Donald Trump: US-Präsident kann Absturz nicht stoppen - Trump erfindet "echte Umfragewerte"

Während verschiedene Erhebungen seine Zustimmung bei rund 30 Prozent sehen, beruft sich Donald Trump auf mysteriöse "echte Umfragewerte" von über 60 Prozent - doch selbst seine treuesten MAGA-Anhänger beginnen, ihm den Rücken zu kehren.

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Donald Trumps Umfragewerte erholen sich nicht. (Foto) Suche
Donald Trumps Umfragewerte erholen sich nicht. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Donald Trump kann den Absturz nicht verhindern
  • Donald Trumps bizarre Flucht in erfundene Zahlen
  • Nixon war Trump nicht skrupellos genug
  • US-Demokraten wittern ihre Chance

Donald Trumps Beliebtheitswerte befinden sich im freien Fall - und der Iran-Konflikt ist der Haupttreiber. Nach den massiven Bombardements im Juli und einer Waffenruhe, die bestenfalls als fragil bezeichnet werden kann, sackte der US-Präsident auf einen neuen Tiefstand ab. Laut dem Durchschnitt aller relevanten Erhebungen bei "RealClearPolitics" stehen gerade einmal 38,9 Prozent der Amerikaner hinter seiner Amtsführung. Satte 58,5 Prozent lehnen sie ab.

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Donald Trump kann den Absturz nicht verhindern

Das Muster dahinter ist dabei so simpel wie brutal: Mit jeder militärischen Eskalation rutschen Trumps Werte weiter in den Keller. Besonders die knapp zweiwöchige Luftoffensive hat tiefe Spuren hinterlassen. Schon im ersten Kriegsmonat zeigte sich dieser Zusammenhang deutlich - und die jüngste Offensive hat den Abwärtstrend noch einmal drastisch beschleunigt, wie die "Bild" berichtet.

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache:

  • Lediglich 33 Prozent der US-Wähler stehen noch hinter dem militärischen Vorgehen gegen den Iran. Die Regierung hat es von Anfang an versäumt, überzeugende Gründe für den Waffengang zu liefern - und wirkt inzwischen zunehmend ratlos, wenn es darum geht, den Konflikt zu einem Ende zu bringen.
  • An der Tankstelle spüren die Amerikaner den Krieg besonders deutlich: Die Spritpreise liegen mittlerweile 38 Prozent über dem Vorkriegsniveau. Dieser finanzielle Druck dürfte ein wesentlicher Faktor für die wachsende Kriegsmüdigkeit sein.
  • Bemerkenswert ist, dass selbst in Trumps treuester Gefolgschaft die Risse größer werden. Unter den MAGA-Anhängern wünscht sich bereits jeder Fünfte ein schnelles Kriegsende. Wenn selbst die eigene Basis bröckelt, wird die politische Lage für den Präsidenten besonders heikel.

Donald Trumps bizarre Flucht in erfundene Zahlen

Doch mindestens ebenso beunruhigend wie die sinkenden Werte ist der Umgang des US-Präsidenten damit. Die Analysten Sean Wilentz und Sidney Blumenthal beschreiben in ihrem Podcast "The Court of History" einen alarmierenden Tick: Trump berufe sich zunehmend auf angeblich "echte Umfragewerte", die ihm eine Zustimmung von über 60 Prozent bescheinigen würden.

"Oh mein Gott", entfuhr es Wilentz, als Blumenthal diese angeblichen "Geheimzahlen" des US-Präsidenten präsentierte. Beide Experten sehen darin ein Zeichen dafür, dass Trump den Bezug zur Wirklichkeit zunehmend verliert. Besonders bedenklich sei zudem, dass sich der Präsident ständig mit seinen Amtsvorgängern vergleiche – ein weiteres Indiz dafür, dass er nicht mehr in der Gegenwart lebe, so Blumenthal.

Richard Nixon war Donald Trump nicht skrupellos genug

Die Präsidenten, mit denen sich Trump vergleicht, sind dabei besonders aufschlussreich. Laut Wilentz seien vor allem die Bezüge zu Herbert Hoover und Richard Nixon entlarvend. Hoover ließ einst das Militär gegen protestierende Kriegsveteranen in Washington vorgehen. Nixon wiederum ging als einer der korruptesten Staatschefs in die US-Geschichte ein.

Trump betrachte Nixon als Weichei, das an seiner eigenen Schwäche gescheitert sei, argumentiert Wilentz. "Er möchte eine Regierung aufbauen, die über das hinausgeht, was Richard Nixon hätte tun wollen, so schrecklich es auch war", so der Analyst. "Er will ihn übertreffen."

Historisch betrachtet hat Trump allerdings noch Luft nach unten: Truman fiel 1952 auf 22 Prozent, Nixon landete während Watergate bei 24 Prozent, und George W. Bush erreichte 2008 nur noch 25 Prozent Zustimmung laut Gallup. Trumps bisheriger Tiefstwert aus seiner ersten Amtszeit lag bei 34 Prozent.

Donald Trump stürzt weiter ab: US-Demokraten wittern ihre Chance

Trumps Schwäche strahlt längst auf die gesamte Republikanische Partei aus. Gut drei Monate vor den Zwischenwahlen im November liegen die Demokraten bei der Parteipräferenz mit 48,3 zu 41,1 Prozent klar in Führung - ein Vorsprung, der beiden Kongresskammern zum Verhängnis werden könnte.

Sollten die Demokraten tatsächlich sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat zurückerobern, hätte das weitreichende Konsequenzen: Trumps politische Agenda wäre faktisch tot, und die neue Mehrheit könnte Korruptionsermittlungen gegen seine Regierung auf den Weg bringen.

Dem Präsidenten droht damit das Schicksal einer politischen "lahmen Ente" - eines Amtsinhabers, der zwar noch im Weißen Haus sitzt, aber kaum noch etwas bewegen kann. Die Ironie dabei: Genau diese innenpolitische Schwäche könnte am Ende ausgerechnet dem iranischen Regime in Teheran in die Hände spielen.

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