Donald Trump: Sie wollten seine Rede nicht ausstrahlen – US-Präsident droht TV-Sendern mit Aus

Donald Trump sorgt erneut für einen heftigen Streit mit US-Medien. Nachdem ABC und NBC seine Ansprache zur Wahlsicherheit nicht live ausgestrahlt haben, fordert der US-Präsident den Entzug ihrer Sendelizenzen. Kritiker sehen darin einen Angriff auf die Pressefreiheit.

Von news.de Redakteurin - Uhr

Donald Trump hielt eine Rede an die Nation und attackierte mehrere US-TV-Sender, weil sie die Ansprache nicht live übertragen wollten. (Foto) Suche
Donald Trump hielt eine Rede an die Nation und attackierte mehrere US-TV-Sender, weil sie die Ansprache nicht live übertragen wollten. Bild: picture alliance/dpa/Pool AFP | Saul Loeb
  • Donald Trump fordert den Entzug der Sendelizenzen von ABC und NBC, weil beide Sender seine Rede zur Nation nicht live ausstrahlten
  • In seiner Ansprache erhob der US-Präsident schwere Vorwürfe gegen China und sprach von angeblicher Manipulation amerikanischer Wahldaten
  • Die Forderung löst in den USA eine heftige Debatte über Medienfreiheit, Satire und den Umgang mit kritischer Berichterstattung aus

Donald Trump geht auf Konfrontationskurs mit zwei der größten US-Fernsehsender. Weil ABC und NBC seine Rede an die Nation nicht live übertragen wollten, fordert der US-Präsident drastische Konsequenzen. Trump bezeichnete das Verhalten der Sender in seiner Rede als "Betrug" und verlangte den Entzug ihrer Sendelizenzen.

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Trump erhebt schwere Vorwürfe gegen China

In seiner Ansprache sprach der US-Präsident von einem historischen Angriff auf die amerikanische Wahlinfrastruktur. Nach seinen Angaben habe sich China illegal Zugang zu 220 Millionen amerikanischen Wählerdaten verschafft und damit die größte Kompromittierung von Wahldaten in der Geschichte begangen. Diese Informationen seien Teil umfassenderer Bemühungen gewesen, die US-Wahlen 2018 und 2020 zu manipulieren.

US-Präsident fordert: "Fake News" sollen Sendelizenzen verlieren

Während seiner Ansprache griff Trump die beiden Sender direkt an und bezeichnete NBC und ABC als "Fake News". Der US-Präsident warf ihnen vor, Teil einer Verschwörung zu sein, die den angeblichen Wahlbetrug vertuschen wolle. "Sie und andere in den Medien sind Teil eines Komplotts", erklärte Trump. "Sie wollen diesen Betrug aus irgendeinem Grund fortsetzen, sie wollen ihn am Laufen halten, sie wollen die radikale Linke schützen."

Besonders scharf kritisierte der US-Präsident das Geschäftsmodell der Sender. Diese nutzten öffentliche Frequenzen im Wert von mehreren Milliarden Dollar, ohne dafür zu bezahlen. "Alles, was wir wollen, ist Ehrlichkeit bei unseren Wahlen und Ehrlichkeit in der Berichterstattung", so Trump. Ein derartiger Betrug müsse den Entzug der Sendelizenzen nach sich ziehen.

US-Sender verzichten auf Live-Übertragung

Die Entscheidung gegen eine Live-Übertragung traf nicht nur ABC und NBC. Auch CNN verzichtete darauf, Trumps Ansprache in Echtzeit zu zeigen. Die drei großen Sender begründeten ihre Entscheidung nicht öffentlich, doch der Präsident hatte bereits im Vorfeld angedeutet, welche Themen er ansprechen würde. Andere Medien wählten einen anderen Weg: CBS, MS NOW und Fox News strahlten die Rede zumindest in Teilen aus. Damit erhielt Trumps Botschaft durchaus eine breite Plattform im amerikanischen Fernsehen.

Hier können Sie die komplette Rede von Donald Trump sehen.

NBC und ABC boten allerdings einen Kompromiss an. Beide Sender übertrugen die präsidiale Ansprache auf ihren jeweiligen Streaming-Nachrichtenkanälen. Zuschauer, die Trumps Ausführungen verfolgen wollten, konnten dies also über die digitalen Angebote der Sender tun – nur eben nicht im klassischen Fernsehprogramm zur besten Sendezeit.

Er "will die freie Presse zerstören": Heftige Kritik gegen Trump

In den sozialen Medien löste Trumps Forderung nach dem Lizenzentzug heftige Reaktionen aus. "Er hat den Verstand verloren", kommentierte ein X-Nutzer. Ein anderer schrieb: "Wer will schon Lügen, Lügen, Lügen von einem korrupten Mann hören?"

Die Kritik richtete sich auch gegen Trumps Angriffe auf die Pressefreiheit. "Diese 'Fake News'-Lüge ist Trumps schlimmstes Verbrechen – der Angriff auf die Medien", schrieb ein ehemaliger Zeitungsredakteur. "Trump will die freie Presse zerstören."

Andere Nutzer reagierten mit beißendem Spott: "Er bewirbt sich für den 'Mürrischen alten Mann des Jahres', aber der einzige Preis, den er bekommt, ist ein Nickerchen." Ein weiterer Kommentar lautete schlicht: "Wie wäre es, wenn wir stattdessen die Trump-Administration abschalten?"

Medien-Streit mit Trump erreicht neue Eskalationsstufe

Der Konflikt zwischen Donald Trump und Teilen der US-Medien geht damit in eine neue Runde. Während der US-Präsident die Sender wegen fehlender Live-Übertragung seiner Rede angreift, verweisen Kritiker auf die Bedeutung unabhängiger Berichterstattung. Der Streit um ABC und NBC zeigt erneut, wie tief die Gräben zwischen Trump und großen Teilen der amerikanischen Medienlandschaft inzwischen sind.

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