Skandal um EU-Sanktionen: Tödliche Doppelmoral entlarvt - Europas Maschinen bauen Putins Raketen
Während Europa Sanktionen beschließt, gelangen europäische Industriemaschinen über Drittländer in Russlands Rüstungsindustrie. Ein Systemversagen mit tödlichen Folgen für die angegriffene Ukraine, weshalb die EU endlich reagieren muss.
Von news.de-Redakteurin Franziska Kais - Uhr
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- Wladimir Putin erhält im Ukraine-Krieg Unterstützung aus Europa
- Türkei-Firma umgeht EU-Sanktionen und hilft damit, Putins Raketen zu bauen
- Systemversagen mit tödlichen Folgen für die angegriffene Ukraine
Europa verhängt Sanktionen gegen Russland. Europa verspricht der Ukraine Unterstützung. Europa verurteilt jeden neuen Raketenangriff auf zivile Ziele. Und trotzdem stammen die Maschinen, mit denen Putins Raketen produziert werden, mitunter noch immer aus Europa.
Weitere Meldungen zu Wladimir Putin und dem Ukraine-Krieg finden Sie am Ende dieses Artikels.
Wladimir Putin erhält im Ukraine-Krieg noch immer Unterstützung aus Europa
Während Politiker in Brüssel von Geschlossenheit und Entschlossenheit sprechen, finden hochmoderne Industriemaschinen aus Deutschland, Italien, Spanien oder Tschechien ihren Weg über Drittländer in russische Fabriken. Nicht zu irgendeinem Mittelständler, sondern zu Unternehmen, die Metalllegierungen für Marschflugkörper und Kampfflugzeuge herstellen. So berichtet der "Kyiv Independent", aktuell, dass eine in der Türkei ansässige Firma trotz europäischer Exportbeschränkungen Industriemaschinen aus der EU an russische Rüstungszulieferer geliefert hat.
Systemversagen mit tödlichen Folgen für die angegriffene Ukraine
Das Unternehmen Redwing Metal, an dem ein niederländischer Staatsbürger beteiligt ist, soll zwischen 2023 und 2024 Ausrüstung im Wert von fünf Millionen Dollar an zwei russische Metallurgiewerke verschifft haben. Diese Anlagen produzieren Metalllegierungen für Marschflugkörper vom Typ Kh-101 und Kampfflugzeuge Su-34. Die tödlichen Konsequenzen dieser Lieferkette zeigten sich am 14. Mai 2026 in Kiew: Eine Kh-101-Rakete schlug in ein Wohngebäude ein, zerstörte 18 Wohnungen und tötete 24 Zivilisten.
EU-Firmen umgehen Sanktionen und helfen damit, Putins Raketen zu bauen
Dass EU-Sanktionen von Konzernen umgangen werden, um weiterhin Profit zu schlagen, ist und bleibt deshalb ein Skandal, da die Produktionsfähigkeit der russischen Rüstungsindustrie dadurch zwangsläufig gestärkt wird. Experten warnen seit Jahren vor der Umgehung von Sanktionen über Transitländer. Das Prinzip ist denkbar einfach: Was nicht mehr direkt nach Russland exportiert werden darf, nimmt den Umweg über Staaten, die keine Sanktionen verhängt haben.
EU muss Wladimir Putin stoppen, indem Schlupflöcher geschlossen werden
Die eigentliche Frage lautet deshalb, warum Europa nicht endlich reagiert und die Schlupflöcher, die Wladimir Putin nutzt, um seinen Angriffskrieg weiterzuführen, schließt. Denn Sanktionen, die sich problemlos umgehen lassen, sind keine wirksamen Sanktionen. Wenn die EU es ernst meint mit der Unterstützung der Ukraine, dann muss sie nicht nur den direkten Export kontrollieren, sondern auch konsequent gegen Re-Exporte vorgehen. Hersteller müssen genauer prüfen, wo ihre Produkte am Ende landen, Behörden müssen verdächtige Lieferketten verfolgen und Unternehmen, die bewusst als Drehscheibe für Putins Kriegswirtschaft fungieren, sollten mit harten Konsequenzen rechnen müssen.
Andernfalls finanziert Europa zwar die Verteidigung der Ukraine, liefert aber gleichzeitig weiterhin die Maschinen, mit denen Russland neue Raketen produziert. Dadurch wird letztlich der Krieg, der durch die europäische Hilfe eigentlich beendet werden soll, immer weiter verlängert.
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