Donald Trump: US-Präsident drängt auf Kim-Treffen - Ex-CIA-Analyst warnt vor gefährlichem Spiel

Wie verzweifelt ist Donald Trump? Um endlich einen außenpolitischen Erfolg vorweisen zu können, drängt der US-Präsident auf ein Treffen mit Nordkorea-Machthaber Kim Jong-un. Doch Sicherheitsexperten schlagen bereits Alarm und warnen vor einem gefährlichen Spiel.

Erstellt von - Uhr

Trump drängt auf ein Treffen mit Kim Jong-un. (Foto) Suche
Trump drängt auf ein Treffen mit Kim Jong-un. Bild: picture alliance/dpa/AP | Susan Walsh
  • Donald Trump drängt auf Treffen mit Kim Jong-un
  • Trump opfert gemeinsame Militärübungen mit Südkorea, um Kim Jong-un zu umgarnen
  • US-Präsident prahlt bei Truth Social mit angeblich großartiger Beziehung
  • Sicherheitsexperten schlagen Alarm und warnen vor gefährlichem Spiel

Donald Trump arbeitet laut aktueller Medienberichte mit Hochdruck daran, ein neues Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un auf die Beine zu stellen. Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf US-Regierungsvertreter berichtet, hat der US-Präsident seine Berater angewiesen, ein persönliches Gespräch mit dem nordkoreanischen Diktator zu organisieren – möglicherweise bereits im November am Rande des APEC-Gipfels im chinesischen Shenzhen.

Weitere aktuelle Meldungen zu Donald Trump und der US-Politik finden Sie am Ende dieses Artikels.

Donald Trump drängt auf Treffen mit Kim Jong-un - Sicherheitsexperten sind alarmiert

Damit bricht Donald Trump mit der Linie seiner Vorgänger, die ein Treffen mit dem Nordkorea-Machthaber stets an Vorbedingungen knüpften. Trumps mutmaßliches Ziel: den gescheiterten Versuch aus der ersten Amtszeit wiederbeleben, Kim Jong-un zum Verzicht auf sein Atomwaffenprogramm zu bewegen. Doch Sicherheitsexperten und ehemalige Geheimdienstmitarbeiter schlagen bereits Alarm. Sie befürchten, dass die diplomatische Offensive nach hinten losgehen könnte. Denn seit den letzten drei Gipfeltreffen zwischen dem US-Präsidenten und Kim Jong-un hat sich die Ausgangslage grundlegend verändert.

Nordkorea hat sein Atomwaffenarsenal nicht nur ausgebaut, sondern auch technologisch weiterentwickelt. Die Raketen des Landes sind inzwischen in der Lage, das US-Festland zu erreichen – eine Fähigkeit, die bei den früheren Verhandlungen noch nicht in diesem Ausmaß bestand.

Ex-CIA-Analyst schlägt Alarm und warnen vor gefährlichem Spiel

Bruce Klingner, ein ehemaliger hochrangiger CIA-Analysten für die koreanische Halbinsel, schlägt deshalb ebenfalls Alarm. Trumps Vorgehen sei nichts anderes als die "Beschwichtigung eines weiteren despotischen Diktators, die auf der Fehleinschätzung beruht, dass eine persönliche Beziehung tatsächlich außenpolitische Ziele der USA erreichen wird", sagte er dem "Wall Street Journal".

Trump opfert gemeinsame Militärübungen mit Südkorea, um Kim Jong-un zu umgarnen

Um Kim Jong-un zu zeigen, wie ernst es ihm mit einem Treffen und einer Annäherung zwischen den USA und Nordkorea ist, hat der US-Präsident bereits konkrete Schritte unternommen. Am Sonntag kündigte Trump an, die gemeinsamen Militärübungen mit Südkorea "erheblich zu reduzieren". Die Manöver sendeten ein "völlig unangemessenes und feindseliges Signal" an ein Land, das sich unter seiner Präsidentschaft "nicht bedrohlich und respektvoll" verhalten habe, so der Republikaner.

US-Präsident prahlt bei Truth Social mit angeblich großartiger Beziehung zu Kim Jong-un

Parallel setzte Donald Trump auch öffentlich auf eine Charmeoffensive. So teilte er am Samstag (15. August) auf Truth Social ein Foto von sich und Kim Jong-un aus seiner ersten Amtszeit und schrieb: "Kim Jong Un und ich verstehen uns GROSSARTIG!"

Trumps Drängen auf ein neues Treffen mit Kim Jong-un fügt sich in ein Muster ein: Der US-Präsident sucht offenbar händeringend nach einem außenpolitischen Prestigeerfolg. Sein versprochener Durchbruch in den Iran-Verhandlungen lässt weiter auf sich warten, was den Druck erhöht, anderswo Resultate vorweisen zu können.

Auch diese Meldungen zu Donald Trump und der US-Politik sind einen Blick wert:

/gom/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.