Donald Trump : US-Präsident zur Fußball-WM abgetaucht - das steckt dahinter

76 WM-Spiele im eigenen Land – und Donald Trump hat kein einziges besucht. Erst beim Finale will der US-Präsident auftauchen, um den Pokal zu überreichen. Es gibt jedoch Spekulationen: Steckt hinter dem Abtauchen Trumps ein trauriges Kalkül?

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US-Präsident Donald Trump (80) ließ sich bisher noch in keinen der WM-Stadien blicken. (Foto) Suche
US-Präsident Donald Trump (80) ließ sich bisher noch in keinen der WM-Stadien blicken. Bild: dpa/AP/Mark Schiefelbein
  • Spekulationen um Donald Trump - US-Präsident zur Fußball-WM im eigenen Land abgetaucht
  • Hat der US-Präsident Angst, von den Fans ausgebuht zu werden?
  • Bisher untergetaucht - US-Präsident bewahrt sich Auftritt für das große Finale auf
  • Donald Trump und Fußball - eine Liebe, die bisher noch nicht zündete

Die Fußball-Weltmeisterschaft läuft seit Wochen in den USA – doch der Präsident des Gastgeberlandes glänzt durch Abwesenheit. Donald Trump hat bislang kein einziges der 76 ausgetragenen Spiele im Stadion verfolgt. Der 80-Jährige, der das Turnier nach der Vergabe als sein persönliches Großereignis präsentierte, hält sich von den Arenen fern.

Erst zum Finale am 19. Juli plant der US-Präsident seinen Auftritt, heißt es gegenüber der "Bild". Dann will er gemeinsam mit FIFA-Präsident Gianni Infantino den Siegerpokal an das Weltmeisterteam überreichen. Eine offizielle Erklärung für seine bisherige Zurückhaltung lieferte das Weiße Haus nicht. Dabei hatte Trump noch vor über einem Jahr angekündigt, er würde "auf jeden Fall gerne zu mehr als einem" Spiel gehen.

Donald Trump zur WM abgetaucht - Spekulationen über die Gründe seines Versteckspiels

Über die Gründe für Trumps Fernbleiben wird spekuliert. Eine Vermutung: Der Präsident möchte unangenehmen Situationen aus dem Weg gehen. Die bisherigen Spielorte des US-Teams – Seattle und Los Angeles – gelten als demokratisch geprägt und Trump gegenüber kritisch eingestellt.

Einen Vorgeschmack auf mögliche Reaktionen gab es bereits. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. besuchte das Spiel gegen Australien in Seattle und wurde vom Publikum ausgepfiffen. Auch beim NBA-Finale in New York mischten sich zuletzt Buh-Rufe in den Applaus für den Präsidenten.

Bisher kam Trump nur in geschützter Umgebung mit der WM in Berührung – etwa bei Besuchen von FIFA-Chef Infantino im Weißen Haus oder bei der Auslosung in Washington. Wie Stadionbesucher auf sein Erscheinen reagiert hätten, bleibt offen.

Fußball-WM in den USA - US-Präsident protzt mit Komplimenten der Superlative

Trotz seiner Abwesenheit in den Stadien überschüttet Trump das Turnier mit Lob. Er bezeichnete die WM als die größte aller Zeiten und verwies auf Rekordverkäufe bei Tickets sowie Spitzenquoten im Fernsehen. "Alles ist ein Rekord. Das ist so, als gäbe es jeden Tag einen Super Bowl!", erklärte er in gewohnt überschwänglicher Manier.

Auffällig ist jedoch: Auf seiner Plattform Truth Social - wo der US-Präsident gerne in ausladender Manier seine Meinung verkündet - erwähnte der Präsident die Weltmeisterschaft bislang nur sechsmal. Den Erfolg der US-Nationalmannschaft bewertete er als "großartig" – obwohl er alle drei Gruppenspiele verpasste.

Mit Fußballkenntnissen konnte Trump bei früheren Auftritten nicht glänzen. Bei der Einrichtung einer WM-Taskforce im vergangenen Jahr fragte er Infantino: "Welche Mannschaft gilt derzeit als Favorit? Falls es so etwas überhaupt gibt."

Trumps geheime WM-Strategie: Nur das Finale zählt

Hinter Trumps Zurückhaltung steckt offenbar Kalkül. "Es geht ihm um das Hauptereignis – das WM-Finale. Denn dort sind die höchsten Einschaltquoten zu erwarten", erklärte Politikstratege Federico de Jesus gegenüber der "BBC". Das Muster ist bekannt: Auch den Super Bowl besuchte Trump im vergangenen Jahr in New Orleans – ohne zuvor ein einziges Spiel der regulären NFL-Saison gesehen zu haben.

FIFA-Präsident Infantino hat den Präsidenten bereits im Vorfeld der WM umgarnt. Bei einem Besuch im Weißen Haus durfte Trump den WM-Pokal in Händen halten und scherzte, er wolle ihn behalten. Zudem verlieh ihm Infantino einen eigens geschaffenen FIFA-Friedenspreis. Beobachter werten dies als Versuch, den "Unsicherheitsfaktor im Oval Office" kleinzuhalten.

Fans bleiben verschärfte Sicherheitskontrollen erspart

Für die Stadionbesucher hat Trumps Abwesenheit einen praktischen Vorteil: Die bei Präsidentenbesuchen üblichen extremen Sicherheitsmaßnahmen entfallen. Ohne den Schutzaufwand für das Staatsoberhaupt können Fans die Spiele ungestört genießen.

Das dürfte sich beim Finale am 19. Juli ändern. In der Arena nahe New York wird Trump dann voraussichtlich die Zeremonie zu seinem Moment machen. Bei der Klub-WM im vergangenen Jahr sorgte er bereits für Verwunderung, als er entgegen der Tradition für das Siegerfoto mit den Chelsea-Spielern auf dem Podium stehen blieb.

Kritiker befürchten eine ähnliche Inszenierung bei der Pokalübergabe an das neue Weltmeisterteam. Dass Trump die Strahlkraft des Großereignisses für sich nutzen wird, gilt als sicher.

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