Fußball-WM 2026: Nagelsmann will nach WM-Debakel weitermachen - Klopp weicht Nachfolger-Frage aus

Nach dem Elfmeter-Drama gegen Paraguay steht Julian Nagelsmann vor der größten Bewährungsprobe seiner Amtszeit. Während der Bundestrainer öffentlich um seinen Job kämpft, fordert Weltmeister Mats Hummels harte Konsequenzen auf Verantwortungsebene und Jürgen Klopp lässt die Tür zu einer Übernahme demonstrativ offen.

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Nach dem WM-Aus steht Bundestrainer Julian Nagelsmann in der Kritik. (Foto) Suche
Nach dem WM-Aus steht Bundestrainer Julian Nagelsmann in der Kritik. Bild: picture alliance/dpa | Federico Gambarini

Das deutsche Nationalteam ist bei der Fußball-Weltmeisterschaft nach einer dramatischen Niederlage gegen Paraguay ausgeschieden. Im Sechzehntelfinale verlor die Mannschaft von Julian Nagelsmann im Elfmeterschießen. Die Blamage bei der WM löst intensive Debatten über die Zukunft des 38-jährigen Bundestrainers aus.

Nach Aus bei Fußball-WM: Nagelsmann will Bundestrainer bleiben

Nagelsmann ließ nach dem Ausscheiden keinen Zweifel an seinen Absichten aufkommen. Im Interview mit MagentaTV machte er unmissverständlich klar, dass er seinen Posten behalten möchte. "Ich möchte weitermachen, ich stehe bereit", erklärte der Bundestrainer gegenüber Moderator Johannes B. Kerner.

Gleichzeitig betonte Nagelsmann seine Abhängigkeit von der Verbandsentscheidung. Er verwies darauf, dass die finale Entscheidung nicht in seiner Hand liege. Sollte der DFB andere Pläne haben, müsse man ihm dies mitteilen, so der Trainer. Seine Bereitschaft zur Vorbereitung auf EM und Nations League unterstrich er dennoch deutlich.

Jürgen Klopp weicht Bundestrainer-Frage aus

Als Favorit vieler Fans für eine mögliche Nagelsmann-Nachfolge gilt Jürgen Klopp. Der 59-Jährige fungierte beim Spiel in Foxborough als Experte für MagentaTV. Moderator Johannes B. Kerner konfrontierte den aktuellen RB-Fußballchef direkt mit der Trainerfrage.

Klopp blockte die Diskussion allerdings ab. Er verstehe zwar, dass sein Name in solchen Situationen falle, erklärte er. Doch dies sei nicht der richtige Zeitpunkt für entsprechende Überlegungen. "Da habe ich noch nicht drüber nachgedacht", stellte Klopp klar.

Der ehemalige Liverpool-Coach verwies auf seine gegenwärtige Position im Red-Bull-Universum. Diesen Job mache er sehr gerne, und es handle sich dabei um keine Nebentätigkeit. Der Fokus müsse jetzt auf dem deutschen Ausscheiden liegen, nicht auf seiner Person, betonte Klopp. Eine kategorische Absage klang in seinen Worten allerdings nicht mit.

Mats Hummels fordert harte Schnitte

Weltmeister Mats Hummels übte bei MagentaTV scharfe Kritik an der Führungsebene. Der 37-Jährige verlangte unmissverständlich personelle Veränderungen auf Verantwortungsseite. "Auf der verantwortlichen Seite schreit es schon irgendwie nach Konsequenzen. Das kann ich nicht anders sagen", erklärte Hummels.

Der frühere Innenverteidiger bemängelte die sportliche Entwicklung seit der Heim-EM. Diese werde im Nachhinein zu positiv dargestellt. Für Hummels ist Fußball zu sehr Leistungssport, als dass man auf entsprechende Gespräche verzichten könne.

Hummels erwartet zudem Rücktritte mehrerer Nationalspieler. Einige Akteure sollten nach wiederholten Turnierenttäuschungen selbst Konsequenzen ziehen, forderte er. Seit der EM 2016 habe Deutschland kein starkes Turnier mehr absolviert. Jürgen Klopp pflichtete seinem Ex-Schützling bei: "Mats hat recht und es klingt brutal. Wir reden über ein Jahrzehnt."

Rudi Völler stellt sich hinter Nagelsmann

Sportdirektor Rudi Völler bezog nach dem WM-Aus klar Position für Nagelsmann. Der 66-Jährige bezeichnete den Bundestrainer als absoluten Top-Trainer. "Ich bin überzeugt, dass er wahrscheinlich der richtige ist, weiterzumachen", erklärte Völler gegenüber MagentaTV.

Gleichzeitig machte der Sportdirektor deutlich, dass die Entscheidung nicht allein bei ihm liege. Er könne als Einzelperson nicht über die Trainerfrage bestimmen, betonte Völler. Für ihn persönlich sei Nagelsmann die richtige Person am richtigen Ort. Den Bundestrainer charakterisierte er zudem als Kämpfer.

In den kommenden ein bis zwei Tagen werde man sich im Verband zusammensetzen. Erst nach diesen Gesprächen werde sich zeigen, wie es weitergeht, kündigte Völler an. Mehr wolle und könne er zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen.

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