Iran-Krieg aktuell: Donald Trumps falsches Spiel nach Explosions-Jubel aufgeflogen
Die zweite Nacht in Folge ließ Donald Trump Bomben auf den Iran niedergehen, nur um mit noch heftigeren Angriffen zu drohen. Bei seiner Prahlerei über "Vergeltungsschläge" nahm es der US-Präsident abermals mit Fakten nicht sehr genau.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Erneute US-Angriffe auf militärische Ziele im Iran
- Donald Trump befiehlt Luftangriffe und droht mit heftigeren Vergeltungsschlägen
- US-Präsident prahlt mit Iran-Explosionen - doch mit den Aufnahmen stimmt etwas nicht
War's das mit der Waffenruhe im Iran-Krieg? Mitte Juni hatten die iranische Führung und die USA eine Absichtserklärung unterzeichnet, die den Weg für weitere Verhandlungen zum Ende des seit Ende Februar tobenden Iran-Kriegs ebnen sollte. Nun sprechen die Waffen erneut: Die USA haben im Streit mit dem Iran um die Straße von Hormus in zweiter Nacht in Folge Ziele in der Islamischen Republik bombardiert - und US-Präsident Donald Trump stellt bereits verstärkte Angriffe gegen den Iran in Aussicht.
Donald Trump befiehlt Angriffe auf iranische Ziele
In der Nacht auf den 9. Juli 2026 haben die amerikanischen Streitkräfte erneut militärische Ziele im Iran attackiert. Es handelt sich bereits um die zweite Angriffswelle innerhalb von 24 Stunden. Der Befehl kam direkt von US-Präsident Donald Trump. Das für die Region zuständige Zentralkommando CENTCOM bestätigte die Operation, nannte jedoch keine konkreten Angriffsziele. Erklärtes Ziel der Militäraktion sei es, die Kapazitäten der Islamischen Republik zur Störung des Schiffsverkehrs in der strategisch bedeutsamen Meerenge von Hormus zu reduzieren.
At the direction of the Commander in Chief, U.S. Central Command forces have started conducting additional strikes against Iran to further degrade their ability to threaten freedom of navigation in the Strait of Hormuz. The United States is holding Iran accountable for recent…
— U.S. Central Command (@CENTCOM) July 8, 2026
Iran-Krieg aktuell: USA bombardieren erneut militärische Ziele im Iran
Washington macht Teheran für jüngste Attacken auf Handelsschiffe und deren zivile Besatzungen verantwortlich. Diese hätten sich auf der wichtigen internationalen Wasserstraße frei bewegt, so das US-Militär in einer Erklärung. Bereits am 8. Juli hatte das US-Militär massiv zugeschlagen. Nach Angaben des CENTCOM wurden mehr als 80 Ziele in der Islamischen Republik getroffen. Die Streitkräfte begründeten die Offensive mit iranischen Angriffen auf Handelsschiffe.
Donald Trump zwischen Angriffsdrohungen und Hoffnung auf baldiges Kriegsende
Zu den zerstörten Zielen zählten Luftabwehrsysteme und Schiffsabwehrraketen. Besonders schwer traf es die Revolutionsgarden: Mehr als 60 ihrer Schnellboote wurden in der Straße von Hormus oder in deren unmittelbarer Nähe vernichtet. Donald Trump hatte die zweite Angriffswelle bereits angekündigt. Das Militär habe den Iran "hart getroffen", erklärte der US-Präsident. "Wir werden sie höchstwahrscheinlich auch heute Nacht wieder hart treffen", fügte er hinzu. Dennoch zeigte er sich zuversichtlich, dass der Konflikt bald beigelegt werden könne.
Die iranische Führung kündigte nach Medienberichten eine Reaktion auf die erste amerikanische Angriffswelle an. Kurz darauf meldete die Armee des Golfstaats Kuwait feindlichen Beschuss – obwohl das Land ein enger Verbündeter Washingtons ist. Auch in Bahrain heulten die Sirenen. Der Iran hat sich zu den jüngsten Attacken auf Handelsschiffe bislang nicht offiziell bekannt. Allerdings erklärte Teheran, nur die von iranischer Seite vorgegebene Route durch die Straße von Hormus sei sicher.
Donald Trump verbreitet Fake-Aufnahmen von Iran-Explosionen
Donald Trump verschärfte derweil seine Drohungen gegenüber Teheran. Auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete er die Militärschläge als Vergeltung für iranische Angriffe auf Schiffe. "Sollte sich so etwas wiederholen, wird es noch viel schlimmer kommen!", warnte der US-Präsident. Dabei unterlief dem Republikaner jedoch ein eklatanter Fehler: Das Foto, das eine heftige Explosion und lichterloh züngelnde Flammen vor dem Abendhimmel von Tschahbahar zeigen soll, ist keine aktuelle Aufnahme, die infolge der jüngsten US-Angriffe im Iran entstand, sondern Enthüllungen von "Open Source Intel" auf X zufolge ein altes Foto. Mit der Faktentreue nahmen es jedoch weder Donald Trump noch das Weiße Haus sonderlich genau: Gepostet wurde das Archivbild auf beiden Kanälen.
Ist der Iran-Deal hinfällig? Vereinbarte Waffenruhe steht auf der Kippe
Eigentlich hatten Washington und Teheran Mitte Juni eine Waffenruhe vereinbart. Das Rahmenabkommen sollte eine 60-tägige Verhandlungsphase ermöglichen und den Weg zu einer dauerhaften Konfliktlösung ebnen. Doch Trump stellte diese Vereinbarung beim Nato-Gipfel in Ankara offen infrage und erklärte sie für gescheitert.
Der US-Präsident drohte mit Angriffen auf zivile Infrastruktur in der Islamischen Republik. Konkret nannte er Kraftwerke und Meerwasserentsalzungsanlagen als mögliche Ziele. Zudem stellte er die Einnahme der Insel Charg in Aussicht, über die rund 90 Prozent der iranischen Rohölexporte abgewickelt werden. Die Drohungen sorgten umgehend für Turbulenzen an den Energiemärkten. Der Preis für das Referenzöl Brent stieg spürbar an. Ob der vereinbarte Zeitplan für Friedensverhandlungen noch Bestand hat, ist nach den jüngsten Kämpfen völlig unklar.
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loc/news.de/dpa/stg
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