Friedrich Merz: Scharfe Kritik aus den eigenen Reihen - CDU-Abgeordneter rechnet mit dem Kanzler ab

Im ARD-Polittalk "Maischberger" hat ein CDU-Bundestagsabgeordneter deutliche Kritik an Kanzler Friedrich Merz geübt. Tilman Kuban zeigte Verständnis für die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Regierung und sprach Fehler beim Kabinettsumbau an.

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Bundeskanzler Friedrich Merz (r.) wurde bei "Maischberger" von seinem Parteikollegen Tilman Kuban (l.) kritisiert. (Foto) Suche
Bundeskanzler Friedrich Merz (r.) wurde bei "Maischberger" von seinem Parteikollegen Tilman Kuban (l.) kritisiert. Bild: picture alliance/dpa | Bernd Thissen
  • CDU-Bundestagsabgeordneter kritisiert Friedrich Merz bei "Maischberger"
  • Tilman Kuban zeigt Verständnis für Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem Bundeskanzler
  • Parteikollege wirft Merz Fehler bei Kabinettsumbau vor
  • Koalition droht nächster Zoff wegen geplanter Rentenreform

Der Druck auf Bundeskanzler Friedrich Merz wächst. Im aktuellen Insa-Politikerranking landete der CDU-Politiker erneut abgeschlagen auf dem letzten Platz. Nun wird auch die Kritik aus den eigenen Reihen immer lauter. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Tilman Kuban (39) hat am Dienstagabend bei "Maischberger" überraschend deutliche Worte für seinen eigenen Kanzler gefunden.

Friedrich Merz in der Kritik bei "Maischberger"

Moderatorin Sandra Maischberger konfrontierte den früheren Chef der Jungen Union mit seinen eigenen Worten aus dem Jahr 2021. Damals hatte Kuban prophezeit, ein Kanzler Merz werde die politischen Ränder schrumpfen lassen. "Nach einem Jahr Friedrich Merz muss ich sagen, dass das nicht eingetreten ist bisher, dass die Ränder kleiner geworden sind", lautete nun seine ernüchternde Bilanz. Er habe deshalb "volles Verständnis" dafür, wenn viele Bürger mit der Regierung unzufrieden seien, so Kuban in der ersten Sendung des ARD-Polittalks nach der Sommerpause. "Die CDU in weiten Teilen ist es auch nicht. Da gibt es nichts zu beschönigen." Zwar habe sich Merz international durchaus Ansehen erarbeitet, räumte Kuban ein, aber hierzulande sei dies noch nicht "gut genug rübergekommen". Laut dem CDU-Abgeordneten sei das "auch ein Teil der Wahrheit".

"Schlecht gemacht": CDU-Politiker Tilman Kuban findet deutliche Worte für den Kanzler

Maischberger sprach Kuban auch auf das Chaos bei der Kabinettsumbildung im Sommer an. Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) trat von sich aus zurück, nachdem Merz ihn aus dem Amt drängen wollte. Der Minister sprach von einem "unwürdigen Zustand". Ob das Führung sei, wollte die Moderatorin wissen. Kubans Antwort fiel unmissverständlich aus: "Nein, das war wirklich schlecht gemacht." Schnieder habe innerhalb der Fraktion breite Unterstützung genossen und unbequeme Fragen gestellt – etwa zur zweckfremden Verwendung von Mitteln aus dem Sondervermögen. Das Durcheinander bei der Nachfolgersuche bewertete Kuban als "mehr als unglücklich".

Ist Friedrich Merz in den eigenen Reihen angezählt?

Ob der Kanzler bei den eigenen Leuten angezählt sei, beantwortete Kuban ausweichend. Merz habe in der Fraktion Fehler eingestanden. "Ich glaube ihm das, dass er diese Fehler einsieht", sagte er. Die Bürger würden sich zudem weniger für Personalentscheidungen als für Themen wie Rente, Pflege und Wirtschaft interessieren. Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) widersprach Kuban: "Die Leute interessieren sich nicht nur für die Inhalte. Sie interessieren sich auch für die Personen, weil sie das Gefühl haben, im Moment - und da müssen wir wegbekommen -, dass einige von uns überfordert sind mit dem Job und zum Zweiten nicht glaubwürdig."

Streit um Rentenreform wird zu weiterer Belastungsprobe für die Regierung

Die nächste Belastungsprobe für Merz wartet bereits. Beim geplanten Rentenpaket – insbesondere bei der Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren – formiert sich massiver Widerstand aus den Reihen des Koalitionspartners. Lauterbach kündigte bei "Maischberger" an, im Bundestag dagegen zu kämpfen, selbst wenn die Koalition Schaden nehme: "Wenn ich das ungerecht finde, dann lasse ich mich nicht erpressen, indem ich sage: Dann scheitert die Regierung."

Kuban warnte seinen Kontrahenten eindringlich davor, das ausgehandelte Gesamtpaket auseinanderzunehmen. "Sie öffnen damit die Büchse der Pandora", entgegnete er Lauterbach. Er warnte vor einer Zerfledderung des Paktes, am Ende bleibe dann keine große Reform übrig. Kuban nannte das aktuelle Vorhaben einen "großen Wurf". Sein Appell: "Machen Sie das nicht kaputt, Herr Lauterbach."

Die komplette Folge "Maischberger" vom 11. August 2026 ist in der ARD-Mediathek abrufbar.

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