann praktisch ausschließlich auf Rückhalt im eigenen Lager zählen. In den Anhängerschaften von CDU, Linken, SPD und Grünen genießt er so gut wie keinen Zuspruch.

Koalitionsbildung in Sachsen-Anhalt könnte schwierig werden

Weil die AfD einen Koalitionspartner bräuchte und keine andere Partei mit ihr zusammenarbeiten will, rücken die Fünf-Prozent-Kämpfe in den Mittelpunkt. FDP und BSW würden mit drei beziehungsweise vier Prozent am Einzug ins Parlament scheitern – die Grünen lägen mit sechs Prozent knapp darüber. Die aktuelle Dreierkoalition aus CDU, SPD und FDP hätte damit keine Zukunft. Die Linke kommt in der Umfrage auf 11,5 Prozent (-1,5), die SPD auf 8,5 Prozent (-0,5).

Rechnerisch möglich wäre ein Vierer-Bündnis aus CDU, Linken, SPD und Grünen. Politisch ist das allerdings brisant: Die CDU schließt eine Zusammenarbeit mit der Linken per Unvereinbarkeitsbeschluss aus. Je mehr Parteien den Sprung ins Landesparlament schaffen, desto schwieriger wird es für die AfD, eine absolute Mehrheit zu erreichen.

Viele Wähler sind noch unentschlossen

Ein gewichtiger Unsicherheitsfaktor bleibt: 26 Prozent der Befragten wissen laut dem ZDF-Politbarometer noch nicht sicher, ob und für wen sie am Sonntag ihre Stimme abgeben. Die Meinungsforscher weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Zahlen ein Stimmungsbild darstellen und keine Wahlprognose sind.

Gerade in ostdeutschen Bundesländern, wo die Bindung an einzelne Parteien traditionell schwächer ausgeprägt ist, können sich die Verhältnisse bis zum Wahltag noch spürbar verschieben. Unterschiedliche Mobilisierungserfolge der Parteien könnten am Sonntag für Überraschungen sorgen.

Wird die AfD die Landtagswahl am 6. September 2026 klar gewinnen?

Für das ZDF-Politbarometer befragte die Forschungsgruppe Wahlen vom 1. bis zum 3. September repräsentativ insgesamt 1.044 Wahlberechtigte. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent gut plus/minus drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent gut plus/minus zwei Prozentpunkte.

In einer weiteren Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag von "Nius" lag die AfD zuletzt bei 43 Prozent und die CDU bei 22 Prozent. Infratest dimap sah die AfD in einer Umfrage für die ARD Ende August bei 42 Prozent und die CDU bei 22 Prozent.

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