Wladimir Putin: Ukraine setzt Putins Schwarzmeer-Hafen unter Feuer
Putins Probleme am Schwarzen Meer wachsen: Die Ukraine hat Russlands strategisch wichtigen Hafen Noworossijsk erneut massiv mit Drohnen attackiert. Öl- und Getreideinfrastruktur gerieten ins Visier – und Moskaus Schwarzmeerflotte steht weiter unter Druck.
Erstellt von Sarah Baumann-Rüster - Uhr
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- Putins Schwarzmeer-Strategie gerät ins Wanken
- Russland meldet einen massiven ukrainischen Angriff auf Krasnodar und die besetzte Krim
- In Noworossijsk wurden unter anderem Hafen- und Getreideinfrastruktur beschädigt
- Putin gerät nach Ukraine-Angriffen zunehmend unter Druck
Für Wladimir Putin, der wegen anhaltender Ukraine-Angriffe um seinen Palast bangen muss, wird die Lage am Schwarzen Meer zunehmend unangenehm. In der Nacht zum Mittwoch hat die Ukraine die südrussische Region Krasnodar und die besetzte Krim mit einem massiven Drohnenangriff überzogen. Besonders im Fokus stand erneut Noworossijsk – genau jener Hafen, in den Russland Teile seiner Schwarzmeerflotte verlagert hat.
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Putins Rückschläge am Schwarzen Meer nehmen zu
Krasnodars Gouverneur Weniamin Kondratjew sprach von "mehreren hundert Drohnen", die über der Region abgewehrt werden mussten. Betroffen waren neben Noworossijsk auch Anapa, Gelendschik und der Bezirk Temrjuk.
Der Angriff hatte laut "The Kyiv Independent"auch tragische Folgen für die Zivilbevölkerung: Ein acht Jahre alter Junge kam in Noworossijsk ums Leben. Mehrere weitere Menschen wurden verletzt. Herabstürzende Drohnentrümmer beschädigten zudem Wohnhäuser und Geschäftsgebäude.
Die russischen Angaben zur Zahl der abgefangenen Drohnen sind allerdings nicht unabhängig überprüfbar. Das Verteidigungsministerium in Moskau meldete insgesamt 502 abgefangene ukrainische Drohnen über mehreren russischen Regionen sowie der Krim und dem Schwarzen Meer.Ukrainian forces are reportedly attacking the port of Novorossiysk right now. Russian air defense is active. pic.twitter.com/FaOlxprety
— WarTranslated (@wartranslated) August 11, 2026
Ukraine trifft Russlands wichtige Hafen-Infrastruktur
Besonders brisant ist der Angriff wegen der strategischen Bedeutung Noworossijsks. Der Hafen ist nicht nur ein wichtiger Umschlagplatz für Energie und Getreide, sondern dient Russland auch als bedeutender Stützpunkt für seine Schwarzmeerflotte.
Genau diese Infrastruktur steht seit Wochen immer wieder unter Druck. Bereits im Juli musste das große Ölterminal "Scheskharis" in Noworossijsk nach einer Serie ukrainischer Drohnenangriffe den Betrieb zeitweise einstellen. Der Ausfall betraf einen wichtigen Teil der russischen Ölexporte über das Schwarze Meer.
Nun geriet erneut Infrastruktur im Hafen unter Beschuss. Nach Angaben eines Branchenvertreters stellte ein Getreideterminal in Noworossijsk nach dem nächtlichen Drohnenangriff seinen Betrieb ein. Der Betreiber bestätigte Schäden, während das genaue Ausmaß zunächst geprüft wurde.
Für Moskau ist das ein weiterer Rückschlag: Die Ukraine demonstriert damit, dass sie nicht nur militärische Ziele, sondern auch zentrale russische Logistik- und Exportstrukturen weit hinter der Front erreichen kann.
Putins Krim unter Dauerbeschuss
Auch die besetzte Halbinsel Krim blieb in dieser Nacht nicht verschont. In der Nähe des Wärmekraftwerks Balaklawa vor den Toren Sewastopols registrierten Anwohner mehrere heftige Detonationen, wie der Beobachtungskanal Crimean Wind unter Berufung auf Einwohner meldete.
Im nahegelegenen Bachtschyssaraj beschrieb ein Bewohner die Lage drastisch: "Seit Mitternacht gab es mehrere Explosionen, Maschinengewehrfeuer und Drohnen über uns." Weiter östlich soll zudem ein großangelegter Drohnenangriff in der Nähe der Krimbrücke stattgefunden haben, die die Halbinsel mit der Region Krasnodar verbindet.
Darüber hinaus soll im Norden der Krim eine Militäreinheit nach dem Angriff in Brand geraten sein. Weder die ukrainischen Behörden noch unabhängige Stellen haben die Berichte bislang bestätigt.
Russlands Schwarzmeerflotte verliert ihren sicheren Rückzugsort
Die wiederholten Angriffe haben eine symbolisch und militärisch wichtige Folge: Noworossijsk ist längst nicht mehr der sichere Rückzugsort, den Moskau nach den ukrainischen Schlägen gegen die Schwarzmeerflotte auf der Krim benötigt.
Russland hatte Kriegsschiffe und Teile der Marine-Infrastruktur weiter nach Osten verlegt, nachdem ukrainische Angriffe die russische Präsenz auf der Krim erheblich unter Druck gesetzt hatten.
Doch nun erreicht der ukrainische Drohnenkrieg auch diesen Ausweichhafen. Bereits im Juli berichtete die "Financial Times", dass ukrainische Angriffe auf russische Schiffe im Schwarzen und Asowschen Meer eine außergewöhnlich hohe Intensität erreicht hätten. Für Moskau entsteht damit ein gefährliches Muster: Je weiter Russland seine wertvollen Schiffe und seine Infrastruktur von der Front entfernt, desto weiter reicht inzwischen auch die ukrainische Drohnenoffensive.
Washington wollte Tanker-Angriffe stoppen – doch die Angriffe gehen weiter
Der Angriff auf Noworossijsk fällt zudem in einen heiklen politischen Kontext. Wie die "Financial Times" berichtete, hat die Ukraine auf Bitten der USA ihre Attacken auf Öltanker im Hafen von Noworossijsk eingestellt. US-Vizepräsident JD Vance habe die Regierung in Kiew Ende Juli entsprechend aufgefordert.
Hintergrund: Die ukrainischen Angriffe hatten Tankschiffe ins Visier genommen, die über ein Terminal des Caspian Pipeline Consortiums kasachisches Rohöl verladen. Washington befürchtete demnach eine weitere Destabilisierung der Ölmärkte und Schäden für amerikanische Unternehmen.
Dass Kiew nun zwar offenbar keine Tanker mehr beschießt, dafür aber das Ölterminal "Scheskharis" selbst unter Feuer nimmt, dürfte in Washington kaum für Entspannung sorgen.
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