Donald Trump: US-Präsident lässt Mitarbeiter verzweifeln - jetzt geht die Angst um

Während die Republikaner um ihre hauchdünnen Mehrheiten im Kongress bangen, schlagen Donald Trumps Mitarbeiter Alarm. Ihr Chef interessiert sich aktuell offenbar nicht wirklich für die drängenden Konflikte. Dafür mehr für sich selbst.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Donald Trump lässt seine Mitarbeiter einem Bericht zufolge verzweifeln. (Foto) Suche
Donald Trump lässt seine Mitarbeiter einem Bericht zufolge verzweifeln. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Donald Trump alarmiert Mitarbeiter mit seinem Verhalten
  • US-Präsident hat Angst vor dem Vergessen
  • Donald Trump will vermeintliche Siege ins Scheinwerferlicht rücken
  • "The Don" könnte den Republikanern den Sieg kosten

Im Weißen Haus wächst offenbar die Frustration über US-Präsident Donald Trump. Für "The Don" ist es nicht der einzige Rückschlag in den vergangenen Tagen. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, beschäftigt sich Donald Trump derzeit angeblich weit mehr mit seinem Platz in den Geschichtsbüchern als mit den drängenden Problemen des Landes - sei es die wirtschaftliche Lage oder der Konflikt mit dem Iran.

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Donald Trump alarmiert Mitarbeiter mit seinem Verhalten

Statt sich vor den anstehenden Zwischenwahlen im Herbst den Themen zu widmen, die den Wählerinnen und Wählern tatsächlich unter den Nägeln brennen, steckt Donald Trump seine Energie in Prestigeprojekte, die vor allem einem dienen sollen: seinem eigenen Vermächtnis. Mitarbeiter im Weißen Haus zeigen sich zunehmend alarmiert über diese Prioritätensetzung, so der Bericht.

Donald Trump hat Angst vor dem Vergessen

Besonders bezeichnend für Trumps Fokusverschiebung ist seine Umbenennung des Lake Ontario in "Lake America" - ein Projekt, das die meisten Amerikaner schlicht nicht interessiert und seine ohnehin schwachen Zustimmungswerte weiter nach unten zu drücken droht. Hinter der Fixierung auf solche Prestigevorhaben steckt laut Insidern des "Wall Street Journal" auch eine tiefe Angst: Trump fürchtet demnach, als "schwacher" Präsident wahrgenommen zu werden - vergleichbar mit dem verstorbenen Jimmy Carter.

Sein langjähriger Vertrauter Newt Gingrich, der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses, ordnete die Denkweise des US-Präsidenten gegenüber dem "Wall Street Journal" so ein: Trump gehöre "zu der Handvoll Präsidenten, die in einem vollständig historischen Maßstab denken." Er wolle als bedeutsam gelten: "Er will, dass es einen Unterschied gemacht hat, dass er Präsident war."

Donald Trump will vermeintliche Siege ins Scheinwerferlicht rücken

Innerhalb der republikanischen Partei sorgt Donald Trumps Strategie für die Zwischenwahlen angeblich für erheblichen Unmut. Sein Super-PAC (Super Political Action Committee) - ein politisches Spendenkomitee in den USA, das unbegrenzt Geld von Einzelpersonen, Unternehmen oder Gewerkschaften sammeln und für Wahlwerbung ausgeben darf, solange es sich nicht direkt mit einem Kandidaten oder dessen Kampagne abstimmt - hat mittlerweile eine "Kriegskasse" von rund 400 Millionen Dollar angehäuft. Doch statt dieses Geld gezielt für den Machterhalt der Partei einzusetzen, plant der US-Präsident angeblich Werbekampagnen, die vor allem seine eigenen vermeintlichen Errungenschaften ins Scheinwerferlicht rücken sollen.

Dass dieser Ansatz bei einigen Kongressabgeordneten auf wenig Begeisterung stößt, überrascht kaum: Trumps Zustimmungswerte liegen in den meisten Umfragen mehr als zehn Punkte im negativen Bereich. Dennoch betrachtet sich "The Don" weiterhin als größten Trumpf der Republikaner. Parteikollegen im Kongress, die sich eine stärkere Konzentration auf die hauchdünnen Mehrheiten in beiden Kammern wünschen, sehen das dem Bericht zufolge deutlich anders.

Donald Trump könnte den Republikanern den Sieg kosten

Für die Republikaner steht im Herbst viel auf dem Spiel: Sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat sind die Mehrheiten hauchdünn. Dass der US-Präsident in dieser Situation lieber an seinem historischen Denkmal baut, als sich den konkreten Sorgen der Bevölkerung zuzuwenden, könnte sich als fataler Fehler erweisen. Die Frage, die sich Republikaner im Kongress zunehmend stellen: Wie lange können sie sich einen Präsidenten leisten, der vor allem an sich selbst denkt?

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