Donald Trump: US-Präsident feiert Iraks Premier – seinen Neid kann er aber nicht verstecken
Donald Trump überschüttet Iraks neuen Premierminister Ali al Zaidi im Weißen Haus mit Lob und spricht von einer "enormen Chemie". Hinter den warmen Worten steckt jedoch ein klares geopolitisches Kalkül.
Erstellt von Mia Lada-Klein - Uhr
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- Trump feiert Iraks neuen Premier als künftige Führungsfigur
- Iran und die Entwaffnung von Milizen bestimmen das Treffen
- Geplantes Energieprojekt soll Zusammenarbeit weiter vertiefen
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Donald Trump ist derzeit fast täglich für eine Überraschung gut. Erst am Montag sorgte der US-Präsident mit seinem Vorstoß für eine Gebühr auf Schiffe in der Straße von Hormus für Furore. Nur einen Tag später kassierte er den Plan wieder und kündigte stattdessen milliardenschwere Wirtschaftsdeals mit den Golfstaaten an.
Nur kurze Zeit später stand bereits das nächste außenpolitische Thema auf der Agenda. Im Weißen Haus empfing Trump den neuen irakischen Premierminister Ali al-Zaidi und überschüttete ihn mit Lob. Der Republikaner sprach von einer "enormen Chemie" zwischen den beiden und stellte dem Regierungschef sogar eine große politische Zukunft im Nahen Osten in Aussicht. Hinter den freundlichen Worten dürften allerdings auch geopolitische Interessen stehen.
Trump schwärmt von Iraks neuem Regierungschef
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz erklärte Trump, Ali al-Zaidi habe sich trotz anfänglicher Skepsis klar durchgesetzt. Als die Menschen ihn besser kennengelernt hätten, habe er schließlich die Wahl gewonnen. Er sei überzeugt, dass der Premierminister noch lange im Amt bleiben werde.
Trump bezeichnete den Iraker zudem als "großartigen Kämpfer" und "großen Freund Amerikas". Zugleich hob er die wirtschaftliche Bedeutung des Landes hervor. Der Irak verfüge über enorme Ölreserven und habe sich in kurzer Zeit stark entwickelt – insbesondere mit Blick auf die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Außerdem kündigte Trump bedeutende Ölpartnerschaften zwischen beiden Ländern an. Diese könnten bereits in den kommenden Tagen offiziell bekannt gegeben werden und gehörten seiner Aussage nach zu den größten Projekten überhaupt.
Zum Abschluss lockerte der US-Präsident die Stimmung mit einem Scherz auf. Mit Blick auf den Premierminister sagte Trump lachend: "Er ist ein junger Mann. Er ist jung und gutaussehend – und das gefällt mir überhaupt nicht. Darüber bin ich nicht glücklich."
Trump überschüttet Iraks Premier mit Lob
Bei dem Treffen im Oval Office sparte Trump nicht mit Komplimenten für den neuen Regierungschef. Al-Zaidi, der wie Trump aus der Wirtschaft kommt und vor seinem Amtsantritt keine politische Erfahrung hatte, sei genau der richtige Mann für den Irak. "Merkt euch meine Worte, ich wusste, was ich tat", erklärte Trump. Der US-Präsident fügte hinzu: "Dieser Mann wird eine bedeutende Führungspersönlichkeit im Nahen Osten sein, weit über den Irak hinaus."
Al-Zaidi selbst betonte, er bringe die Grüße der "ältesten Zivilisation der Welt" mit nach Washington. Ziel seines Besuchs sei vor allem der Ausbau einer wirtschaftlichen Partnerschaft zwischen beiden Ländern.
Iran im Mittelpunkt der Gespräche
Trotz der freundlichen Atmosphäre dominierte ein sicherheitspolitisches Thema das Treffen: der Einfluss des Iran im Irak. Washington drängt die Regierung in Bagdad seit Langem dazu, iranisch unterstützte Milizen zu entwaffnen. Al-Zaidi machte "AP" zufolge deutlich, dass nach Ablauf einer gesetzten Frist Ende September "keine Rechtfertigung mehr für deren Existenz" bestehen werde. Ob sich die mächtigen Milizen tatsächlich entwaffnen lassen, gilt allerdings als offen.
Al-Zaidi: "Trump des Nahen Ostens"?
Beobachter ziehen bereits Parallelen zwischen Trump und dem neuen Premierminister. Wegen seines geschäftlichen Hintergrunds und seines ungewöhnlichen politischen Aufstiegs wird Al-Zaidi von einigen Experten bereits als "Trump des Nahen Ostens" bezeichnet. Trump hatte sich nach Berichten im Vorfeld seiner Ernennung persönlich für Al-Zaidi eingesetzt und sich gegen andere Kandidaten ausgesprochen. Seit dessen Nominierung versuchen die USA, ihren Einfluss im Irak weiter auszubauen und zugleich den iranischen Einfluss zurückzudrängen.
Großes Energieprojekt geplant
Neben Sicherheitsfragen spielte auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit eine wichtige Rolle. Beide Länder arbeiten nach Angaben irakischer Regierungsvertreter an einem umfangreichen Energieprojekt. Geplant ist der Bau einer neuen Ölpipeline, an der mehrere internationale Unternehmen beteiligt sein sollen. Trump hob das wirtschaftliche Potenzial des Landes hervor und erklärte, der Irak verfüge wegen seiner Ölreserven über "enormes Potenzial". Die Zusammenarbeit soll nach dem Willen beider Seiten in den kommenden Monaten weiter ausgebaut werden.
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