Friedrich Merz: Kinderärztin wirft ihm "menschenverachtende Gesetze" vor – Kanzler platzt der Kragen
Eine Kinderärztin wirft dem Bundeskanzler live im Fernsehen den Bruch seines Amtseides und menschenverachtende Politik vor. Und Friedrich Merz verliert vor laufenden Kameras die Fassung.
Von news.de Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Kinderärztin Bea Merscher konfrontiert Friedrich Merz bei RTL mit schweren Vorwürfen zur Gesundheitspolitik
- Der Bundeskanzler reagiert empört und spricht von einer "persönlichen Herabsetzung"
- Im Netz feiern zahlreiche Zuschauer die Medizinerin – während Merz für seine Reaktion Kritik einsteckt
Hitzige Debatte in der RTL-Sendung "Am Tisch mit Friedrich Merz": Kinderärztin Dr. Bea Merscher aus Niedersachsen ging den Bundeskanzler frontal an und stellte ihm per Videoeinspieler eine Frage, die es in sich hatte: Warum er seinen Amtseid breche und "menschenverachtende zerstörerische Gesetze" wie das GKV-Spargesetz erlasse. Merz reagierte empört und verlor schließlich völlig die Fassung.
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Die 39-jährige Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, alleinerziehende Mutter zweier Kinder und auf Instagram als scharfe Kritikerin der Regierungspolitik im Gesundheitsbereich bekannt, ließ dem Kanzler keinen Raum zum Ausweichen. Merz reagierte sichtbar aufgebracht. Der Vorwurf sei "ziemlich harter Tobak" und eine "persönliche Herabsetzung", konterte der 70-Jährige und wiederholte mehrfach: "Das geht zu weit."
"Sie unterstellen mir vorsätzliche Zerstörung!" Friedrich Merz verliert die Fassung nach Vorwurf einer Kinderärztin
Der Kanzler ließ keinen Zweifel daran, wie sehr ihn der Angriff traf. Man könne seine Politik durchaus kritisieren, stellte Merz klar. Doch was die Medizinerin ihm vorwerfe, gehe weit über legitime Kritik hinaus. "Sie unterstellen uns ja eine gezielte vorsätzliche Zerstörung unseres Gesundheitssystems", empörte sich der CDU-Chef. Wer so argumentiere, werde "für seine Argumente kaum noch Gehör finden". Besonders der Verweis auf Kinder brachte Merz in Rage. Die Ärztin habe ihm unterstellt, er zerstöre "vorsätzlich die Zukunft dieser Kinder". Das wies er "mit Entschiedenheit" zurück. Merscher konterte trocken: Auch das, was die Regierung im Gesundheitssystem anrichte, gehe zu weit. Politiker seien es gewohnt, "in Samthandschuhe gepackt zu werden". Sie selbst sehe jedoch täglich das Leid der Menschen und könne daher nicht schweigen.
30 Millionen Arztbesuche, die niemand braucht
Dann wurde Merscher konkret und nahm sich die geplante Wiedereinführung der Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag vor. Was die Regierung den Beschäftigten damit unterstelle, wollte sie wissen: "Dass sie blau machen, dass sie krank feiern, dass wir Simulanten sind?" Die Kassenärztliche Bundesvereinigung habe errechnet, dass die Regelung zu 30 Millionen zusätzlichen Arztbesuchen führen werde – in einem System, das ohnehin unter massiver Überlastung leide.
Aus ihrer ärztlichen Erfahrung könne sie sagen, dass sich Menschen "eher noch krank zur Arbeit schleppen, als dass sie blau machen". Einen Nachweis für systematischen Missbrauch gebe es schlicht nicht. Merscher verwies auf eine von ihr gestartete Petition gegen die Neuregelung, die bereits 330.000 Unterstützer gesammelt habe. Ihre Frage an den Kanzler: "Wieso misstrauen Sie dieser Bevölkerung und kürzen bei den Schwächsten?"
2,64 Milliarden Kürzungen gegen eine Milliarde für Schloss Bellevue
Doch die Kinderärztin hatte noch ein weiteres Ass im Ärmel. Sie konfrontierte Merz mit den konkreten Zahlen des GKV-Spargesetzes: 2,64 Milliarden Euro würden im ambulanten Bereich gestrichen – und damit genau dort, wo es ihre Patienten treffe. "Kinder, Familien, Menschen, die Orthesen brauchen, Menschen, die Rollstühle brauchen", zählte Merscher auf. Den Kontrast lieferte sie gleich mit: Während bei den Schwächsten der Rotstift angesetzt werde, fließe parallel eine Milliarde Euro in die Renovierung von Schloss Bellevue. "Wo sind Ihre Prioritäten, Herr Merz?", fragte sie den Kanzler. Und legte nach: Warum die Pharmaindustrie geschont werde und weshalb ausschließlich die 74 Millionen gesetzlich Versicherten die Last trügen, während Privatversicherte außen vor blieben.
"Sie machen sich das ein bisschen leicht!" Merz kontert und gibt keine Antwort
Merz ging in die Gegenoffensive und wies den Vorwurf der einseitigen Belastung zurück. Die Regierung habe sämtliche Akteure im Gesundheitswesen zu Einsparungen herangezogen – Kliniken, Ärzte, Krankenversicherungen und eben auch die Pharmaindustrie. Letztere habe man trotz einer schwierigen Abwägung nicht verschont, betonte der Kanzler. Allerdings seien die Gewinnspannen der Pharmakonzerne geringer als vielfach angenommen. Bei weiteren Kürzungen drohten Werksschließungen in Deutschland – mit der Folge noch gravierenderer Medikamentenengpässe in den Apotheken. "Sie wissen als Ärztin vermutlich besser als ich, dass wir mittlerweile erhebliche Versorgungsprobleme mit Medikamenten haben", wandte sich Merz an Merscher. Sein Fazit fiel wenig versöhnlich aus: "Ich finde, Sie machen sich das ein bisschen leicht." Die persönlichen Vorwürfe an die Bundesregierung zu knüpfen, sei zu simpel gedacht.
Zuschauer feiern Kinderärztin – Friedrich Merz kassiert Spott
In den sozialen Netzwerken schlug sich die überwältigende Mehrheit der Kommentatoren auf die Seite der Medizinerin. "Diese Kinderärztin hat mit allem recht, was sie sagt. Ich bewundere sie für ihre Klarheit und ihren Mut", schrieb ein Nutzer. Andere lobten ihren Mut, sich mit vollem Namen und Berufsbezeichnung öffentlich zu positionieren. Merz hingegen erntete reichlich Kritik. Zahlreiche Nutzer warfen ihm vor, sich lieber über die Wortwahl zu empören, statt inhaltlich auf die Vorwürfe einzugehen. "Er eiert rum und fühlt sich mal wieder beleidigt", hieß es in einem Kommentar. Ein Instagram-Nutzer fasste die Stimmung so zusammen: "Wenn man zu viel Wahrheiten ausspricht, geht das dem Bundeskanzler deutlich zu weit. Man darf höchstens ein bisschen drumherum reden."
Die komplette Sendung können Sie bei RTL+ als Video-on-Demand abrufen.
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