Friedrich Merz: Hass-Welle im Netz nach neuem Reformpaket - Anti-Merz-Demo angekündigt
Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Morgen ein neues Reformpaket verkündet. Dem umfassenden Maßnahmenkatalog folgen nun heftige Reaktionen im Netz. Bei X lassen User ihrem Unmut freien Lauf.
Erstellt von Ines Fedder - Uhr
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- Neues Reformpaket der Bundesregierung schafft telefonische Krankmeldung ab
- Bundeskanzler Friedrich Merz stößt auf massiven Widerstand im Netz
- Kritik von den Grünen: "Misstrauensvotum gegen die Bürger"
Die Bundesregierung hat am 2. Juli 2026 ein neues Reformpaket vorgestellt, welches es in sich hat. Telefonische Krankmeldungen sind Geschichte, eine Krankmeldung muss ab dem ersten Tag erfolgen und eine sachgrundlose Befristung bei Arbeitsverträgen ist künftig bis zu einer Maximaldauer von bis zu 48 Monaten und bei einer bis zu sechsmaligen Verlängerung möglich - um nur ein paar Punkte zu nennen, die im Netz nur wenig später für Diskussionsbedarf sorgten.
Wir wollen Deutschland flottkriegen. Es ist klar: Die Zukunft beginnt jetzt. pic.twitter.com/5Vi2WsNLII
— Bundeskanzler Friedrich Merz (@bundeskanzler) July 2, 2026
"Wir wollen Deutschland flottkriegen. Es ist klar: Die Zukunft beginnt jetzt", so das Credo von Bundeskanzler Friedrich Merz, der Selbiges ebenfalls lautstark auf der Kurznachrichtenplattform X verkündet. Doch die Ansage des Bundeskanzlers kommt im Social Web nicht gut an.
Neues Reformpaket sorgt für hitzige Wortmeldungen bei X
Bereits wenig später tummelten sich unter dem Hashtag #Merz zahlreiche Negativ-Kommentare bis hin zum Aufruf einer Anti-Merz-Demonstration. Hier heißt es unter anderem:
- "Merz hat jetzt alle seine Wahlversprechen gebrochen oder fehlt noch etwas?"
- "Merz ist ein ideologisch verblendeter Mann, der von der Realität absolut keinen Plan hat. #Merzkannesnicht."
- "++++EILMELDUNG++++ Wir feiern die Abschieds-Party von Friedrich Merz. Merz - Muss - Weg - DEMO"
- "Abfindungszahlungen werden steuerlich privilegiert. Diese Maßnahme wurde nur wegen Nagelsmann reingenommen, oder?"
- "Keine telefonische Krankschreibung mehr und sie muss ab dem ersten Tag gelten. Mehr Bürokratie: Genau das wünschen sich Arbeitnehmer, Ärzte und Arbeitgeber dringend. Diese Merz-Regierung, die weiß einfach, welche Bedürfnisse dieses Land hat."
- "Ich sehe förmlich vor meinem inneren Auge Hausärzte im Strahl kotzen. Krankschreibung ab dem ersten Tag. Patienten z.B. mit Magen-Darm im Wartezimmer sind sooo gesund für andere! Merz kann es nicht. Abgesehen davon gibt es für gesetzlich Versicherte jetzt noch weniger Termine."
- "Merz treibt die Kosten im Gesundheitssystem hoch, gängelt ArbeitnehmerInnen, erhöht die Bürokratie und belastet Hausarztpraxen, wenn jetzt ab dem 1. Krankheitstag eine ärztliche Krankmeldung eingefordert wird. Das sind keine Reformen."
- "Wo ist die Änderung? Unternehmen können schon ewig entscheiden, ob Krankschreibung ab Tag 1 oder nach 3 Tagen. Telefonisch krankmelden weg, ok (Ärzte mehr Belastung), aber Unternehmen können entscheiden, ob Tag 1 oder Tag 3. Gesetzlich ist ab jetzt Tag 1 vorgesehen. Sehe keinen Unterschied."
Bundeskanzler im "Tal der Ahnungslosen"?
Und auch unter dem X-Post von Bundeskanzler Merz selbst hagelt es Kritik:
- "Herr Merz, Sie sind kläglich gescheitert. Nach Olaf Scholz ist es echt verwunderlich, dass Sie es schaffen, das Volk noch mehr zu enttäuschen."
- "Treten Sie bitte sofort zurück, damit die Zukunft auch was werden kann."
- "Herr Kanzler, wir haben kein Vertrauen mehr in Sie und Ihre Regierung, deshalb wünschen 85 Prozent aller Bürger dieses Landes, dass Sie die Vertrauensfrage stellen."
- "Das Einzige, was sie flottbekommen, ist die Jugend, die aus dem Land abhauen will. Was sind das für positive Aussichten für die, die das System stützen... Unsere Kaufkraft wird immer schlechter und was soll man sich hier aufbauen. Das Sondervermögen war auch ein Witz."
- "Sie wandeln doch ganztägig im Tal der Ahnungslosen. Gibt es irgendetwas, womit Sie sich auskennen, was Ihnen nicht zu komplex ist? Und damit meine ich nicht Ihr Privatjet."
Merz' Reformpaket ist "nicht der große Wurf"
Kritik kommt auch von Seiten der Wirtschaft. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, zeigte sich gegenüber der "Rheinischen Post" eher skeptisch nach Verkündung der Reformen: "Das Reformpaket ist nicht der große Wurf, sondern eher ein Symbolpaket." Und weiter: "Es wird der deutschen Wirtschaft nicht den gewünschten Impuls für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit geben." Die geplante Steuerreform sei "unambitioniert und nicht ausfinanziert", so der Experte. Er befürchtet: "In absoluten Euro-Beträgen profitieren vor allem höhere Erwerbseinkommen unterhalb der Reichensteuer-Schwelle."
Grünen-Kritik: "Misstrauensvotum gegen die Bürger"
Co-Vorsitzender der Grünen,Felix Banaszak, äußert gegenüber der "Rheinischen Post" ebenfalls Kritik: Das Reformpaket sei ein "Misstrauensvotum gegen die Bürger" und schlichtweg "Arbeitsverweigerung." Die Koalition regle die Sonntagsöffnungszeiten und schicke Beschäftigte künftig ab dem ersten Krankheitstag zum Arzt, anstatt Antworten auf die Folgen von KI oder den Arbeitsplatzabbau in der Industrie zu liefern.
Bundeskanzler Merz ruft zur Unterstützung innerhalb der Bevölkerung auf
Bundeskanzler Friedrich Merz indes rief die Bürger und Bürgerinnen dazu auf, die Reformen zu unterstützen. "Wir wissen, Sie, meine Damen und Herren, die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, wollen Entscheidungen, und Sie wollen keinen Streit. Und genau das haben wir geliefert." Und weiter: "Machen Sie mit, unterstützen Sie uns bei den jetzt notwendigen Reformen."
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