Donald Trump: US-Präsident brüskiert - Karten-App verweigert Umbenennung des Lake Ontario

Ein Kartendienst aus den Neunzigern, der eigentlich bereits ausgedient hatte, stürmt nach einer Trotz-Reaktion gegen Donald Trump an die Spitze der App-Charts. Weil MapQuest sich weigert, den Lake Ontario wie vom US-Präsidenten angeordnet umzubenennen, schießen die Downloadzahlen in die Höhe.

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MapQuest widersetzt sich Donald Trumps Anordnung und wird belohnt. (Foto) Suche
MapQuest widersetzt sich Donald Trumps Anordnung und wird belohnt. Bild: picture alliance:dpa:AP | Evan Vucci
  • Donald Trump brüskiert von MapQuest
  • Navigations-App verweigert Umbenennung des Lake Ontario in Lake America
  • Kartendienst feiert Comeback nach Weigerung und stürmt an die Spitze der App-Charts

Diese Geschichte ist wahrlich abenteuerlich. MapQuest, der Dinosaurier unter den Kartendiensten, erlebt gerade das wohl unwahrscheinlichste Comeback der Tech-Geschichte. Der Auslöser: eine schlichte Weigerung gegenüber US-Präsident Donald Trump.

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Donald Trump brüskiert von Kartendienst MapQuest

Am 27. August unterzeichnete Donald Trump einen Exekutiverlass zur Umbenennung des Lake Ontario in "Lake America". Noch am selben Tag veröffentlichte MapQuest auf X eine Karte mit dem ursprünglichen Namen des Sees – versehen mit den Worten: "Wir ändern es nicht." Was folgte, übertraf sämtliche Erwartungen. Innerhalb von weniger als einer Woche verzeichnete die Navigations-App laut Generalmanager Doug Berger mehr als 1,5 Millionen neue Downloads. Damit katapultierte sich der 1996 gegründete Dienst – einst Pionier der Online-Kartografie – an die Spitze der App-Charts in den USA und Kanada.

MapQuest knickt nicht vor Donald Trump ein

Die beiden Branchenriesen Google Maps und Apple Maps fügten sich der Anordnung des US-Präsidenten, der unlängst ebenfalls vorgeschlagen hat, die Straße von Hormus in "Trump-Straße" umzubenennen, und passten die Bezeichnung des Sees für amerikanische Nutzer entsprechend an. MapQuest schlug den entgegengesetzten Weg ein – und wurde dafür belohnt. Am Mittwoch (2. September) stand die App sowohl im US-amerikanischen als auch im kanadischen Apple App Store auf Platz eins der Gesamtcharts. Für einen Dienst, den viele längst für tot erklärt hatten, eine bemerkenswerte Wendung.

MapQuest-Generalmanager schockiert von Ansturm nach Trump-Weigerung

Generalmanager Doug Berger beschrieb den Ansturm im CNN-Interview mit Erin Burnett als "völlig schockierend". Den massiven Anstieg bei Downloads und Installationen habe das Unternehmen in dieser Dimension schlicht nicht kommen sehen. Doch handelt es sich bei den Millionen Downloads tatsächlich um echte Nutzer oder nur um eine digitale Protestwelle? "Die Nutzung geht durch die Decke", erklärte der Generalmanager im Interview. Die Nutzer würden sich aktiv einbringen, gewünschte Funktionen vorschlagen und das Entwicklerteam arbeite mit Hochdruck daran, diese umzusetzen, so Berger.

Trump-Anordnung stößt auf Widerstand - zwei Drittel der Amerikaner wollen keinen "Lake America"

Donald Trumps jüngster Umbenennungsvorstoß stößt in der US-Bevölkerung auf breite Ablehnung. Einer aktuellen Reuters/Ipsos-Umfrage zufolge missbilligen 63 Prozent der Amerikaner den neuen Namen für den Grenzgewässer zwischen den USA und Kanada. Lediglich 14 Prozent der Befragten sprachen sich für die Umbenennung aus.

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/news.de/stg

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