Wladimir Putin: Kremlchef schürt Kriegsangst – jetzt provoziert er Japan

Putin setzt ein neues Zeichen der Stärke: Mit einem provokanten Besuch auf den umstrittenen Kurilen und einer Schießübung auf einem Kriegsschiff verschärft der Kremlchef die Spannungen mit Japan – und warnt zugleich vor einer zunehmend gefährlichen Weltlage.

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Wladimir Putin während seines Besuchs auf den Kurilen-Inseln. (Foto) Suche
Wladimir Putin während seines Besuchs auf den Kurilen-Inseln. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Gavriil Grigorov
  • Putin besucht erstmals die umstrittenen Kurilen-Inseln
  • Japan reagiert mit scharfem Protest auf den Kremlchef
  • Auf einem Kriegsschiff warnt Putin vor einer zunehmend "konfliktanfällig" werdenden Region

Wladimir Putin sorgt erneut für Unruhe im Pazifik. Erstmals hat der russische Präsident am Donnerstag die umstrittenen Kurilen-Inseln besucht. Wie "ntv.de" berichtet,besichtigte Putin auf Iturup, der größten der von Japan beanspruchten Inseln, unter anderem eine Fischfabrik, ein Krankenhaus und eine Schule.

Wladimir Putin provoziert Japan mit Insel-Besuch

In Tokio löste der Besuch prompt Empörung aus. Japans Außenminister Toshimitsu Motegi legte einen "starken Protest" ein. Die Inseln seien "sowohl historisch als auch völkerrechtlich japanisches Hoheitsgebiet", stellte er klar.

Der Zeitpunkt ist brisant: Seit Russlands Angriff auf die Ukraine sind die Beziehungen zwischen Moskau und Tokio massiv abgekühlt. Japan schloss sich den westlichen Sanktionen an. Russland brach daraufhin 2022 die Verhandlungen über einen Friedensvertrag ab.

Kurilen-Streit schwelt seit Jahrzehnten

Der Konflikt um die rund 1200 Kilometer lange Inselkette reicht weit zurück. Russland und Japan erhoben bereits seit dem 17. Jahrhundert Ansprüche auf die Region. 1875 gingen die Kurilen vollständig an Japan.

Nach dem Zweiten Weltkrieg besetzte die Sowjetunion die Inseln. Rund 17.000 Japaner wurden vertrieben. Bis heute beansprucht Tokio die vier südlichsten Inseln – Moskau kontrolliert sie.

Putin warnt vor neuer Kriegsgefahr und attackiert die Nato

Besonders brisant wurde Putins Auftritt anschließend auf einem modernen Kriegsschiff. In Marineuniform beobachtete der Kremlchef eine Schießübung mit scharfer Munition und ließ sich über strategische Seeoperationen informieren.

Dann schürte Putin die Angst vor einer weiteren Eskalation. Die Region werde "leider zunehmend konfliktanfällig, da die Nato hier Fuß fassen will und neue militärische und politische Blöcke entstehen", erklärte er laut "Daily Star".

Damit verbindet Putin den Inselstreit mit einem größeren geopolitischen Konfliktbild. Strategisch sind die Kurilen für Moskau enorm wichtig: Sie bilden einen Zugang zum Ochotskischen Meer, in dem russische Atom-U-Boote stationiert sind.

Frieden mit Japan in weiter Ferne

Dabei gab es einst Hoffnung auf eine Lösung. 2018 brachte Putin einen Friedensvertrag mit Japan ins Gespräch. 2019 signalisierte Tokio sogar Bereitschaft, zunächst zwei der vier umstrittenen Inseln zu akzeptieren.

Doch Moskau erteilte einer Rückgabe eine klare Absage. Mit Russlands Angriff auf die Ukraine war der diplomatische Annäherungsversuch endgültig gescheitert. Heute stehen sich Russland und Japan wieder deutlich unversöhnlicher gegenüber.

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/news.de/stg

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