Donald Trump: Flucht in Ferienresidenz – Biograf spricht von "Verzweiflungsakt"
Donald Trump wollte in Camp David offenbar Stärke und Staatsmännigkeit demonstrieren. Doch sein langjähriger Biograf Michael Wolff deutet den Besuch als Zeichen der Verzweiflung im festgefahrenen Iran-Krieg. Hinter der historischen Kulisse sieht er keine Strategie, sondern nur eine weitere Folge der "Trump-Show".
Von news.de Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Trump-Biograf Michael Wolff deutet Camp-David-Besuch als Zeichen der Verzweiflung mitten im Iran-Krieg
- Der Präsident habe den Rückzugsort früher gehasst – nun nutze er ihn laut Wolff als politische Kulisse
- Schwache Umfragewerte und interne Zweifel im Kabinett sollen Trumps Machtbasis zunehmend belasten
Donald Trump besuchte am Freitag (31.07.2026) den abgelegenen Präsidentenrückzugsort Camp David in Maryland. Für seinen Biografen Michael Wolff ist das ein alarmierendes Signal. Der Autor, der Trump seit Jahren aus nächster Nähe beobachtet, sieht in dem Ausflug einen verzweifelten Versuch, mitten im festgefahrenen Iran-Krieg staatsmännisch aufzutreten.
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Donald Trump in Camp David: Biograf enthüllt angeblichen Grund für ungewöhnlichen Auftritt
"Das ist seltsam, denn Trump hasst Camp David. Er hasst es!", erklärte Wolff in einem am Samstag veröffentlichten Video des Podcasts "Inside Trump's Head". Der Besuch sei "eine Art Zeichen der Verzweiflung". Trump versuche, angesichts eines Krieges, den er weder beenden noch gewinnen könne, den Eindruck eines ernsthaften Präsidenten zu erwecken. Doch genau das gelinge ihm nicht – stattdessen liefere er nur eine weitere Folge der "Trump-Show", so Wolff. Bei Zustimmungswerten von nur noch 32 bis 33 Prozent scheint die Inszenierung bislang nicht zu verfangen.
Wutanfälle wegen der Unterkunft – warum Trump Camp David verabscheut
Trumps Abneigung gegen den Landsitz in den Catoctin Mountains ist seit langem dokumentiert. Bereits 2017 bewertete er die Anlage laut "Washington Post" mit dem Äquivalent einer vernichtenden Yelp-Rezension. Wolff zufolge kehrte Trump während seiner ersten Amtszeit jedes Mal wütend von dort zurück – aufgebracht über die Unterkünfte und verärgert über frühere Präsidenten, die diese Tradition des Camp-David-Besuchs überhaupt erst etabliert hatten.
Dass Trump nun zum dritten Mal in seiner zweiten Amtszeit den Rückzugsort aufsuchte, hält Wolff deshalb für bedeutsam. "Die Tatsache, dass er jetzt in Camp David ist, bedeutet wahrscheinlich etwas", sagte der Biograf. Zwischen Trumps ästhetischen Vorlieben und der rustikalen Waldatmosphäre des Anwesens gebe es kaum einen größeren Kontrast – Trump bevorzuge ausschließlich gepflegte, kontrollierte Umgebungen wie seine Golfplätze.
TV-Kameras statt Stille – Trump-Inszenierung verpufft
Eigentlich dient Camp David als Ort der Einkehr, an dem US-Präsidenten in Ruhe und im engsten Kreis nachdenken können. Wolff zufolge ist genau das für Trump unerträglich: "Stille, Alleinsein – all das hat Trump nicht, will er nicht und kann er nicht aushalten." Statt sich zurückzuziehen, habe er die Fernsehkameras mitgebracht und das Treffen zur öffentlichen Bühne gemacht.
Begleitet wurde der Präsident von seiner engen Vertrauten Natalie Harp, die ihm laut Wolff ausgedruckte positive Bestätigungen reichte. Eine Übernachtung in der waldreichen Anlage kam offenbar nicht infrage – Trump flog noch am selben Tag weiter nach Bedminster. Wolff sieht darin den gescheiterten Versuch, das Drehbuch umzuschreiben: "Wir müssen das Skript ändern, wir müssen die Kulisse ändern." Doch am Ende sei es nur eine weitere Episode der gewohnten Trump-Show geblieben.
Iran-Krieg ohne Ausweg – und kein einziges Ziel erreicht
Wolffs Einschätzung fällt vor dem Hintergrund eines Konflikts, der sich seit Februar als zunehmend unlösbar erweist. Mehrfach verkündete Trump Waffenstillstände mit dem Iran, die allesamt zusammenbrachen. Zuletzt eskalierte die Lage im Juli erneut, als iranische Kräfte Handelsschiffe in der Straße von Hormus angriffen und die Kampfhandlungen wieder aufflammten.
Wolff geht in seiner Bewertung noch weiter als die bloße Feststellung einer Pattsituation. Der Präsident habe alles getan, was ihm außer einer Bodeninvasion möglich gewesen sei – und dennoch kein einziges der ursprünglichen Kriegsziele verwirklicht. "Er verliert", stellte der Biograf unverblümt fest. Trump stecke am Ende seiner Möglichkeiten, und der Camp-David-Besuch sei der hilflose Versuch, davon abzulenken.
Historischer Tiefstand – nur die treue Basis hält noch stand
Die Zahlen untermauern Wolffs Diagnose der Verzweiflung. Eine diese Woche veröffentlichte Erhebung der Quinnipiac University beziffert Trumps Zustimmungsrate auf 32 Prozent – der niedrigste Wert, den das Meinungsforschungsinstitut je für einen Präsidenten gemessen hat. Eine Umfrage von AP-NORC kommt mit 33 Prozent zu einem ähnlich desaströsen Ergebnis. Zudem lehnen laut Quinnipiac 60 Prozent der Wähler den Krieg ab.
Wolff sieht "überall Schwäche" – mit einer entscheidenden Ausnahme. Die evangelikale Kernanhängerschaft Trumps bleibe "bemerkenswert stark und unerschütterlich". Genau darin liege weiterhin seine politische Macht, so der Biograf. Künftige republikanische Führungsfiguren würden auch nach Trumps Präsidentschaft zu ihm pilgern müssen, weil er diese Basis nach wie vor mobilisieren könne. Doch jenseits dieses harten Kerns bröckelt die Unterstützung in historischem Ausmaß.
Unterwürfigkeit am Konferenztisch – keiner glaubt wirklich an den Chef
Das Kabinettstreffen in Camp David geriet laut Wolff zur reinen Huldigungsveranstaltung. Die Minister hätten sich vor Trump regelrecht niedergeworfen, ohne dass inhaltlich irgendetwas Substanzielles dabei herausgekommen sei. Besonders aufschlussreich ist Wolffs Einschätzung der inneren Haltung von Trumps engsten Mitarbeitern: "Keiner dieser Leute um Trump herum glaubt an Trump. Ihre Loyalität ist eine Fassade, eine Show", sagte der Biograf.
Viele dieser Kabinettsmitglieder riefen ihn oder andere Journalisten regelmäßig an und berichteten fassungslos über absurde Forderungen und Inszenierungen des Präsidenten. Verteidigungsminister Pete Hegseth etwa glaube keineswegs an Trump, sondern kalkuliere lediglich seinen eigenen nächsten Karriereschritt. Der Camp-David-Besuch bleibt damit in Wolffs Analyse das, was er von Anfang an war: eine gescheiterte Inszenierung ohne Substanz.
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