Donald Trump: Weißes Haus im Meme-Krieg – Experte warnt vor gefährlichem Trump-Kurs
Donald Trump veröffentlicht immer häufiger KI-generierte Bilder von sich – als Elvis, Heiler oder Kriegsheld. Ein Kunsthistoriker sieht darin weit mehr als bloße Selbstdarstellung. Er warnt vor einer neuen Form der Politik, in der Memes und künstliche Intelligenz den öffentlichen Diskurs verdrängen.
Von news.de-Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Donald Trump veröffentlicht regelmäßig KI-generierte Bilder und Memes auf Truth Social
- Der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich spricht von einer neuen politischen Strategie, die er als "Memokratie" bezeichnet
- Experten warnen, dass dadurch die Grenze zwischen Unterhaltung, Propaganda und offizieller Regierungskommunikation verschwimmen könnte
Donald Trump als Elvis Presley, Wunderheiler oder überlebensgroße Figur über Grönland: Mit immer neuen KI-generierten Bildern sorgt der US-Präsident für Aufmerksamkeit. Doch Experten sehen darin längst keine harmlose Selbstinszenierung mehr. Sie warnen vor einer politischen Strategie, bei der Memes und künstliche Intelligenz gezielt eingesetzt werden, um öffentliche Debatten zu beeinflussen.
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Donald Trump flutet das Netz mit KI-Bildern und Memes –Experte warnt vor neuer "Memokratie"
Erst kürzlich flutete Donald Trump das Netz innerhalb weniger Stunden mit unzähligen KI-generierten Bildern. Darauf zeigt er sich unter anderem als Elvis Presley, General aus dem Unabhängigkeitskrieg, verjüngte Version seiner selbst oder als riesenhafte Figur über Grönland. Bereits Monate zuvor hatte Trump mit einem KI-Bild für Aufsehen gesorgt. In weißer Tunika ähnelt Trump darauf Jesus. Die Darstellung löste selbst im christlich-konservativen Lager Kritik aus und führte zu Blasphemie-Vorwürfen.
Für den Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich steckt hinter den Bildern mehr als geschicktes Marketing. In seinem Buch "Memokratie" beschreibt er laut "Netzpolitik" eine politische Entwicklung, in der Memes und KI-generierte Inhalte nicht mehr nur Wahlkampfmittel seien, sondern selbst zum Instrument politischer Macht würden. Nach seiner Einschätzung werde Politik zunehmend danach gestaltet, welche Inhalte sich besonders gut als Meme verbreiten lassen.
Weiße Haus setzt auf virale KI-Inhalte
Nicht nur Trump selbst veröffentlicht entsprechende Inhalte. Auch der offizielle Account des Weißen Hauses verbreitet regelmäßig KI-generierte Bilder und Memes. Zu sehen waren unter anderem Trump als Papst, Wahlkampfmotive im Obama-Stil oder ein im Studio-Ghibli-Look gestalteter ICE-Agent. PR-Expertin Amore Philip sieht darin eine problematische Entwicklung. "Die Grenze, die hier getestet wird, ist die Verwischung von offizieller Kommunikation und Unterhaltung." Wenn staatliche Kommunikationskanäle auf Viralität statt auf sachliche Information setzten, könne das langfristig das Vertrauen der Bevölkerung beschädigen.
"Alligator Alcatraz": Wenn Memes politische Debatten ersetzen
Als Beispiel nennt Ullrich das Internierungslager "Alligator Alcatraz" in Florida. Bereits der Name spiele bewusst mit bekannten Bildern und Emotionen. In sozialen Netzwerken verbreiteten Nutzer anschließend zahllose KI-generierte Alligatoren-Memes. Nach Ansicht des Kunsthistorikers verschwinde dadurch das eigentliche Thema zunehmend hinter satirischen Bildern. "Ein an sich komplexes Thema wird 'weggewitzelt' und in eine Sprache übersetzt, in der allein derbe Affekte erzeugt und bedient werden."
Experten sprechen vom ersten "Meme-Krieg"
Auch außenpolitisch spiele diese Entwicklung inzwischen eine Rolle. Laut der "Financial Times" werde der Konflikt zwischen den USA und dem Iran bereits als erster "Meme-Krieg" beschrieben. Sowohl Trump als auch iranische Regierungsaccounts veröffentlichten KI-generierte Bilder und satirische Beiträge, um politische Botschaften zu verbreiten. Das Institute for Strategic Dialogue bezeichnete diese Strategie als "Shitposting als Staatskunst". Besorgt äußert sich auch Mike Godwin, der den Begriff des Internet-Memes einst mitprägte. "Meine Vorstellung von Memes war etwas, das Menschen zum Denken anregen sollte. Das hier ist eher ein Ersatz für Denken."
Wie lässt sich die Entwicklung stoppen?
Wolfgang Ullrich verweist auf den New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani, der im Wahlkampf bewusst auf klassische Kommunikation statt auf schrille Memes gesetzt habe. PR-Expertin Amore Philip fordert darüber hinaus eine klare Kennzeichnung synthetischer Inhalte. Offizielle Regierungskanäle sollten ihrer Ansicht nach wieder vor allem überprüfbare Informationen verbreiten. Ullrich glaubt allerdings, dass die Entwicklung längst nicht abgeschlossen ist. Nach seiner Einschätzung könnte Vizepräsident JD Vance den memebasierten Kommunikationsstil künftig fortführen.
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