Donald Trump: Kolumnist rechnet mit seiner Politik ab - US-Präsident soll Wirtschaft absichtlich schädigen

Explodierende Ölpreise, sinkende Einzelhandelsumsätze sowie ein Zollstreit mit Kanada: Donald Trump sieht sich aktuell mit mehreren wirtschaftlichen Problemen konfrontiert - für die er laut einem politischen Kommentator selbst verantwortlich sei.

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Ein Kolumnist erhebt schwere Vorwürfe gegen Donald Trump. (Foto) Suche
Ein Kolumnist erhebt schwere Vorwürfe gegen Donald Trump. Bild: picture alliance/dpa/dpa-Pool | Michael Kappeler
  • "MS Now"-Kolumnist wirft Donald Trump vor, die amerikanische Wirtschaft absichtlich geschädigt zu haben
  • Steuersenkungen, Zollpolitik sowie die Konflikte mit dem Iran und Kanada belasten die USA
  • "Zentraler Teil" des politischen Images von Trump geht laut James Downie "nach hinten los"

Knapp zwei Monate vor den US-Zwischenwahlen sind die Umfragewerte für Donald Trump weiterhin im Keller. Selbst ein Wähler aus Iowa, der den Republikaner früher unterstützte, hat zuletzt lautstark Kritik am Präsidenten im amerikanischen Fernsehen geäußert. Besonders unzufrieden zeigte sich der Mann über die aktuelle wirtschaftliche Situation in den Vereinigten Staaten mit weiter steigenden Lebenshaltungskosten. Diese Schwierigkeiten gehen laut dem politischen Kommentator James Downie jedoch nicht auf äußere Einflüsse zurück, sondern seien auf bewusste Entscheidungen Trumps zurückzuführen.

Donald Trump hat wirtschaftliche Probleme in den USA absichtlich verschuldet laut Kolumnist James Downie

In einem am Mittwoch bei "MS NOW" veröffentlichten Beitrag schreibt der Kolumnist: "Im In- und Ausland haben die vergangenen Tage offengelegt, in welchem Ausmaß Präsident Trumps wirtschaftliche Probleme selbstverschuldet sind." Downie ging dabei auf Äußerungen von US-Finanzminister Scott Bessent ein, der am Montag bei der Ankündigung neuer Sanktionen gegen den Iran fragte: "Warum sollte ich das globale Finanzsystem in die Luft jagen wollen?", so der Minister. Downie meint dazu: "Bessent mag denken, dass das immer noch eine offensichtlich lächerliche Frage ist.George W. Bush wollte keine Finanzkrise, und Herbert Hoover strebte keine Weltwirtschaftskrise an. Sicherlich würde kein Weißes Haus die Weltwirtschaft absichtlich schädigen. Doch zum ersten Mal überhaupt ist das nicht der Fall."

Steuersenkungen und Zollpolitik führten zu negativer Entwicklung

Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen kletterte laut Downie vergangene Woche auf ein 19-Jahres-Hoch. Bessents Versuch, durch verstärkte Rückkäufe von Staatsanleihen gegenzusteuern, verpuffte rasch – die Renditen kehrten nach kurzem Rückgang auf ihr vorheriges Niveau zurück. Für Downie spiegelt sich darin die wachsende Nervosität der Investoren angesichts eines Schuldenbergs von 40 Billionen Dollar wider, der hauptsächlich auf die Steuersenkungen von Trump und dem ehemaligen republikanischen Präsidenten George W. Bush zurückzuführen sei.

Besonders entlarvend für Downie: Trumps Entscheidung, kurz vor den Zwischenwahlen 300.000 Tonnen zollreduziertes Rindfleisch importieren zu lassen. Sein erklärtes Ziel, die Hackfleischpreise zu senken, wertet Downie als stillschweigendes Eingeständnis, dass amerikanische Verbraucher – und nicht ausländische Exporteure – die Zollkosten tragen.

Schwierigkeiten für Donald Trump durch Blockade der Straße von Hormus und Streit mit Kanada

Die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus hält die Ölpreise auf hohem Niveau. Unternehmen reagieren bereits: Unter Berufung auf das "Wall Street Journal" schreibt Downie, dass sich Produkte von Bier über Pommes bis hin zu Farbe und Verpackungen verteuerten. Gleichzeitig eskalieren die Handelsspannungen mit Kanada – beide Seiten verhängten neue Zölle. Ökonom Paul Krugman warnt laut Downie, die US-Wirtschaft sei stärker auf kanadische Güter angewiesen, als vielen bewusst sei – etwa auf Öllieferungen in den oberen Mittleren Westen und Strom für rund zwei Millionen Haushalte in Maine.

Die Juli-Zahlen untermauern das düstere Bild: Erstmals seit neun Monaten gingen die Einzelhandelsumsätze zurück, parallel dazu verzeichnete die Gesamtwirtschaft Stellenabbau. Für Downie ist diese Entwicklung wenig überraschend.

"Präsidenten bekommen normalerweise viel zu viel Lob oder Tadel für den Zustand der Wirtschaft", räumt der Kommentator ein. "Aber in Trumps Fall ist der Kausalzusammenhang deutlich klarer. Und das bedeutet, dass ein zentraler Teil seines politischen Images nach hinten losgeht."

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