Donald Trump: Trump im Umfragetief - warum Donalds Wirtschafts-Versprechen wackelt

Donald Trump verteilt gerne Zeugnisse – besonders, wenn es um ihn selbst geht. Doch während der US-Präsident seine Wirtschaftspolitik mit Bestnoten bewertet, erzählen Umfragen und Preis-Daten eine ganz andere Geschichte. Für viele Amerikaner bleibt der Einkauf im Supermarkt teuer – und der Unmut wächst.

Erstellt von - Uhr

Donald Trump feiert den Wirtschafts-Erfolg – doch Millionen Amerikaner spüren nichts davon. (Foto) Suche
Donald Trump feiert den Wirtschafts-Erfolg – doch Millionen Amerikaner spüren nichts davon. Bild: picture alliance/dpa/AP | John Locher
  • Trump bewertet seine eigene Wirtschaftspolitik mit "A+" und behauptet, die Kosten würden sinken
  • Umfragen zeigen: Die Mehrheit der Amerikaner ist mit Trumps Wirtschaftskurs unzufrieden
  • Neue Daten belegen: Viele Lebensmittel und Alltagsprodukte sind weiterhin deutlich teurer

Donald Trump verteilt gerne Noten – vor allem an sich selbst. In einem Interview mit Fox News am Dienstag bewertete der US-Präsident seine eigene Wirtschaftspolitik mit einem glatten "A+" und erklärte, Lebensmittel und andere Alltagskosten würden "alle jetzt sinken". Einen Tag später legte er bei einer Rede im Red Rock Casino Resort in Las Vegas nach: "Die Kosten für Miete, Lebensmittel und andere Grundbedarfsgüter sinken sehr schnell."

Weitere Nachrichten zu Donald Trump finden Sie am Ende des Artikels.

Umfrage zeigt deutliche Unzufriedenheit mit Trumps Wirtschaftspolitik

Die amerikanische Bevölkerung sieht das "Newsweek" zufolge offenbar anders. Laut einer YouGov/Economist-Umfrage von Ende Juli bis Anfang August befürworten lediglich 30 Prozent der Befragten Trumps wirtschaftliches Handeln – 65 Prozent lehnen es ab. Seit Januar hat sich dieser Wert damit deutlich verschlechtert. Trump selbst räumte die Diskrepanz zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung ein: "Ich lese, dass wir wirtschaftlich schlecht abschneiden."

Trumps Wirtschaftsmärchen aufgeflogen? Die Zahlen erzählen eine andere Geschichte

Was sagen die offiziellen Daten? Der jüngste Inflationsbericht des Bureau of Labor Statistics (BLS) weist für Juni zwar einen monatlichen Rückgang der Verbraucherpreise um 0,4 Prozent aus – im Jahresvergleich lagen sie jedoch 3,5 Prozent höher. Immerhin eine Verlangsamung gegenüber den 4,2 Prozent im Mai, als die Teuerungsrate den höchsten Stand seit drei Jahren erreicht hatte.

Der monatliche Rückgang ging dabei maßgeblich auf einen starken Einbruch der Energiepreise zurück. Von einem nachhaltigen Abwärtstrend kann allerdings kaum die Rede sein: Gescheiterte Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowie erneut anziehende Benzinpreise dürften diesen Effekt im nächsten Bericht zumindest teilweise wieder zunichtemachen. In der überwiegenden Mehrheit der Warenkategorien sind die Preise über die vergangenen zwölf Monate gestiegen – vielfach im zweistelligen Bereich.

Lebensmittelpreise bleiben für viele Amerikaner ein Problem

Ein Blick auf einzelne Produktgruppen macht das Ausmaß der Belastung für Verbraucher greifbar. Benzin und Flugtickets verteuerten sich binnen eines Jahres um jeweils 27 Prozent. Wer Rindfleisch auf den Grill legen will, zahlt 12 Prozent mehr als im Vorjahr, beim Morgenkaffee sind es 13 Prozent. Frisches Gemüse schlug mit einem Plus von knapp 10 Prozent zu Buche, Fisch und Meeresfrüchte mit 6,3 Prozent.

Trump verweist gerne auf die deutlich gesunkenen Eierpreise – tatsächlich waren diese nach Ausbrüchen der Vogelgrippe Anfang 2025 auf Rekordniveau geschnellt und haben sich seither erholt. Doch diese Entwicklung bleibt die Ausnahme: Insgesamt kletterten die Lebensmittelpreise laut BLS-Daten um 3 Prozent, Supermarkteinkäufe um 2,7 Prozent.

Neue Prognosen dämpfen Hoffnung auf schnelle Entlastung

Auch der Blick nach vorn gibt wenig Anlass für Optimismus. Prognosen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) rechnen für 2026 mit einem Anstieg der Lebensmittelpreise um 3,4 Prozent, wobei Supermarkteinkäufe um 3,2 Prozent teurer werden dürften. Besonders stark betroffen: Rindfleisch, Gemüse und alkoholfreie Getränke.

Hinzu kommt die geopolitische Unsicherheit. Trump versprach in Las Vegas, der Benzinpreis werde "auf den Boden fallen", sobald der Iran-Konflikt beigelegt sei. Doch genau dieser Konflikt hat die Energiekosten zuletzt massiv in die Höhe getrieben – und ein Ende der Spannungen ist derzeit nicht absehbar. Die Kluft zwischen Trumps Selbstbeweihräucherung und dem, was Amerikaner an der Supermarktkasse erleben, dürfte sich vorerst kaum schließen.

Auch diese Trump-News sind einen Blick wert:

/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.