Ukraine-Krieg aktuell: Satellitenbilder offenbaren Schäden - Schiffe sind nicht mehr angriffsfähig
Russlands Schwarzmeerflotte hat auf einen Schlag die Fähigkeit verloren, 16 Kalibr-Marschflugkörper von See aus abzufeuern. Satellitenbilder enthüllen das Ausmaß der Zerstörung an den beiden wichtigsten verbliebenen Kriegsschiffen.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- Ukrainische Drohnen- und Raketenangriffe auf Putin-Schiffe in Noworossijsk
- Rückschlag für die Schwarzmeerflotte: Satellitenbilder offenbaren schwere Schäden
- Fregatte laut Berichten offenbar fast ein Jahr nicht einsatzfähig
Russlands Schwarzmeerflotte soll den nächsten Rückschlag erlitten haben. Bei einem nächtlichen Angriff auf den russischen Marinestützpunkt Noworossijsk am 12. August hat die Ukraine zwei Fregatten schwer getroffen. Satellitenaufnahmen und OSINT-Analysen zeigen vermutlich massive Zerstörungen an der Admiral Makarow und der Admiral Essen.Sowohl russische als auch ukrainische militärnahe Quellen berichteten ebenfalls über erhebliche Schäden an beiden Schiffen.
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Satellitenbilder offenbaren schwere Schäden - Putin-Schiffe fast ein Jahr nicht einsatzfähig
An den Schiffen zeigt sich etwas ganz Gravierendes: An beiden Fregatten wurden offenbar die Startanlagen für Kalibr-Marschflugkörper zerstört, berichtet "Kyiv Post". Damit verliert Russlands Schwarzmeerflotte auf einen Schlag die Fähigkeit, insgesamt 16 Marschflugkörper von See aus abzufeuern. Experten gehen davon aus, dass beide Schiffe mindestens zwölf Monate lang nicht einsatzbereit sein werden.
Rückschlag für die Schattenflotte – zerstörter Raketenwerfer auf der Admiral Makarow
Laut dem russischen Telegram-Kanal "Military Informant" ist auf Satellitenbildern ein deutliches Loch im Bugbereich des Oberdecks erkennbar – links neben den Kalibr-Startanlagen. Zudem seien die Satellitenkommunikationsstation Centaur-NM1 sowie das Erkennungsradar Positiw-M1.2 am Aufbau nahe dem Heck beschädigt worden. Der ukrainische Kanal "Krymsky Veter" berichtete, der Treffer habe das vertikale Startsystem des Schiffes getroffen und eine interne Detonation ausgelöst, die die UKSK-3S14-Startzellen zerstört habe.
Das ukrainische Portal "Militarniy" wertete unter Berufung auf OSINT ebenfalls Satellitenaufnahmen aus. Demnach wurde der Bug getroffen und das Deck verformt. Das achtzellige universelle Startmodul UKSK 3S14 für Kalibr-Marschflugkörper sei vollständig zerstört. Auch das Gefechtsführungssystem Trebowanije-M sei beschädigt worden.
Admiral Essen noch schwerer getroffen – Kampfsysteme komplett ausgefallen
Mindestens ebenso verheerend fällt die Schadensbilanz bei der Admiral Essen aus. Satellitenbilder zeigen laut den Analysten die schwersten Beschädigungen ebenfalls im Bugbereich des Schiffes. Das achtzellige UKSK-3S14-Startmodul für Kalibr-Raketen wurde demnach ebenso zerstört wie bei der Schwesterfregatte.
Darüber hinaus soll das Gefechtsführungssystem Trebowanije-M vollständig ausgefallen sein. Die Schäden an der Admiral Essen gehen jedoch noch weiter: Nach Einschätzung der Analysten wurden die Radarantennen des Überwachungssystems 3Ts-25E vernichtet. Gleiches gilt für das elektronische Kampfführungssystem TK-25 sowie die Satellitenkommunikationskuppel vom Typ Centaur.
Damit hat die Fregatte nicht nur mutmaßlich ihre Fähigkeit zum Abfeuern von Marschflugkörpern eingebüßt, sondern auch zentrale Systeme zur Aufklärung, Kommunikation und elektronischen Kriegführung verloren. "Krymsky Veter" zufolge haben beide Fregatten "ihr Angriffspotenzial und ihre Gefechtsführungsfähigkeit vollständig verloren".
Schwarzmeerflotte verliert zwei moderne Schiffe auf einen Schlag
"Military Informant" schätzt, dass beide Schiffe "langwierige Trockendockreparaturen" benötigen werden. Der russische Kanal warnte, der Angriff könnte die Schwarzmeerflotte um zwei moderne Fregatten bringen, die zusammen 16 Marschflugkörper hätten abfeuern können.
Die Admiral Makarow war nach der Versenkung des Raketenkreuzers Moskwa am 14. April 2022 zum Flaggschiff der Schwarzmeerflotte aufgestiegen. Beide beschädigten Fregatten gehören zur Projekt-11356R-Klasse (Burewjestnik), die auf den für die indische Marine gebauten Talwar-Fregatten basiert.
Hinweis: Die Schadenseinschätzung wurde von russischer Seite offiziell bislang nicht bestätigt, stützt sich jedoch auf ausgewertete Satellitenbilder mehrerer unabhängiger Analysten.
Nur noch ein Putin-Schiff funktionstüchtig
Von ursprünglich drei Schiffen dieser Klasse in der Schwarzmeerflotte – Admiral Grigorowitsch, Admiral Essen und Admiral Makarow – ist nun nur noch die Admiral Grigorowitsch einsatzfähig. Sollten sich die Schadensanalysen bestätigen, steht Russlands Schwarzmeerflotte vor einem ihrer schwersten Verluste seit Kriegsbeginn.
Ukraine-Krieg aktuell – Drohnen- und Raketenangriff auf vier Kriegsschiffe
Der Angriff auf Noworossijsk war eine gemeinsame Operation der ukrainischen Streitkräfte und des Sicherheitsdienstes SBU. Insgesamt wurden in der Nacht vier russische Kriegsschiffe getroffen – neben den beiden Fregatten auch das kleine Raketenschiff Bujan-M und das Patrouillenschiff Wassili Bykow.
Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, bei dem Schlag seien in der Ukraine hergestellte Paljanyzja-Drohnen und Neptun-Raketen zum Einsatz gekommen. Er bezeichnete die Operation als "einzigartig". Der Stützpunkt liegt am Schwarzen Meer, mehr als 300 Kilometer von der Frontlinie entfernt.
Nach dem großangelegten Angriff rief Noworossijsks Bürgermeister Andrei Krawtschenko den Ausnahmezustand aus. Zwei zentrale Wasserleitungen wurden beschädigt, die Wasserversorgung der Stadt musste unterbrochen werden. Zudem brachen mehrere Brände aus. Nähere Angaben zum Ausmaß der Schäden machte Krawtschenko nicht.
Die Ukraine setzt damit ihre gezielten Angriffe auf zentrale Ziele fort. Nicht nur die kritische Infrastruktur, wie Ölanlagen, ist immer wieder Attacken ausgesetzt.
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