Wladimir Putin: Forschungsgelder massiv gekürzt - jetzt fordert der Kremlchef Innovationen
Während der Kreml in den vergangenen Jahren massiv in sein Militär investierte, gab es drastische Kürzungen bei der zivilen Forschung. Trotzdem verlangt Wladimir Putin nun von russischen Firmen, die Entwicklung fortschrittlicher Technologien zu beschleunigen.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Wladimir Putin fordert technische Innovationen von russischen Firmen
- Dabei hat der Kremlchef die Mittel für zivile Forschung in den vergangenen Jahren massiv zusammengekürzt
- Folgen der Sparmaßnahmen und des Ukraine-Kriegs sind in den Unternehmen bereits spürbar
Der Ukraine-Krieg ist für Wladimir Putin extrem kostspielig. Während der Kremlchef trotz immer größer werdender Kritik an seiner Person die Aufrüstung in Russland weiter vorantreibt, fehlt das Geld an anderer Stelle. Dennoch forderte der Präsident nun Unternehmen im eigenen Land dazu auf, die Entwicklung von Zukunftstechnologien massiv zu beschleunigen.
Wladimir Putin fordert schnelle Entwicklung von Innovationen bei russischen Unternehmen
"Ohne Übertreibung hängt in der modernen Welt buchstäblich alles von der Geschwindigkeit ab, mit der Innovationen geschaffen und natürlich eingeführt werden", erklärte Putin laut "Focus Online" bei einer Sitzung des Rates für Wissenschaft und Bildung im sibirischen Nowosibirsk.Unternehmen müssten als Abnehmer bahnbrechender Forschung fungieren und sich zur Entwicklung wettbewerbsfähiger Produkte verpflichten.
Kreml gibt weniger Geld für zivile Forschung aus
Allerdings hat Moskau selbst die Mittel für zivile Wissenschaft seit 2013 um rund 25 Prozent gekürzt, wie "Focus Online" weiter schreibt. Laut dem Institut für statistische Studien und Wissensökonomie der Higher School of Economics flossen 2025 gerade einmal 2,5 Prozent des Staatshaushalts in die zivile Forschung – Militär- und Sicherheitsapparate erhielten das 22-Fache. Die Finanzierung des Ukraine-Kriegs hat die Prioritäten im Kreml offenkundig verschoben.
Russland wird immer abhängiger von ausländischen Technologien
Die Sparmaßnahmen treffen die russische Forschungslandschaft 2026 mit voller Wucht: Acht zentrale Wissenschaftsprojekte mussten Kürzungen von rund 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr hinnehmen. Ein Weltraumprogramm erhält in diesem Jahr überhaupt keine staatlichen Zuwendungen mehr. Die Folgen der Kürzungen zeigen sich bereits: Russland meldet weniger Patente als noch vor Beginn des Krieges an und ist während des Ukraine-Kriegs immer abhängiger von ausländischen Technologien geworden.
Personalverlust durch Ukraine-Krieg belastet russische Firmen
Selbst wenn Russlands Unternehmen den politischen Willen aufbrächten, schwinden die Voraussetzungen für schnelle Innovationen laut "Focus online". Massenhafte Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte sowie Einberufungen zum Militärdienst haben die Personaldecke ausgedünnt. Hinzu kommen wachsende Finanzierungsprobleme: Die staatliche Sberbank warnte erst vor wenigen Wochen ausdrücklich vor steigenden Kreditausfällen bei Firmenkunden.
Verliert Putin den Anschluss an den Westen und China?
Der britische Thinktank Chatham House sieht dem "Focus"-Bericht zufolge Russland in der Gefahr, bei Schlüsseltechnologien sowohl gegenüber dem Westen als auch gegenüber China ins Hintertreffen zu geraten. Die Produktqualität werde langfristig leiden – für die Kriegsführung reiche es noch, für technologische Wettbewerbsfähigkeit werde es jedoch zunehmend weniger.
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