Friedrich Merz: "Man kann sich nur noch fremdschämen" - neues Merz-Video sorgt für Empörung

Friedrich Merz wollte zum ukrainischen Unabhängigkeitstag ein Zeichen der Solidarität setzen. Doch sein Gruß "Ruhm der Ukraine!" sorgt auf X für heftige Reaktionen. Kritiker gehen den Kanzler frontal an – und werfen ihm vor, sich um die falschen Themen zu kümmern.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Friedrich Merz feiert den ukrainischen Unabhängigkeitstag – und erntet heftige Kritik. (Foto) Suche
Friedrich Merz feiert den ukrainischen Unabhängigkeitstag – und erntet heftige Kritik. Bild: picture alliance/dpa | Christoph Reichwein
  • Friedrich Merz' Ukraine-Gruß löst heftigen Shitstorm auf X aus
  • Kritiker greifen den Kanzler mit scharfen Worten an
  • Ukraine-Kurs sorgt weiter für heftige Debatten

Friedrich Merz, der aktuell mit desaströsen Umfrageergebnissen zu kämpfen hat, wollte am ukrainischen Unabhängigkeitstag vor allem eines zeigen: Deutschland steht an der Seite der Ukraine. Doch kaum war seine Videobotschaft auf X veröffentlicht, schlug dem Bundeskanzler heftiger Gegenwind entgegen.

"Ruhm der Ukraine!" – Friedrich Merz löst nach Ukraine-Botschaft heftigen Shitstorm aus

Zum 35. Jahrestag der ukrainischen Unabhängigkeit würdigte der CDU-Politiker den Mut der Bevölkerung und den Kampf des Landes gegen den russischen Angriffskrieg. Am Ende seiner Botschaft sagte Merz: "Ruhm der Ukraine!"

Für einige Nutzer auf X war genau dieser Satz der Aufreger. Die Reaktionen fielen teilweise massiv aus. Dabei wird der ukrainische Gruß von Kritikern unter anderem als "faschistischer Gruß" bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich um einen ukrainischen patriotischen Slogan, der seit 2018 auch als offizieller militärischer Gruß der ukrainischen Streitkräfte gilt.

Merz lobt den Kampf der Ukraine für die Freiheit

In seiner Botschaft stellte der Kanzler den Durchhaltewillen der Ukrainerinnen und Ukrainer heraus. Sie hätten mit ihrem Kampf gezeigt, was es heiße, für Freiheit und einen gerechten Frieden einzustehen. Deutschland stehe an diesem besonderen Tag "fest an der Seite der Ukraine".

Der Zeitpunkt ist symbolträchtig: Am 24. August 1991 erklärte die Ukraine ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion. 35 Jahre später verteidigt das Land seine Souveränität weiterhin gegen Russland. Die Bundesregierung bekräftigt dabei regelmäßig ihre Unterstützung für die Ukraine. Merz hatte zuletzt erneut betont, dass Deutschland an der Seite Kiews stehe.

"Faschistischer Gruß" – X-Nutzer gehen auf Friedrich Merz los

Die Kommentarspalte unter dem Kanzler-Post liest sich wie ein Ventil für aufgestauten Frust. Ein Nutzer schrieb: "Ein Bundeskanzler, der einen 'faschistischen Gruß' in die Kamera spricht. Unfassbar, wie weit dieses Land in nicht mal 80 Jahren wieder gekommen ist." Andere nahmen Merz' Timing aufs Korn – offenbar war der Kanzler gerade erst aus dem Urlaub zurückgekehrt: "Echt? Das ist das erste, was Ihnen einfällt nach Ihren sogenannten 'Arbeitsurlaub'?"

Besonders häufig: die Forderung, Merz solle sich zunächst um die innenpolitischen Baustellen kümmern. "Kümmere dich erstmal um dein eigenes Land", hieß es etwa, verbunden mit dem Hinweis, er sei "der unbeliebteste Kanzler der Geschichte". Andere fassten ihre Reaktion knapper: "Man kann sich nur noch fremdschämen."

Ukraine-Unterstützung bleibt politischer Streitpunkt

Merz' Videobotschaft zum ukrainischen Unabhängigkeitstag zeigt exemplarisch, wie tief der Riss in der öffentlichen Debatte über den deutschen Ukraine-Kurs verläuft. Während der Kanzler demonstrativ Geschlossenheit mit Kiew signalisiert, schlägt ihm aus den Kommentarspalten blanke Ablehnung entgegen.

Kaum ein Nutzer unter dem Post auf X fand lobende Worte – stattdessen dominieren Frust über die innenpolitische Lage und Unverständnis darüber, dass Merz ausgerechnet nach seinem Urlaub mit einer Ukraine-Botschaft an die Öffentlichkeit tritt. Der Graben zwischen Regierungslinie und Stimmung im Netz könnte kaum tiefer sein.

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/bua/news.de/dpa

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