Ukraine-Krieg aktuell: Verstörende Videos aufgetaucht – Putins Soldaten von eigenen Kommandeuren gefoltert?

Erneut gibt es schwere Folter-Vorwürfe gegen die russische Armee. Im Netz veröffentlichte Videoaufnahmen sollen zeigen, wie Kommandeure ihre eigenen Soldaten misshandeln. Berichten zufolge werden verwundete Männer auch in selbstmörderische Angriffe geschickt.

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Gegen Wladimir Putins Armee werden erneut schwere Vorwürfe laut. (Foto) Suche
Gegen Wladimir Putins Armee werden erneut schwere Vorwürfe laut. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Gavriil Grigorov

Warnhinweis: Die folgenden Schilderungen können für sensible Personen verstörend sein.

  • Verstörende Videoaufnahmen sollen Foltermethoden innerhalb der russischen Armee zeigen
  • Ein Kommandeur soll seinem eigenen Soldaten sogar einen Finger abgeschnitten haben
  • Verwundete und verstümmelte Soldaten werden angeblich ohne Munition in den Kampf geschickt oder von eigenen Kameraden umgebracht

Bereits seit vielen Monaten kursieren Gerüchte, dass es im Ukraine-Krieg zu Folter und Misshandlungen innerhalb der russischen Armee kommt. Nun werden weitere schwere Vorwürfe gegen Wladimir Putins Truppen laut.

Schwere Folter-Vorwürfe gegen die russische Armee: Verstörende Videoaufnahmen veröffentlicht

Über verstörende Videoaufnahmen, die im Netz kursieren, berichtet aktuell die "Daily Mail". Darauf aufmerksam gemacht hatte der ukrainische Militärjournalist Jurij Butusow. In den Clips sind unter anderem Soldaten zu sehen, die offenbar mit Klebeband an Bäume gefesselt wurden. Ein weiterer Kämpfer wird gezwungen, eine Grube auszuheben, die tiefer ist als er selbst. In einer besonders grausamen Sequenz soll ein Kommandeur einem zitternden Soldaten mit einer Zange einen Finger abgetrennt haben – anschließend wirft er ihm das Körperteil zu, uriniert in einen Becher und fordert den Gepeinigten dazu auf, daraus zu trinken.Schläge, Elektroschocks und Prügel durch Kameraden gehören laut den Berichten zum Alltag in bestimmten Einheiten. 

Bringen sich russische Soldaten im Ukraine-Krieg gegenseitig um?

Die schwersten Anschuldigungen richten sich laut "Daily Mail" gegen die 36. separate motorisierte Schützenbrigade, die zur russischen Truppengruppierung Wostok in der Ukraine gehört. Soldaten der Einheit berichteten zudem von inoffiziellen Strafbataillonen, in denen bereits geringfügige Vergehen mit brutaler Gewalt geahndet werden. Ihr Kommandeur soll Oberst Kurabek Karajew (36) sein. Ausgerechnet dieser Kommandeur wurde vor neun Monaten von Verteidigungsminister Andrei Beloussow mit dem Titel "Held Russlands" ausgezeichnet. Seine eigenen Untergebenen warfen Karajew vor, er zwinge Soldaten dazu, verwundete russische Kameraden zu töten und jene zu erschießen, die sich weigerten, an Angriffen teilzunehmen – sofern sie sich nicht freikaufen konnten. 

Russische Kommandeure sollen verstümmelte Soldaten ohne Munition in den Kampf geschickt haben

Verwundete und verstümmelte Soldaten wurden dem Bericht zufolge ohne Munition in den Kampf geschickt. Versuche von Soldaten oder deren Angehörigen, die russischen Behörden über die Zustände zu informieren, seien innerhalb der Befehlskette der Brigade systematisch unterdrückt worden. Gefolterte Soldaten, die anschließend verschwanden, wurden demnach entweder als vermisst oder als "Cargo 200" – der russische Militärcode für Gefallene – geführt. Auch die 85. motorisierte Schützenbrigade steht im Verdacht: Ein weiteres Video soll zeigen, wie ein Soldat am Grund einer tiefen Grube von einem unsichtbaren Vorgesetzten angeschrien und zum Weitergraben gezwungen wird.

Was weiß Wladimir Putin über die mutmaßlichen Misshandlungen?

Die Echtheit der Aufnahmen konnte bislang nicht unabhängig überprüft werden. Der Kreml hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Zu beachten ist, dass beide Kriegsparteien auch mit Propagandamitteln arbeiten, um die gegnerische Seite in ein schlechtes Licht zu rücken. Inwiefern Folter innerhalb der russischen Armee wirklich an der Tagesordnung ist, bleibt unklar.

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