Wladimir Putin: Kremlchef versinkt im Diesel-Desaster – Bauern drohen mit Ernte-Boykott
Der Krieg gegen die Ukraine trifft Russland nun mitten ins Herz der Landwirtschaft. Ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien haben offenbar eine massive Diesel-Krise ausgelöst – ausgerechnet zur wichtigsten Erntezeit. Während Moskau Entwarnung gibt, drohen Bauern bereits mit einem Ernte-Boykott.
Von news.de Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Raffinerien sorgen offenbar für massive Diesel-Engpässe
- Russische Bauern warnen vor Ernteausfällen und drohen, ihre Maschinen stehen zu lassen
- Die Krise trifft wichtige Getreideregionen und sorgt auch im Alltag für chaotische Zustände
Der Angriffskrieg von Wladimir Putin gegen die Ukraine schlägt mit voller Wucht auf Russland zurück. Ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien und Energieinfrastruktur haben in mehr als 90 Prozent der russischen Regionen zu Treibstoffrationierungen oder -mangel geführt und das ausgerechnet zur kritischen Erntezeit. Während das russische Energieministerium versichert, ausreichend Treibstoff für die Landwirtschaft bereitzustellen, zeichnen Bauern im ganzen Land ein völlig anderes Bild.
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Diesel-Desaster für Wladimir Putin: Russische Bauern drohen mit Ernte-Boykott
Die Verzweiflung unter russischen Landwirten wächst. In einem Video, das der ehemalige Berater des ukrainischen Innenministers Anton Geraschtschenko auf der Social-Media-Plattform X teilte, schildert eine Bäuerin die dramatische Lage: Landwirte aus Tscherepanowo hätten ihr unmissverständlich erklärt, bei einem Dieselpreis von 100 Rubel pro Liter würden sie ihre Mähdrescher nicht einmal mehr anwerfen. Das Getreide solle dann eben auf den Boden fallen. Die Konsequenzen reichen weit über die Felder hinaus. Kaufen Ackerbauern teuren Diesel, müssen sie ihre Getreidepreise anheben. Viehzüchter können diese Kosten jedoch nicht an Verbraucher weitergeben, weil diesen schlicht das Geld fehlt. Der einzige Ausweg: Tierbestände reduzieren und nur noch für den Eigenbedarf produzieren. "Ohne Benzin oder Diesel wird die Ernte nicht eingebracht, es gibt kein Heu und kein Getreide. Auch Milch und Fleisch wird es nicht geben", fasst die Bäuerin zusammen. Das Landwirtschaftsministerium bezeichnet sie als "Mühlstein am Hals der Bauern".
Russian farmers:
— Anton Gerashchenko (@Gerashchenko_en) July 12, 2026
If diesel fuel costs 100 rubles, they won't even start the machines. Let the grain fall to the ground. https://t.co/bJ3Pi9XQFD pic.twitter.com/2ofGzPGDQX
Ein Fünftel der russischen Getreideernte in Gefahr
Besonders hart trifft die Krise Russlands wichtigste Kornkammern. Die Regionen Rostow, Krasnodar und Stawropol, die zusammen etwa ein Fünftel der russischen Getreideernte einfahren, kämpfen mit akutem Dieselmangel. Tankstellen in der Region Krasnodar begrenzen den Verkauf auf 100 bis 200 Liter pro Person – ein Mähdrescher verbrennt jedoch bis zu 300 Liter in einer einzigen Schicht.
Diesel gibt es dort nur noch entlang der Autobahn M4, wo Fahrer über Nacht an Tankstellen campieren und auf Tanklaster hoffen. "Viele wagen es nicht, zur Ernte auszufahren, ohne die Gewissheit, dass Treibstoff aufs Feld geliefert wird", berichtet ein Landwirt aus der Region. In Rostow, das normalerweise rund zehn Millionen Tonnen Getreide einbringt, rechnen Bauern mit Verlusten von bis zu 15 Prozent. Auf der besetzten Krim ist die Lage noch dramatischer: Dort stehen Erntemaschinen laut Berichten "einfach bewegungslos" auf den Feldern.
Drohnenangriffe treffen Russlands Achillesferse
Die Wurzeln der Krise liegen in der ukrainischen Angriffskampagne auf die russische Energieinfrastruktur. In den vergangenen zwei Monaten erreichten Drohnen alle zehn größten Raffinerien des Landes, wodurch die Dieselproduktion auf ein Niveau sank, das seit den frühen 2000er-Jahren nicht mehr erreicht wurde. Die Raffineriekapazität ging laut dem früheren Ölmagnaten Michail Chodorkowski um etwa ein Viertel zurück.
Das eigentliche Problem sei jedoch nicht die Produktionsmenge, sondern das Versagen von Logistik und Entscheidungsprozessen im Kreml, analysiert Chodorkowski. "Jemand muss entscheiden, welche Kraftstoffsorte wohin und in welchen Mengen geliefert wird – und zwar möglichst schnell. Genau darin liegt der Ursprung der aktuellen Krise."
Vor Ort beklagen Landwirte die Untätigkeit der Behörden. "Beamte erstellen endlos Tabellen mit Bedarfsübersichten und Kapazitäten – das war's", kritisiert ein Agrararbeiter aus der Oblast Swerdlowsk. "Jeder versteht, dass es eine Katastrophe wird, wenn die Ernte nicht eingebracht wird. Aber niemand weiß, wie man konkret helfen soll."
60 Stunden Warten und ein Boom bei Pferden
Die Treibstoffkrise zeitigt bizarre Auswüchse im russischen Alltag. In der Region Transbaikalien an der chinesischen Grenze stauten sich Fahrzeuge vor einer Rosneft-Tankstelle über vier Kilometer – manche Autofahrer harrten bis zu 60 Stunden aus. In Irkutsk am Baikalsee stellte die Stadtverwaltung mobile Toiletten entlang der Warteschlangen auf. Die Verzweiflung treibt kreative Blüten: Auf dem Kleinanzeigenportal Avito werden in Krasnodar Plätze in Tankstellenschlangen gehandelt. Im ländlichen Raum steigen laut der Nachrichtenagentur "Ura" die Pferdeverkäufe, weil Heu günstiger ist als Sprit. Fahrschulen müssen Prüfungen absagen. Die Krise reicht über Russlands Grenzen hinaus: Kirgistan und Tadschikistan, die 90 Prozent ihres Benzins aus Russland beziehen, stehen zunehmend ohne Treibstoff da. An der kasachischen Grenze deckten Beamte binnen 48 Stunden 61 Schmuggelversuche auf.
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