Donald Trump: "Trump-Code" geknackt - Experte hat den US-Präsidenten entschlüsselt

Ein Verhandlungsexperte ist überzeugt, Donald Trump entschlüsselt zu haben. Die Drohungen des US-Präsidenten hält Matthias Schranner für wirkungslos und verrät, wie Kanzler Friedrich Merz mit Trump umgehen sollte. Sein Tipp: Kontrollierte Eskalation statt diplomatischer Höflichkeit.

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Ein Verhandlungsexperte will wissen, wie man mit Trump umgehen muss. (Foto) Suche
Ein Verhandlungsexperte will wissen, wie man mit Trump umgehen muss. Bild: picture alliance:dpa:AP | Alex Brandon
  • Donald Trump entlarvt von Verhandlungsexperte
  • Matthias Schranner will US-Präsident entschlüsselt haben
  • Experte knackt Trump-Code - so muss Kanzler Merz mit dem Präsidenten umgehen

Donald Trumps altbekannte Einschüchterungstaktik hat nach Einschätzung eines renommierten Verhandlungsexperten ausgedient. Matthias Schranner, der selbst Verhandlungen mit der amerikanischen Regierung begleitet hat, sieht Europa in einer besseren Position als viele Beobachter glauben. Er verrät, wie man mit Donald Trump, der aktuell vor allem aufgrund der Nähe zu seiner Assistentin für Schlagzeilen sorgt, umgehen muss.

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Donald Trump entlarvt von Verhandlungsexperte

"Keiner glaubt mehr den Drohungen von Trump. Denn wer droht, muss auch umsetzen", so Schranner im Gespräch mit der"Bild". Der Experte ist überzeugt, den US-Präsidenten entschlüsselt zu haben. In seinem aktuellen Buch "Das Ende von Win-win" skizziert der 62-Jährige eine Gegenstrategie zu Trumps Drohgebärden, die darauf abzielt, den US-Präsidenten mit seinen eigenen Mitteln zu schlagen. Statt Beschwichtigung und Kompromissbereitschaft empfiehlt Schranner Bundeskanzler Friedrich Merz und Europa eine konfrontativere Gangart.

Experte empfiehlt im Umgang mit Trump kontrollierte Eskalation statt diplomatischer Höflichkeit

Schranners Diagnose des Trump'schen Verhandlungsstils fällt eindeutig aus: Der US-Präsident verfolge eine reine Durchsetzungsstrategie. Konkret bedeute das:

  • überzogene Forderungen aufstellen
  • medialen Druck erzeugen
  • das Ganze mit Drohgebärden untermauern

Wer darauf mit Entgegenkommen und raschen Zugeständnissen antworte, habe von vornherein keine Chance. Genau diesen Kardinalfehler hat Europa aber bisher um Umgang mit Donald Trump gemacht. "Die Europäer sind viel zu schnell eingeknickt und glauben weiterhin, über Werte mit Trump verhandeln zu können", sagte Schranner der "Bild". Diese Ära sei jedoch vorbei, denn dem US-Präsidenten gehe es ausschließlich um handfeste Interessen, nicht um gemeinsame Überzeugungen. Wer das nicht begreife, verhandle an der Realität vorbei.

Experte sieht Kanada als Musterbeispiel - so sollte Europa mit Trump umgehen

Als leuchtendes Beispiel für den richtigen Umgang mit Donald Trumps Zollpolitik führt Schranner Kanada an. Premierminister Mark Carney habe angekündigt, neue amerikanische Handelsabgaben ab dem 8. September mit exakt gleichwertigen Gegenmaßnahmen zu beantworten. "Die Europäer sollten sich ein Beispiel an Kanada nehmen. Kanada hält dagegen, die Europäer knicken ein", so der Verhandlungsexperte.

Experte knackt Trump-Code - so muss Kanzler Merz mit dem Präsidenten umgehen

Schranners Rezept gegen Donald Trumps Druckkulisse liest sich wie eine Anleitung zur kontrollierten Eskalation:

  • Standhaftigkeit bewahren
  • sich weder einschüchtern noch provozieren lassen
  • eigene Maximalforderungen formulieren
  • keinerlei Furcht vor einer Verschärfung der Lage zeigen

Entscheidend sei zudem, den Zeitdruck, unter dem Donald Trump selbst stehe, kompromisslos für die eigene Position zu nutzen. Kooperationsangebote sollten erst dann auf den Tisch kommen, wenn auch der US-Präsident auf eine Einigung angewiesen sei. Für den Bundeskanzler hat Schranner einen konkreten Dreistufenplan entwickelt.

  • Zunächst müsse Friedrich Merz die persönliche Verbindung zu Trump festigen, noch bevor inhaltliche Themen zur Sprache kämen. Das schaffe eine verbindlichere Gesprächsbasis.
  • Im zweiten Schritt rät der Experte dem Kanzler, nicht bloß als Vertreter Deutschlands aufzutreten, sondern als Stimme des gesamten europäischen Kontinents. Dieses Gewicht verschaffe ihm eine deutlich stärkere Verhandlungsposition.
  • Der dritte und entscheidende Punkt: Merz müsse selbst unmissverständliche Forderungen auf den Tisch legen und diese ohne Wanken durchhalten. Nur so gelange er mit Trump auf gleiche Augenhöhe.

Erst wenn Donald Trump selbst den Deal braucht, wird kooperiert

Schranners zentrale Erkenntnis lässt sich auf eine simple Formel bringen: Ein beiderseitig vorteilhaftes Ergebnis ist mit dem US-Präsidenten erst dann erreichbar, wenn dieser selbst unter Einigungsdruck gerät. Solange Donald Trump ausschließlich auf Dominanz setze, führe jedes vorzeitige Kooperationsangebot der Gegenseite unweigerlich in eine unterlegene Position.

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