Wladimir Putin: Zweite Welle der Treibstoffkrise erschüttert Russland - Russen wüten gegen den Kreml

Eine zweite Welle der Treibstoffknappheit hat Russland erfasst und setzt Wladimir Putin massiv unter Druck. Benzin und Diesel sind Mangelware an russischen Tankstellen. In zahlreichen Videos im Netz machen die Russen ihrer Frustration Luft und wüten gegen den Kreml. Sie wollen endlich ihr normales Leben zurück.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Putin sieht sich mit einer zweiten Welle der Treibstoffknappheit konfrontiert. (Foto) Suche
Putin sieht sich mit einer zweiten Welle der Treibstoffknappheit konfrontiert. Bild: picture alliance:dpa:Pool AFP via AP | Alexander Nemenov

Wladimir Putin riskiert mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, der bald zu einem "totalen Krieg" eskalieren könnte, viel mehr als nur die Leben unzähliger Soldaten und Zivilisten. Auch die russische Wirtschaft ächzt unter der Last des Krieges und droht zusammenzubrechen. Aktuell wird Russland von einer zweiten Welle der Treibstoffknappheit erfasst. Benzin und Diesel sind Mangelware an russischen Tankstellen.

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Russland erfasst von zweiter Welle der Treibstoffknappheit

Russland hat zwar grundsätzlich genug Rohöl, um ausreichend Benzin und Diesel herzustellen, doch es fehlt dem Kreml an funktionierender Raffineriekapazität. Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten mehrere große Raffinerien angegriffen und beschädigt. Die Lage ist derzeit so verheerend, dass in mindestens zehn Regionen Russlands erneut Beschränkungen für den Verkauf von Kraftstoff eingeführt wurden. Teilweise gibt es Tankstellen, an denen Benzin überhaupt nicht erhältlich ist.

Wladimir Putin in der Bredouille durch massive Treibstoffkrise

Videos in den sozialen Netzwerken zeigen lange Warteschlangen an den Tankstellen. Außerdem gibt es inzwischen Verkaufsquoten und teilweise Vorrangregelungen für bestimmte Fahrzeuge beziehungsweise staatliche Dienste. Ein Umstand, der bei der russischen Bevölkerung für Frustration und Wut sorgt. Im Netz kursieren bereits unzählige Videoaufnahmen, in denen die Russen sich über die aktuelle Situation beschweren und scharf gegen den Kreml schießen.

Russen wüten im Netz gegen den Kreml und den Ukraine-Krieg

Anton Geraschenko, ehemaliger Berater des ukrainischen Innenministeriums, teilte einen Zusammenschnitt solcher Wut-Videos auf seinem X-Account. Dazu schrieb er: "Eine zweite Welle der Kraftstoffkrise hat Russland erfasst. Die Russen beklagen sich über kilometerlange Schlangen an den Tankstellen und sagen, diese Welle werde 'viel schwieriger und schlimmer' sein als die vorherige." In einer der Aufnahmen hört man, wie eine Russin sich fragt, was passieren muss, damit all dies endlich aufhört und jeder endlich zu seinem normalen Leben zurückkehren kann.

Russland importiert Benzin aus Indien, Belarus und Kasachstan

Bereits während der ersten Welle der Treibstoffkrise hatte Russland begonnen, Benzin zu importieren. Eine Strategie, die Wladimir Putin offenbar auch dieses Mal verfolgt. So berichtet Reuters aktuell von einer Lieferung von ungefähr 68.000 Tonnen, die über den Hafen Vitino im Norden Russlands angekommen ist und anschließend per Bahn weiterverteilt werden soll. Zudem bezieht Russland Treibstoff aus Belarus und Kasachstan.

Russlands Raffinerieproduktion auf 20-Jahres-Tief abgestürzt

Doch die Situation könnte sich für Wladimir Putin mit Blick auf den Winter noch weiter verschärfen, wenn die russischen Raffineriekapazitäten nicht schnell genug wiederhergestellt werden. Laut einer aktuellen Einschätzung der internationalen Energieagentur (IEA) ist Russlands Raffinerieproduktion durch die ukrainischen Angriffe auf ein 20-Jahres-Tief abgestürzt.

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