Wladimir Putin: Unerwartet offene Worte - Kremlchef räumt Probleme im Ukraine-Krieg ein
Unerwartet ehrliche Worte von Wladimir Putin beim Kongress der Regierungspartei "Edinaja Rossija". Der Kremlchef sprach offen über Russlands verheerende Probleme im Ukraine-Krieg. Der Kreml sei sich dessen bewusst und reagiere darauf.
Erstellt von Franziska Kais - Uhr
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- Wladimir Putin schlägt unerwartet offene Töne während Rede an
- Kremlchef gibt Probleme im Ukraine-Krieg offen zu
- Putin spricht über ukrainische Drohnenangriffe und Treibstoffkrise
Ungewöhnlich offene Worte aus dem Kreml: Wladimir Putin hat am Sonntag beim Kongress seiner Regierungspartei "Geeintes Russland" in Moskau öffentlich eingeräumt, dass Russland im Ukraine-Krieg mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat. "Ja, wir sehen Probleme, wir sind uns dessen bewusst und reagieren darauf", erklärte der russische Präsident vor versammelter Parteiführung.
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Wladimir Putin schlägt unerwartet offene Töne während Rede an
Die Zusammenkunft diente eigentlich der Vorbereitung auf die Parlamentswahlen im September. Doch Wladimir Putins Eingeständnis überschattete die Veranstaltung zumal es inmitten einer Serie von Rückschlägen erfolgte: ukrainische Drohnenangriffe auf russische Ölraffinerien, Treibstoffengpässe auf der annektierten Krim und die Festnahme eines prominenten Armee-Kritikers setzten den Kreml zuletzt unter Druck. Derart deutliche Worte über interne Probleme sind von Wladimir Putin äußerst selten zu hören.
Ukraine-Drohnen treffen Russen-Raffinerien tief im russischen Hinterland
Die ukrainischen Streitkräfte haben in den vergangenen Tagen russische Ölanlagen tief in Russlands Hinterland in Brand gesetzt. Betroffen waren Raffinerien in den Regionen Krasnodar und Jaroslawl. Die Slavyansk-Raffinerie in Krasnodar liegt etwa 300 Kilometer von der Frontlinie entfernt, die Anlage in Jaroslawl sogar rund 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze. Auch auf der von Russland 2014 annektierten Halbinsel Krim herrscht Alarmstufe rot. Angesichts von Stromausfällen und Treibstoffengpässen wurde hier unlängst der Ausnahmezustand ausgerufen.
Während seiner Rede erklärte Wladimir Putin: "Wir wissen sehr wohl, dass die Probleme für Autofahrer und Unternehmen anhalten. Leider gibt es auch weiterhin Schlangen an Tankstellen." Eine Arbeitsgruppe zur Treibstoffversorgung arbeite rund um die Uhr, so der Kremlchef. Zudem werde ein vollständiges Exportverbot für Diesel erwogen, um die Engpässe in den Griff zu bekommen.
Wladimir Putin gibt sich kämpferisch trotz Problemen
Trotz der eingestandenen Schwierigkeiten gab sich der Kremlchef kämpferisch. Russland werde "auf jeden Fall sowohl die Sicherheit des Landes als auch die unserer Bürger sowie die Unverletzlichkeit unserer Grenzen auf lange Sicht gewährleisten", versprach Wladimir Putin den Delegierten. Gleichzeitig griff er zu bewährter Rhetorik: Russland sehe sich einem "beispiellosen Druck" westlicher Eliten ausgesetzt. Dem Westen warf er vor, die ukrainischen Angriffe auf russisches Territorium zu ignorieren. Entgegen der Realität an den Fronten behauptete Putin zudem, die ukrainischen Truppen würden sich "in alle Richtungen zurückziehen".
Die Mischung aus seltenem Eingeständnis und gewohnter Propaganda verdeutlicht das Dilemma des Kremls: Die Probleme lassen sich nicht mehr vollständig verschweigen, doch das offizielle Narrativ vom erfolgreichen Feldzug muss aufrechterhalten werden.
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