Donald Trump: Bald Krieg auf US-Boden? Experte schlägt Alarm

Donald Trump droht dem Iran mit Angriffen auf kritische Infrastruktur. Ein renommierter Außenpolitik-Experte hält das für einen gefährlichen Irrweg. Er warnt, dass Teheran im Gegenzug einen Cyberkrieg direkt gegen die USA führen könnte.

Erstellt von - Uhr

Begeht Donald Trump mit seinem Iran-Kurs einen strategischen Fehler? (Foto) Suche
Begeht Donald Trump mit seinem Iran-Kurs einen strategischen Fehler? Bild: picture alliance/dpa/AP | Rod Lamkey
  • Außenpolitik-Experte Trita Parsi warnt vor einem "strategischen Fehler" der Trump-Regierung im Konflikt mit dem Iran
  • Berichten zufolge planen die USA und Israel Angriffe auf iranische Energieanlagen
  • Parsi befürchtet massive iranische Cyberangriffe auf die kritische Infrastruktur der USA als Vergeltung

Der Außenpolitik-Experte Trita Parsi warnt eindringlich vor einem "strategischen Fehler" der Trump-Regierung, der fatale Folgen für die USA haben könnte. Der Präsident des Quincy Institute for Responsible Statecraft sieht die Gefahr, dass ein militärischer Konflikt mit dem Iran durch Cyberangriffe direkt auf amerikanischen Boden getragen wird. Hintergrund sind Berichte über geplante Großangriffe auf iranische Energieinfrastruktur sowie gleichzeitige Ermittlungen zu mutmaßlich iranischen Hackerattacken auf US-Wassersysteme. Parsi sieht zwischen beiden Entwicklungen einen direkten Zusammenhang.

Weitere Meldungen aus dem Politik-Ressort finden Sie am Ende dieses Artikels.

"Der strategische Fehler, diesen Krieg zu beginnen und neu zu starten, wird nur immer gewaltiger", schrieb der Analyst in einem Beitrag auf Substack. Die Konsequenzen für die amerikanische Bevölkerung könnten nach seiner Einschätzung enorm sein.

USA und Israel planen offenbar massive Angriffe auf iranische Energieinfrastruktur

Wie "CBS News" am Samstag unter Berufung auf mehrere Insider berichtete, arbeiten Washington und Jerusalem aktiv an einer der bisher härtesten Bombenkampagnen gegen den Iran. Im Visier stehen demnach zentrale Einrichtungen der iranischen Energieversorgung. Donald Trump hatte bereits mehrfach damit gedroht, iranische Kraftwerke und andere kritische Infrastruktur zu zerstören. Sollten diese Drohungen in die Tat umgesetzt werden, würde dies nach Einschätzung von Beobachtern wahrscheinlich als Kriegsverbrechen eingestuft. Parsi warnte, dass die Folgen eines solchen Großangriffs auf die iranische Energieinfrastruktur für die amerikanische Bevölkerung katastrophale Ausmaße annehmen könnten.

Parallel zu den Angriffsplänen beschäftigen sich US-Bundesbehörden mit einer Serie von Hackerattacken auf amerikanische Wasserversorgungssysteme in mehreren Bundesstaaten. Laut einem Bericht der "New York Times" deuten die Spuren dabei zunehmend auf den Iran als Urheber hin.

Parsi interpretiert diese Cyberangriffe als bewusst gesetztes Signal aus Teheran. "Wenn der Iran hinter diesen Cyberangriffen auf US-Wassersysteme steckt, ist die Botschaft eindeutig", schrieb der Außenpolitik-Experte auf Substack. Er bezeichnete die Attacken als gezielte Warnung an Washington: Sollten die USA kritische Infrastruktur im Iran angreifen, werde Teheran auf digitalem Weg gleichartig zurückschlagen.

Irans Drohung: Cyberkrieg gegen amerikanische Infrastruktur

Konkret warnte Parsi davor, dass der Iran bei einem Angriff auf seine Entsalzungsanlagen und Stromnetze mit gleichwertigen Cyberattacken auf kritische Systeme in den USA reagieren werde. "Der Iran wird den Krieg mittels Cyber in die USA selbst tragen", fasste der Analyst die Bedrohungslage zusammen.

Damit würde ein militärischer Konflikt im Nahen Osten unmittelbare Auswirkungen auf das tägliche Leben der amerikanischen Bevölkerung haben – von der Wasserversorgung bis zum Stromnetz. Parsi zufolge wachse das Ausmaß des strategischen Fehlers mit jedem weiteren Eskalationsschritt. Die Kombination aus geplanten Bombenangriffen und den bereits laufenden Ermittlungen zu Hackerattacken auf US-Wassersysteme verdeutlicht nach Einschätzung des Experten, wie eng militärische und digitale Kriegsführung inzwischen miteinander verknüpft sind.

Weitere Meldungen rund um die Trump-Regierung finden Sie hier:

/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.