Lässt Trump US-Soldaten im Stich?: Schimmel, kaputte Toiletten, kaum Essen – Horror-Zustände auf US-Flugzeugträger
Seit Monaten ist die USS Abraham Lincoln im Einsatz und offenbar längst am Limit. Angehörige der mehr als 5.000 Besatzungsmitglieder berichten von Schimmel, kaputten Toiletten und kaum ausreichenden Mahlzeiten. Die Kritik an Trumps Iran-Kurs wächst.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- USS Abraham Lincoln seit Monaten im Einsatz
- Angehörige berichten von Schimmel, Versorgungsproblemen und Erschöpfung
- US-Navy weist zentrale Vorwürfe zurück und betont Einsatzbereitschaft
Seit neun Monaten befindet sich die USS Abraham Lincoln auf See, seit fünf Monaten im Kampfeinsatz gegen den Iran. Nun schlagen Angehörige der über 5.000 Besatzungsmitglieder Alarm: Sie berichten von verschimmelten Duschen, Essensknappheit, fehlendem Grundbedarf wie Zahnpasta und Seife sowie einer völlig erschöpften Crew, wie "MS NOW" berichtete.
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Schimmel, kaputte Toiletten, kein Warmwasser: Trump-Regierung lässt Soldaten auf Flugzeugträger im Stich
Seit dem Auslaufen aus dem Heimathafen San Diego im November hatte die Besatzung lediglich zwei freie Tage. Nach einem kurzen Zwischenstopp auf Guam im Dezember fuhr der Träger erst am 7. Juli den Hafen von Oman an – nach 208 ununterbrochenen Tagen auf See, ein Rekord für moderne Flugzeugträger.
Die psychische Belastung der Crew erreicht offenbar kritische Ausmaße. Bonnie York, deren Stiefsohn auf der Lincoln dient, berichtete: "Die Moral ist schlecht. Offenbar hat der Schiffsarzt gesagt, sie müssen bald einen Hafen anlaufen, oder die Leute werden anfangen, den Verstand zu verlieren."
Familienangehörige schildern desaströse hygienische Verhältnisse an Bord. Ihre Angehörigen berichten von nicht funktionierenden Toiletten, verschimmelten Duschen, wochenlang ausgefallenen Wäschereieinrichtungen und langen Phasen ohne warmes Wasser. Zeitweise seien die Duschen sogar komplett abgesperrt gewesen.
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Halbe Tasse Reis als Mahlzeit – Hegseth spricht von "Fake News"
Nicole Conrad, deren Sohn auf der Lincoln dient, schilderte eine typische Mahlzeit: eine halbe Tasse Reis und zwei Tortillas. Im April veröffentlichte Fotos zeigten winzige, als ungenießbar beschriebene Portionen. Verteidigungsminister Pete Hegseth tat die Berichte als "Fake News" ab – die Familien widersprechen dem entschieden.
Das Flugdeck eines Trägers zählt zu den riskantesten Arbeitsplätzen weltweit. Navy-Veteran Brett Snow, dessen Sohn auf der Lincoln dient, warnte: "Es ist bereits der gefährlichste Ort der Welt, und jetzt schuftet man sich Tag für Tag ohne Pausen durch." Die Dauerbelastung schaffe ein Umfeld, das "reif für Unfälle" sei.
Marine-Sprecher: "Schiff bleibt voll einsatzfähig"
Commander Joseph Hontz, Sprecher der 5. US-Flotte, räumte ein, dass über 250 Tage Einsatz Besatzung und Material fordern. Versorgungsengpässe habe es zeitweise gegeben, besonders bei frischem Obst und Gemüse. Dennoch betonte er, die Lincoln sei uneingeschränkt einsatzbereit und die Crew widerstandsfähig.
Conrad, York und Snow eint neben der Sorge um ihre Angehörigen auch die Enttäuschung über den US-Präsidenten. Alle drei gaben ihre Stimme für Trump – weil er versprochen hatte, keine neuen Kriege zu führen. "Er hat uns in einen Krieg hineingezogen, in dem wir nichts zu suchen haben", sagte Conrad. York stimmte zu und erklärte, Militärfamilien opferten sich "für etwas, an dem keiner von uns teilhaben will". Snow bezweifelt grundsätzlich, dass die Strategie aufgeht: "Ich weiß nicht, ob wir jemals irgendetwas erreichen können, das auch nur annähernd dem entspricht, was Amerikaner als Sieg betrachten würden."
Warnung vor Langzeitschäden für die Navy
Die demokratische Abgeordnete Sara Jacobs, die den Heimathafen San Diego im Kongress vertritt, forderte ein sofortiges Kriegsende. Sie äußerte tiefe Besorgnis über Erschöpfung und psychische Gesundheit der Besatzung – auch wegen eines erhöhten Suizidrisikos. Snow warnte zudem, dass immer längere Einsätze die Personalbindung der Marine massiv gefährden würden.
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