Pete Hegseth: Militärexperte warnt vor schädlichem Verhalten - Trump-Minister am Pranger

Das US-Verteidigungsministerium steckt in einer Krise. Verteidigungsminister Pete Hegseth soll seinen Teil dazu beigetragen haben. Ein Militärexperte warnt nun vor Trumps Minister: "Es ist aktiver Schaden."

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Das US-Verteidigungsministerium steckt in einer tiefen Krise. (Foto) Suche
Das US-Verteidigungsministerium steckt in einer tiefen Krise. Bild: picture alliance/dpa/AP | Matias Delacroix
  • US-Verteidigungsministerium soll in einer Krise stecken
  • Angst vor Ausbeutung und Entlassungen – Pete Hegseth am Pranger
  • Ex-Staatssekretär der Air Force warnt - Verteidigungsminister richtet Schaden an

Das US-Verteidigungsministerium steckt in einer sich verschärfenden Krise. Gleich drei Entwicklungen erschüttern das Pentagon unter Verteidigungsminister Pete Hegseth. Donald Trumps Minister rückt nun in den Fokus des Chaos.

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Ex-Staatssekretär stellt sich gegen Pete Hegseth - Verteidigungsminister richtet Schaden an

Die erste Kritik richtet sich direkt an Hegseth. Der frühere Air-Force-Staatssekretär Frank Kendall fand am Mittwochabend (2. September) in einem Interview mit CNN-Moderatorin Kaitlan Collins drastische Worte. "Ich habe mit vielleicht einem Dutzend Verteidigungsministern zusammengearbeitet", sagte er. "Er fügt dem Verteidigungsministerium aktiven Schaden zu. Es ist nicht passiv. Es ist aktiver Schaden."

Angst vor Ausbeutung und Entlassungen - Verteidigungsministerium steckt in der Krise

Konkret verwies der ehemalige Staatssekretär auf die Entlassung Dutzender Generäle sowie die Streichung von Namen von Beförderungslisten. "Beides ist völlig beispiellos", betonte Kendall. Die Folgen seien gravierend: Ein spürbares Klima der Angst habe sich ausgebreitet, das sämtliche Abläufe im Ministerium beeinträchtige. Besonders alarmierend sei die sinkende Qualität militärischer Beratung. "Die Leute haben Angst, etwas zu sagen, das nicht gebilligt werden könnte", erklärte Kendall. Zuvor hatte er in einem Gastbeitrag für die "New York Times" argumentiert, dass das Militär den angerichteten Schaden nicht länger leugnen könne.

Flucht vor Hegseth? Soldaten denken über Kündigung nach

Kendalls beunruhigendste Schilderung betraf jedoch die Stimmung unter aktiven Militärangehörigen. Er stehe in engem Kontakt mit zahlreichen Dienenden und habe erst kürzlich mit jemandem gesprochen, der ernsthaft erwäge, das Militär zu verlassen. Der Grund: das feindliche Arbeitsklima unter Hegseth.

CNN-Moderatorin Collins reagierte sichtlich erschüttert. "Das ist bemerkenswert", rief sie und hakte nach, ob tatsächlich Militärangehörige wegen der aktuellen Zustände einen vollständigen Abschied vom Dienst in Betracht zögen. "Genau so ist es", bestätigte Kendall – woraufhin eine lange Stille im Studio folgte. Als Auslöser nannte der frühere Staatssekretär Hegseths "Hexenjagd auf Leute, die angeblich woke sind". Selbst wer während der ersten Trump-Amtszeit lediglich die damalige offizielle Diversitätspolitik umgesetzt und entsprechende Reden gehalten habe, werde nun dafür bestraft. Viele Militärangehörige seien dadurch zutiefst verunsichert.

Armeesekretär warnte Trump vor Hegseth

Inmitten dieses Chaos verließ Armeesekretär Dan Driscoll diese Woche seinen Posten. Er hatte sich wiederholt mit Hegseth überworfen und soll Präsident Donald Trump beim Abschied gewarnt haben, dass der Verteidigungsminister "generationellen Schaden" am Militär anrichte.

Pentagon unter Verdacht – geheime Dokumente gelöscht

Parallel zur Moralkrise griff das Pentagon zu einer drastischen Maßnahme: Dokumente aus dem sogenannten Secretary of Defense Orders Book (SDOB) wurden aus dem geheimen SIPRNet-Netzwerk entfernt. Auslöser war ein Bericht der "Washington Post", der offenlegte, dass mehrere hochrangige Kommandeure Hegseths Anordnung zur verlängerten Stationierung von Truppen im Nahen Osten formell widersprochen hatten.

Laut dem Bericht hatten der ranghöchste Admiral der Marine sowie die Befehlshaber des europäischen, pazifischen und südlichen Kommandos der USA ihre Ablehnung mit sogenannten "Non-Concurs" im SDOB dokumentiert – vor dem Hintergrund möglicher langwieriger Militäroperationen gegen den Iran. Ein ehemaliger Verteidigungsbeamter warnte gegenüber der "Washington Post", die Löschung werde den Zugang zu diesen Unterlagen "dramatisch einschränken" und könnte dringende Planungsprozesse behindern. Pentagon-Sprecher Sean Parnell dementierte die Entfernung der Dokumente nicht.

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