Friedrich Merz: Kuriose Ausrede nach Peinlich-Post - Kanzler-Spott bei "Markus Lanz"

Nach Deutschlands enttäuschender WM-Pleite sorgte Friedrich Merz mit einem Netzbeitrag für reichlich Irritation. Während das Kanzleramt erklärt, wie es zu dem Peinlich-Post gekommen ist, wird der Bundeskanzler bei "Markus Lanz" als "völlig lebensfremd" verspottet.

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Friedrich Merz blamierte sich mit einem Posting nach dem WM-Aus der Deutschen. (Foto) Suche
Friedrich Merz blamierte sich mit einem Posting nach dem WM-Aus der Deutschen. Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
  • Friedrich Merz verhöhnt für Peinlich-Post nach deutschem WM-Aus
  • Bundeskanzler als "völlig lebensfremd" verspottet
  • Kanzleramt erklärt: So entstand der peinliche Merz-Post

Nach dem bitteren Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in den USA sorgte ein Posting des Bundeskanzlers für erhebliche Irritationen. Friedrich Merz hatte in den frühen Morgenstunden auf der Plattform X geschrieben, die Mannschaft habe "unser Land begeistert" – eine Einschätzung, die weder zur desolaten Vorstellung gegen Paraguay noch zur allgemeinen Stimmungslage passte.

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Kanzleramt erklärt: So entstand der peinliche Merz-Post

Das Kanzleramt ruderte später zurück und lieferte eine bemerkenswerte Erklärung: "Falscher Tweet, falscher Zeitpunkt, falscher Knopf", hieß es gegenüber dem "Tagesspiegel". Demnach habe ein junger Mitarbeiter im Bundespresseamt entgegen vorheriger Absprachen die falsche von mehreren vorbereiteten Varianten veröffentlicht.

Friedrich Merz legt nach Peinlich-Post noch einmal nach

Der Vorgang traf die Merz-Regierung zu einem denkbar ungünstigen Moment – unmittelbar vor dem Koalitionsausschuss am Mittwoch, bei dem wichtige Reformvorhaben auf der Agenda stehen. Zur Schadensbegrenzung setzte Friedrich Merz am Dienstagnachmittag einen zweiten Beitrag ab, der deutlich zurückhaltender formuliert war und Zusammenhalt in der Niederlage einforderte: "Wer den Adler auf der Brust trägt, hat unseren Rückhalt verdient und nicht unseren Spott."

Politiker spotten über Kanzler Merz bei "Markus Lanz"

Auch Markus Lanz und seine Gäste rätselten am Dienstagabend im ZDF, wie es zu dem Peinlich-Post des Bundeskanzlers kommen konnte, und nahmen Friedrich Merz im gleichen Atemzug genüsslich auseinander. EU-Vizepräsidentin Katarina Barley (SPD) mutmaßte, dass Spitzenpolitiker üblicherweise verschiedene Varianten für unterschiedliche Spielausgänge vorbereiten ließen. Allerdings hielt sie eine andere Erklärung für wahrscheinlicher: Der zuständige Social-Media-Mitarbeiter habe schlicht nicht damit gerechnet, "dass das Spiel so grottenschlimm werden würde", weshalb er etwas Tröstendes veröffentlichen wollte. Markus Lanz griff den ursprünglichen Wortlaut spöttisch auf: "Ihr habt unser Land begeistert" – dem könne man "vieles nachsagen, aber das nicht unbedingt."

BSW-Politiker verspottet Friedrich Merz - Kanzler hat "jeden Sinn für Realität verloren"

BSW-Europapolitiker Fabio De Masi ging in der Sendung noch einen Schritt weiter. Zwar zeigte er Verständnis dafür, dass ein Regierungschef nach einer Niederlage nicht nachtreten wolle, was ebenfalls unangemessen gewesen wäre. Doch der Beitrag des Kanzlers wirke "völlig lebensfremd", kritisierte De Masi. Der Politiker zog dabei eine brisante Parallele zur politischen Lage: Bei den Menschen entstehe sofort eine Assoziation: "So wie unser Land gerade absteigt, hat der Mann jeden Sinn für Realität verloren." Eine Einschätzung, die den ohnehin angeschlagenen Kanzler zusätzlich unter Druck setzt.

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