Magdeburg/Berlin: Hitlergruß-Vorwurf - Wer ist der AfD-Mann Martin Reichardt?

Vom Bundeswehr-Offizier zum AfD-Spitzenpolitiker: Jetzt steht Martin Reichardt wegen eines brisanten Fotos unter Druck. Wer ist der Mann und wie reagiert die AfD auf die Vorwürfe?

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Täglich bestens informiert mit den aktuellen Nachrichten auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / Tryfonov

In der AfD Sachsen-Anhalt ging es in den ersten Jahren häufiger drunter und drüber - Parteitage uferten aus, regelmäßig wurde das Spitzenpersonal gewechselt. Seit Martin Reichardt im Jahr 2018 Landesvorsitzender geworden ist, hat sich die Partei professionalisiert. Doch nun ist Reichardt wenige Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt in Erklärungsnot geraten.

Nach einer Recherche des Politico-Podcasts "Inside AfD" soll Reichardt im Beisein von Parteikollegen den Hitlergruß gezeigt haben. Er selbst weist die Darstellung zurück. "Dieses Foto stellt keinen Hitlergruß dar", sagte er im Bundestag. Entsprechende Unterstellungen verbitte er sich.

Auf dem Bild aus dem Jahr 2020 ist zu sehen, wie Reichardt den linken Arm ausstreckt. Mehrere Politiker forderten Reichardt zum Rücktritt auf.

Vorher in der SPD, FDP und bei den Republikanern

Der gebürtige Niedersachse war Offizier bei der Bundeswehr, danach ging es in die Wirtschaft. Seit 2017 sitzt Reichardt im Bundestag und ist dort familienpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion. Vor seiner Zeit in der AfD war Reichardt Mitglied in der SPD, der FDP und bei den Republikanern.

Der 56-Jährige nutzt häufig eine scharfe Rhetorik gegen politische Gegner. Oft gibt es sprachliche Bezüge zum Militär. "Wir sind der Rammbock des Volkes, mit dem das Volk demokratisch in die Festungen des etablierten Machtkartells eindringt", sagte er vor einigen Wochen auf einem Landesparteitag. Auch gegen Journalisten teilte er aus. Er bezeichnete sie etwa als "linke Lohnknechte", die sich die Finger wund schreiben würden gegen die AfD.

Kandidiert Reichardt erneut?

Im Juli möchte die AfD in Magdeburg erneut zusammenkommen, um ihr 100-Tage-Programm für die Landtagswahl am 6. September zu beschließen. Auch die Wahl des Landesvorstands steht an. Schadet die Hitlergruß-Debatte der Partei und ihrem Ziel, eine Alleinregierung in Sachsen-Anhalt zu erreichen?

Nach außen gibt man sich gelassen. Gründe für Rücktritte lägen nicht vor, sagte ein AfD-Sprecher der dpa. Es handle sich um eine Kampagne gegen die AfD. Es sei selbstverständlich davon auszugehen, dass Reichardt erneut für den Landesvorstand kandidieren werde, sagte der Sprecher.

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