Wladimir Putin: Putin-Kritiker offenbart Angst - darum wird es niemals Frieden geben
Putin wird niemals Frieden schließen, glaubt einer seiner schärfsten Kritiker. Der Kremlchef soll sich vor der russischen Bevölkerung fürchten. Laut Sir Bill Browder wird es keinen typischen militärischen Sieg geben. So könnte sich die Lage entwickeln.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- Putin-Kritiker glaubt, dass der Kremlchef den Ukraine-Krieg nie beenden wird
- Laut Sir Bill Browder dient der Krieg Putins Machterhalt
- Russlands Präsident fürchtet sich vor Rache aus der Bevölkerung
- Der Krieg könnte in eine Pattsituation wie zwischen Nord- und Südkorea geraten
Seit über vier Jahren wehrt sich die Ukraine gegen die russische Aggression. Obwohl Russlands Offensive eher langsam voranschreitet und dabei hohe Verluste einbüßen muss, denkt der Kremlchef nicht daran, aufzugeben. Laut einem früheren russischen Soldaten soll es den Eliten um einen langfristigen Kampf gehen. Ähnlich schätzt einer von Putins schärfsten Kritikern die Lage ein. Sir Bill Browder meint im Podcast"World of Trouble" von "The Independent", dass der Kremlchefniemals einen Friedensvertrag mit der Ukraine unterzeichnen wird. Er begründet das mit Putins Angst vor dem eigenen Volk.
Ukraine-Krieg dient Wladimir Putin nur einem Zweck
Laut Browder dient der Krieg in der Ukraine vor allem einem Zweck: Putins Machterhalt. Der Kremlchef und sein engster Kreis hätten rund eine Billion Dollar aus der russischen Staatskasse entwendet. Dieses Geld sei für Privatjets, Yachten und Villen an der französischen Riviera ausgegeben worden, anstatt in Schulen, Krankenhäuser und öffentliche Infrastruktur zu fließen.
"Mit der Zeit erkannte Putin, dass er zu viel Geld gestohlen hatte, dass eines Tages etwas passieren würde und die Menschen sehr schnell sehr wütend werden und auf den Kreml marschieren würden", erklärte Browder.
Machtverlust bei Kriegsende? Kritiker wagt Einschätzung über Putin
Einzelne Gegner könne Putin beseitigen lassen. Doch wenn eine Million Menschen auf dem Roten Platz demonstrierten, sei er am Ende. Deshalb habe er einen äußeren Feind erschaffen und einen Krieg begonnen. Das ist die Ukraine. Aufgrund dieser Sorge wird Putin die Angriffe nicht stoppen. "Wenn er einen Friedensvertrag abschließt, verliert er die Macht. Wenn er die Macht verliert, wird er an einem Laternenpfahl aufgeknüpft", sagte Browder .
Pattsituation statt Kriegsende
Browder rechnet auch nicht mit einem militärischen Sieg einer der beiden Seiten. Stattdessen prognostiziert er eine Pattsituation, bei der der Krieg allmählich zum Erliegen kommt. "Ich glaube nicht, dass Putin jemals einen Friedensvertrag unterzeichnen wird. Ich denke nicht, dass der Krieg jemals offiziell enden wird, aber ich kann mir vorstellen, dass er auf ein niedriges Niveau heruntergefahren wird", sagte er.
Als Vergleich zieht der Putin-Kritiker die Situation auf der koreanischen Halbinsel heran. Dort herrscht seit Jahrzehnten ein eingefrorener Konflikt ohne formellen Friedensschluss. Für die Zukunft sieht Browder die Ukraine in der Rolle Südkoreas: demokratisch, wirtschaftlich florierend und in die westliche Gemeinschaft integriert. Russland hingegen werde wie Nordkorea enden – international isoliert und in deutlich schlechterer Verfassung.
Bowder kämpft gegen Putin-Korruption
Der Anti-Korruptions-Aktivist, der einst den größten Investmentfonds in Russland leitete, kämpft seit fast zwei Jahrzehnten gegen Putin. Seine Warnung kommt wenige Tage nach dem Nato-Gipfel in der Türkei, bei dem die Bündnispartner Kiew die Eigenproduktion von Patriot-Flugabwehrraketen genehmigten.
Browders Einschätzungen basieren auf jahrzehntelanger persönlicher Erfahrung mit dem russischen Präsidenten. Der 62-Jährige führt seit 17 Jahren einen erbitterten Kampf für Gerechtigkeit für seinen Anwalt Sergei Magnitsky, der in russischer Haft gefoltert und ermordet wurde, nachdem er einen massiven Staatsbetrug aufgedeckt hatte.
Putins schärfster Gegner hat mehrere Attentate überlebt. Zahlreiche Auslieferungsanträge Moskaus konnte er abwehren. Das nach seinem ermordeten Anwalt benannte Magnitsky-Gesetz bildet heute die rechtliche Grundlage für gezielte Sanktionen gegen korrupte Funktionäre weltweit. Für seinen Einsatz gegen Geldwäsche wurde Browder 2024 in Großbritannien zum Ritter geschlagen.
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bos/news.de/stg
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