Landtagswahl: "Sagen, was ist" - "Spiegel" verteidigt Cover mit Siegmund
Der "Spiegel" erklärt den AfD-Politiker zum gefährlichsten Mann Deutschlands. Der Spitzenkandidat nimmt es als Werbung für sich. Nun reagiert das Nachrichtenmagazin.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" verteidigt das umstrittene Cover der aktuellen Ausgabe, das den AfD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, mit dem Untertitel "Der gefährlichste Mann Deutschlands" zeigt. "Siegmund gibt sich freundlich, wirkt gewinnend, auch auf Bürgerinnen und Bürger, die nicht rechtsextremer Gesinnung sind, sich aber große Veränderungen in der Politik wünschen", schreibt "Spiegel"-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit im "Morning Briefing" vom Sonntag. Siegmunds Pläne für Sachsen-Anhalt seien aber ein "Anschlag auf die liberale Demokratie. Minderheiten würden das zuerst spüren", schreibt Kurbjuweit.
"Das zusammen, das Umgängliche und das Extreme, machen Siegmund zu einem gefährlichen Mann, aktuell zum gefährlichsten Mann Deutschlands, aus Sicht liberaler Demokraten", verteidigt der Chefredakteur die Aufmachung des aktuellen Heftes. Siegmund sei im Moment "eine hochrelevante Figur, weil ein Ministerpräsident der AfD in Sachsen-Anhalt dieses Land verändern würde, nicht nur das Bundesland, auch die Bundesrepublik".
Legendärer Satz von Augstein
"Relevanz ist unser oberstes Kriterium, nicht die Frage, wem eine Titelgeschichte nützt oder schadet", betont Kurbjuweit. Er verweist auf den bekannten Satz "Sagen, was ist" des einstigen "Spiegel"-Herausgebers Rudolf Augstein. Das gelte auch für die Titelseite. Deshalb zeige man dort Siegmund mit der Zeile: "Der gefährlichste Mann Deutschlands."
Siegmund nimmt Cover als Wahlkampfhilfe
Das Cover hatte kontroverse Debatten besonders in den sozialen Medien ausgelöst. Der Linken-Bundestagsabgeordnete Dietmar Bartsch nannte das Cover unverantwortlich: "Letztlich ist das Wahlkampfhilfe für die AfD", sagte Bartsch dem Nachrichtensender Welt TV.
Siegmund selbst bezeichnete es am Freitag am Rande einer Wahlkampfveranstaltung im Gespräch mit einem "Welt"-Reporter als "sehr gute Werbung". Es zeige jemanden, der sein Land liebe und der für eine bessere Zukunft dieses Landes kämpfe. Siegmund teilte außerdem auf Instagram eine Videosequenz, in der er das "Spiegel"-Cover signiert.
Gut drei Wochen vor der Landtagswahl am 6. September liegt Siegmunds AfD in Umfragen mit 41 bis 43 Prozent und großem Abstand vorn. Mangels koalitionswilliger Partner hofft die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei, eine absolute Mehrheit der Sitze zu erringen und dann allein regieren zu können.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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